Kantor Jan-Piet Knijff Foto: Fritsche

Trotz Protesten: Der evangelische Kirchengemeinderat Schramberg-Lauterbach hält an der Kündigung von Kantor Jan-Piet Knijff fest.

„Es gibt leider kein Happy End“, stellt Raphaële Jusufi-Girodet enttäuscht fest. Sie ist Mitglied der Kantorei der evangelischen Kirche und nahm am Dienstagabend an einem Informationsgespräch zur Causa Jan-Piet Knijff im Gemeindehaus teil. Der Kantor hatte in der vergangenen Woche überraschend seine Kündigung erhalten (wir berichteten). Überschrieben war der Abend mit dem Thema „Zukunft der Kirchenmusik Schramberg-Lauterbach – Entwicklung der Kantorei“.

 

Auf der einen Seite saßen die Sänger, auf der anderen der evangelische Kirchengemeinderat sowie Pfarrerin Marie-Luise Karle vom geschäftsführenden Pfarramt in Tuttlingen. Karle ist zudem stellvertretende Dekanin und Beauftragte für den Bereich Kirchenmusik.

„Uns wurde mitgeteilt, dass an der Entscheidung, den Kantor während der Probezeit zu kündigen, nichts mehr zu ändern ist“, berichtet Jusufi-Girodet.

Welche konkreten Vorwürfe gegen den Kantor erhoben werden, blieb offen. „Das durfte uns der Kirchengemeinderat offenbar nicht sagen“, so die Sängerin. Den Mitgliedern der Kantorei sei lediglich erläutert worden, dass man versucht habe, auf den Kantor „einzuwirken“, dies jedoch ohne Erfolg geblieben sei. Gegenüber unserer Zeitung erklärte Marie-Luise Karle, es habe „Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit“ mit dem Kantor gegeben. Diese seien nicht musikalischer Natur gewesen, sondern hätten sich auf die Kooperation und Organisation bezogen. Sowohl der alte als auch der neue Kirchengemeinderat (im Advent 2025 haben die Wahlen stattgefunden) stehe nach wie vor hinter der Kündigung. „Am Stellenwert der Kirchenmusik ändert sich jedoch nichts.“

„Wir stehen alle unter Schock“

Sorge bei den Sängern

Nachdem sich die Sänger mit einer Protestnote sowie mehreren Leserbriefen in unserer Zeitung deutlich für den Verbleib des Kantors ausgesprochen hatten, sei die Enttäuschung nach diesem Abend umso größer gewesen, so Jusufi-Girodet. „Uns geht es um die Musik – und mit Jan-Piet Knijff haben wir richtig viel bewegt.“ Der frühere Kantor sei zwar ein Mensch mit Ecken und Kanten gewesen, doch für die Mitglieder der Kantorei zähle vor allem eines: das gemeinsame Singen unter professioneller Leitung.

Ob und wie die Kantorenstelle nun neu ausgeschrieben werden soll, sei Entscheidung des Kirchengemeinderats, so Karle. Bis eine neue feste Chorleitung gefunden ist, könnten jedoch Monate vergehen – eine Perspektive, die bei den Sängern große Sorge auslöst. Der evangelische Kirchengemeinderat versuche nach eigenen Angaben, eine Übergangslösung zu finden. Gespräche mit anderen Chorleitern aus der Region laufen.