Carina Witthöft zeigte auf dem Weg in die Runde der letzten Vier ihr "bestes Tennis". Fotos: Kara Foto: Schwarzwälder-Bote

TennisTitelverteidigerin Witthöft und Siegemund erreichen in Hechingen das Halbfinale

Von Sandro Vitale

Carina Witthöft und Laura Siegemund haben auch gestern bei den 17. Hechingen Ladies Open überzeugt. Heute kämpfen die beiden letzten verbliebenen deutschen Spielerinnen um den Einzug ins Finale.

Es war ein mehr als packendes Match, das Carina Witthöft und ihre ukrainische Gegnerin Anhelina Kalinina gestern den Zuschauern auf der voll besetzten Tribüne des Center Courts boten. Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner, die Witthöft betreut, war angetan: "Dieses Viertelfinale hat sich zu einem richtig guten Match entwickelt. Vom Niveau her hätte das auch ein Endspiel sein können."

Tatsächlich riefen beide Kontrahentinnen eine klasse Leistung ab und schenkten sich über die weitesten Strecken des Matches überhaupt nichts. So kam es, dass das Hechinger Publikum bereits im ersten Satz in einem Tie-Break mitfiebern durfte, den schließlich Kalinina für sich entschied. Anschließend kam Witthöft mit den kraftvollen und präzisen Cross-Schlägen ihrer Gegnerin etwas besser zurecht und sorgte mit einem 6:3 dafür, dass die Entscheidung im dritten Satz fallen musste. In diesem drehte die 19-jährige Hamburgerin dann auf. Wie bereits an den Tagen zuvor hatten es die Aufschläge der an Position zwei gesetzten Blondine in sich. Dass Kalinina nach einem 1:4-Rückstand nochmal zurückkommen würde, hätte wohl keiner mehr erwartet. Doch die Ukrainerin kämpfte sich tatsächlich wieder heran und glich zum 5:5 aus. Die beiden nächsten Spiele und damit den Einzug ins Halbfinale aber sicherte sich Witthöft zum 7:5. "Ich musste heute mein bestes Tennis zeigen", sagte die 19-Jährige, die die Partie nicht zu lässig angegangen war. "Hier kann bekanntlich jeder Tennis spielen, und ich bin auf meine Gegnerinnen vorbereitet", so Witthöft weiter. Davon, dass Kalinina ihr so viel abverlangt habe, sei sie dann aber doch etwas überrascht gewesen, gab Witthöft zu.

Weitaus weniger Probleme, sich unter die letzten Vier zu spielen hatte unterdessen Laura Siegemund. Die Metzingerin besiegte Ekaterine Gorgodze aus Georgien sicher mit 6:1 und 6:1. "Dass es derart glatt durchrutscht, hatte ich nicht erwartet. Aber ich bin froh, dass es so schnell ging. Ich hatte doch ein paar Matches in den Beinen. Aber das hat sich mit zwei schellen Siegen wieder relativiert", so Siegemund.

Ausgeschieden hingegen ist Laura Schaeder, im dritten Viertelfinale mit deutscher Beteiligung. Dennoch stand die mit einer Wildcard angetretene 21-Jährige im Duell mit Valeria Solovyeva, die in der ersten Runde mit Ksenia Pervak die Nummer eins des Turniers nach Hause geschickt hatte, kurz vor einer Überraschung. Nach einem 6:2 und 2:6, hielt Schaeder bis zum 4:4 Schritt kassierte nach drei abgewehrten Matchbällen aber doch das 4:5 und unterlag schließlich im dritten Abschnitt mit 4:6.

Heute geht es bei den 17. Hechingen Ladies Open um 13 Uhr mit dem Halbfinale zwischen Laura Siegemund und Valeria Solovyeva weiter. Nicht vor 15 Uhr trifft Carina Witthöft auf die Rumänin Ana Bogdan, die sich 6:1/6:3 gegen Giulia Gatto-Monticone aus Italien durchgesetzt hatte. Nicht vor 16.30 Uhr steht das Doppelhalbfinale zwischen Elena Bogdan/Valeria Solovyeva und Xenia Knoll/Laura Siegemund auf dem Programm. Die Tickets fürs Endspiel am Sonntag bereits gebucht hat das deutsche Duo Carolin Daniels und Antonia Lottner. Die beiden bezwangen gestern das russisch-österreichische Paar Olga Doroshina und Sandra Klemenschits 6:2/6:4.