Wolfgang Klingler betreibt das „Zollernalbcamping“ in Hechingen seit 15 Jahren. Foto: Roth

Camping-Urlaub ist nach wie vor sehr beliebt. Das ist auch beim „Zollernalbcamping“ in Hechingen zu spüren. Betreiber Wolfgang Klingler berichtet über die aktuellen Trends.

Seit 15 Jahren betreibt Wolfgang Klingler den Campingplatz „Zollernalbcamping“ im Hechinger Weiher. Der Rentner kennt sich daher bestens mit den aktuellen Trends der Camping-Saison aus, die er beim Besuch unserer Redaktion verrät.

 

„Dachzelte sind viele zu sehen. Auch minimalistische Wohnwagen, die lediglich mit einem Bett ausgestattet sind, sind im Kommen“, erzählt Wolfgang Klingler. „Glamping“, sprich Urlaub in luxuriösen Wohnmobilen in der Art eines portablen Hotelzimmers, wird es in Hechingen aber nicht geben. „Das hat nichts mehr mit Camping zu tun. Auf diesen Zug springe ich nicht auf“, stellt Klingler seinen Standpunkt dar.

Camping-Urlaub hat in Deutschland seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie einen Boom erfahren. Mit knapp 42,9 Millionen Übernachtungen wurde auf Deutschlands Campingplätzen im vergangenen Jahr ein neuer Rekord verzeichnet, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte. Die Camping-Begeisterung in den Corona-Jahren sei auch auf dem Hechinger Campingplatz zu spüren gewesen. „Viele Corona-Camper haben aber aufgegeben“, berichtet Klingler, der das „Zollernalbcamping“ in Hechingen selbst erfolgreich aufgebaut hat.

Gästezahlen gehen zurück, brechen aber nicht ein

Seit Flugreisen pandemiebedingt wieder möglich sind, hätten einige Urlauber dem Camping aber Rücken gekehrt. „Trotzdem sind wir in Hechingen noch gut gebucht“, versichert der Campingplatzbetreiber. Einen Einbruch habe es nicht gegeben.

„Campingfässer“ gibt es in Hechingen auch. Foto: Roth

Wenn sich Urlauber für Camping entscheiden, dann reisen immer mehr mit dem Wohnmobil. Auf dem Campingplatz im Weiher gibt es für diese Gäste entweder 20 Wohnmobilstellplätze oder 50 Stellplätze auf dem Campingplatz. Der Unterschied: Auf dem Wohnmobilstellplatz sind die Fahrzeuge autark, sprich benötigen einen Abwassertank. Wer auf dem Campingplatz sein Wohnmobil abstellt, darf Dusch- und Waschräume sowie die Toiletten des Platzes mitbenutzen. Die beiden Angebote unterscheiden sich natürlich im Preis, letztlich sei der Campingplatz bei den meisten Gästen beliebter.

Und warum campen Touristen überhaupt in Hechingen? „Natürlich wegen der Burg Hohenzollern“, betont Wolfgang Klingler. Weitere beliebte Ziele seien das Römische Freilichtmuseum in Stein, das Schloss Lichtenstein oder die Bärenhöhle. „Viele fahren auch nach Tübingen.“ Lob gebe es meist für die Natur in der Gegend rund um die Zollernstadt, weniger hingegen für die Attraktivität der Stadt an sich.

Für viele Camper eine Durchgangsstation

Ohnehin würden die wenigsten Urlauber für zwei Wochen auf dem Campingplatz in Hechingen bleiben. „Für die meisten Camper ist Hechingen eine Durchgangsstation mit drei bis vier Tagen Aufenthalt“, erklärt Wolfgang Klingler die Reisegewohnheiten. Oft gehe es von Hechingen aus weiter an den Bodensee. Weil dieser aber derzeit wenig Wasser führt, sei das Nachbarbundesland Bayern ein beliebtes sich anschließendes Reiseziel.

Die Anzahl der Buchungen auf dem Hechinger Campingplatz stehen und fallen wie vielerorts mit dem Wetter. Hauptsaison ist in den Sommermonaten von Juni bis September.

Nach 15 Jahren Campingplatzbetrieb ist Klingler erfahren im Camping-Geschäft. Und das „Zollernalbcamping“ ist seither ebenfalls nicht mehr aus Hechingen wegzudenken. Den Campingplatz pflegt der Rentner mit Unterstützung seines Sohnes. Rasen mähen, Hecken schneiden, Kundschaft betreuen. Es gibt viel zu tun, damit in Hechingen Campingurlaub gemacht werden kann.