Vor der Wasserwand im Foyer (von links): Klinik-Geschäftsführer Gerhard Hinger, Chefarzt André Mihaljevic, Oberarzt Jonas Johannink und der Ärztliche Direktor Michael Bitzer. Foto: Gert Ungureanu

Eine optimale medizinische Nahversorgung, Hand in Hand mit universitärer Spitzenmedizin – das ist es, was das Zollernalb Klinikum künftig im Bereich der Allgemein-, Viszeral- und endokrinen Chirurgie anbieten will.

Der Kooperationspartner ist gefunden: die Tübinger Uniklinik. Der künftige Chefarzt und der leitende Oberarzt der Abteilung, die in Balingen angesiedelt wird, auch: Prof. Dr. André Mihaljevic und Dr. Jonas Johannink von der Uniklinik Tübingen stehen in den Startlöchern – und freuen sich auf die Kooperation, die ab 1. Oktober vorgesehen ist.

 

Damit sei eine Nachfolgeregelung für Dr. Markert gefunden worden, sagte Landrat Günther-Martin Pauli, Aufsichtsratsvorsitzender des Zollernalb Klinikums, bei der Vorstellung der beiden Mediziner. Die Entwicklung im Klinik-Bereich sei ein „dynamischer Prozess“, wichtig auch für die Mitarbeiter. Klinik-Geschäftsführer Dr. Gerhard Hinger verwies darauf, dass man angesichts der Klinik-Strukturreform „aus der Not eine Tugend gemacht“ habe: Universitäre Medizin werde mit der Grund- und Regelversorgung zusammengebracht.

Ambulante Versorgung wird nach Albstadt verlegt

André Mihaljevic als Chefarzt, der zwischen Tübingen und Balingen pendle, und Jonas Johannink als fest angestellter leitender Oberarzt würden eine „enge Verzahnung“ mit der Uniklinik gewährleisten. Die operative Medizin werde künftig in Balingen konzentriert. „Ab Oktober“, versprach Hinger, „beginnt ein neuer Abschnitt in der Patientenversorgung.“ Eine Station im Klinikum – derzeit noch leer – stehe in Zukunft für die stationären Patienten der Chirurgie bereit: „Wir sind zuversichtlich, dass es funktionieren wird.“ In einem zweiten Schritt werde die ambulante Versorgung nach Albstadt verlegt.

Mihaljevic, nach Stationen in Ulm und Heidelberg seit einem Jahr Chefarzt und Professor an der Uniklinik, sieht in der Zusammenarbeit mit dem Kreisklinikum Synergieeffekte. Das Zollernalb-Klinikum, sagte er, habe einen guten Ruf, und er wolle die „Stärken, die das Klinikum hat, erhalten und ausbauen“. Zudem wolle er noch zwei oder drei weitere Spezialisierungen etablieren.

Mit dem chirurgischen Eingriff ist es meist nicht getan

Bei einer Tumorbehandlung, sagte er, sei es mit einem chirurgischen Eingriff meist nicht getan, es seien auch weitere Behandlungen erforderlich. Er sei froh, wenn die angehenden Fachärzte künftig ein halbes Jahr oder ein Jahr lang in Balingen „das gemeinsame Spektrum kennenlernen können“. Und: „Für die Patienten wird der Zugang zur Uniklinik in Zukunft einfacher.“

Auch Oberarzt Jonas Johannink sagt: „Wir brauchen neue Herangehensweisen. Wir können nicht so weitermachen wie bisher.“ Was ihn nach Balingen gelockt hat? Das Kooperationsmodell sei gut für die Ausbildung künftiger Mediziner.

Der Ärztliche Direktor des Zollernalb-Klinikums, Prof. Dr. Michael Bitzer, hält es angesichts der Klinik-Strukturreform für unverzichtbar, neue Leistungen aufzubauen und gegebene zu erhalten. Jetzt, wo die Ära von Professor Markert zu Ende gehe, sei er froh, zwei hervorragende Chirurgen gefunden zu haben, die weitermachen. Die Chirurgie habe gewaltige Veränderungen erfahren. Zu den minimalinvasiven endoskopischen Eingriffen komme in Zukunft auch die Roboter-Chirurgie hinzu.

Telefonat mit dem Tübinger Chefarzt vor Ostern

Wie ist es zur Kooperation gekommen? Eigentlich, sagt Klinik-Chef Hinger, gebe es die schon im Bereich Onkologie. Vor Ostern habe er mit dem Tübinger Chefarzt telefoniert, dann sei es zu einem Treffen gekommen. „Wir hatten gleiche Vorstellungen.“ Die Verträge seien aufgesetzt worden, der Aufsichtsrat habe die Veränderung beschlossen. Bitzer bringt’s auf den Punkt: „Man hat zueinander gefunden, noch bevor man gesucht hat.“