Das Jahr zusammengefasst in bunten Zitaten Foto: Altmann/Pixabay

Das Jahr über werden munter Sprüche geklopft. Mal Weisheiten, mal markige Wortmeldungen. Wir haben die besten Zitate des Jahres aus dem Raum Calw gesammelt.

Kreis Calw - Ein Jahresrückblick in Zitaten – das gibt es auch nicht alle Tage. Unsere Redaktionen im Kreis Calw haben eine Auswahl der aus unserer Sicht besten Sprüche des Jahres zusammengetragen. Viel Freude bei der Lektüre! Hier kommen die markigsten, kuriosesten, originellsten oder auch erheiterndsten Äußerungen, die 2022 von uns festgehalten wurden.

 

»Der Krokus ist bei den Bürgern von Zavelstein die letzten 200 Jahre in die DNA übergegangen.«

Bad Teinach-Zavelsteins Bürgermeister Markus Wendel zum Antrag, auf das Zavelsteiner Ortsschild den Zusatz "Krokusstadt" anbringen zu lassen.

»Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist eine Arbeit, die unbezahlbar ist.«

Touristiker Michael Stahl in der Vorbereitungszeit auf den Schwarzwälder Spendenmarathon im Oktober.

»Der erste Stein des Schutzwalls ist bestellt.«

Bad Teinach-Zavelsteins Gemeinderätin Andrea Mast zur Anschaffung eines mobilen Notstromaggregats für die Sporthalle.

»Ich schreibe bald ein Drehbuch für Hollywood.«

Neubulachs Stadtrat Lothar Kallfaß zur Telekom-Posse im Teilort Seitzental. Wochenlang war dort wegen eines Kabelschadens das Festnetz abgeklemmt. Den ganzen Sommer über zog sich die Schadenssuche des Bonner Telekommunikationsriesen, ehe dann im September endlich alles repariert war.

»Ich sage es ganz ehrlich: Wir haben jeden eingestellt, der die Hand gehoben hat.«

Die Situation auf dem Bewerbermarkt für qualifizierte Erzieher im Kindergartenbereich ist nicht gerade einfach. Neuweilers Bürgermeister Martin Buchwald nimmt in einer Gemeinderatssitzung im Herbst kein Blatt vor den Mund.

»Wir haben schon LED gehabt, bevor Putin böse geworden ist.«

Bürgermeister Markus Wendel zur Diskussion im Bad Teinach-Zavelsteiner Gemeinderat, ob angesichts der Energiekrise nun die Beleuchtung der örtlichen Weihnachtsbäume reduziert werden soll.

»Man sollte schon Unkraut von Pflanzen unterscheiden können.«

Anspruchsvoll stellt sich die Pflege der Friedhofsbepflanzung in Neuweiler dar, wie Landschaftsarchitekt Fritz Kusterer dem Neuweiler Gemeinderat auf Nachfrage erläuterte.

»Wir kommen in Bad Herrenalb noch so weit, dass wir Eintritt für das Rathaus verlangen oder gar am Steinhäusle Geld für den Besuch in Bad Herrenalb.«

Wilfried Weiß, Vorsitzender der Skizunft Bad Herrenalb, ergreift in der Gemeinderatssitzung am 23. März zu den Hallenbenutzungsgebühren das Wort

»Es gibt Teile in der Bevölkerung, die, bei allem Verständnis für Kritik an Missständen, dabei immer wieder deutlich über das Ziel hinausschießen und so ein negatives Bild unserer Stadt nach außen tragen.«

Bad Herrenalbs Bürgermeister beim Frühjahrsempfang am 29. Mai.

»Meine angekündigten dunklen Wolken über der Stadt, zumindest was die finanzielle Situation darstellt, sind angekommen.«

Pandemie, Krieg und Energiekrise fordern ihren Tribut: Bad Wildbads Stadtkämmerer Tido Lüdtke redet bei der Einbringung des Haushalts im Dezember nicht um den heißen Brei herum.

»Da schmeckt nicht alles nach Schwarzwälder Kirschtorte, sondern auch mal nach Schwarzbrot.«

Bürgermeister haben es nicht immer leicht. Marco Gauger, der in diesem Jahr frisch für dieses Amt in Bad Wildbad gewählt wurde, verpackt das im Rahmen seiner 100-Tage-Bilanz in ein schönes Sinnbild.

»Jetzt erstmal runterkühlen...«

Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann ist überrascht darüber, dass den Nagolder Plänen, am 1. Mai einen verkaufsoffenen Feiertag auszurichten, soviel Kritik entgegenschlägt. Am Ende verbietet ein Gericht den verkaufsoffenen Feiertag.

»Wir lassen uns nicht aufhalten.«

Landrat Helmut Riegger ärgern die ständigen Querschüsse der Region Stuttgart gegen die Hesse-Bahn. Und er ruft den Nordschwarzwald zum offenen Widerstand gegen Stuttgart auf.

»Warum nicht gleich Hausverbot für alle Mandatsträger.«

Der Haiterbacher Gemeinderat Bruno Bessey kann es nicht glauben, dass Anfragen von Mandatsträgern in Haiterbach nicht mehr an Mitarbeiter des Rathauses gehen dürfen. Alle ihre Anfragen müssen über Rathauschef Andreas Hölzlberger laufen.

»Viele Bürger sind der Meinung, dass hier wieder ein Millionengrab entsteht.«

Haiterbachs Gemeinderat Johann Pagitz ist kein Freund des Breitbandausbaus in seiner Stadt.

»Viele verteufeln das Einfamilienhaus, die selbst in einem Einfamilienhaus wohnen. Für die hat’s noch gereicht!«

Das Neubaugebiet "Hochdorf Ost II" sorgt seit längerem für teils heftige Diskussionen, ist umstritten und wird von nicht wenigen abgelehnt. 224 Wohneinheiten – und damit, konservativ gerechnet, knapp 450 neue Einwohner – sind für einen Ort wie Nagold-Hochdorf mit seinen knapp 2200 Einwohnern zu viel auf einmal, sagen Gegner. Als dann im August dieses Jahres aber zusätzliche Kritik aufflammte, weil ein überarbeitetes Konzept unter anderem weniger Mehrfamilienhäuser vorsieht (die weniger Fläche verbrauchen und damit ökologischer sind), machte Nagolds Oberbürgermeister sich mit dem hier stehenden Satz Luft.

»Man lernt hier wirklich, jeden Moment des eigenen Lebens zu genießen!«

Die Ambulante Hospizgruppe Nagold hatte insbesondere bis Anfang 2022 schwer zu kämpfen. Durch Todesfälle, altersbedingte Ausfälle oder Umzüge mangelte es massiv an Nachwuchs, die Corona-Pandemie tat dazu ihr übriges. Dank intensiver Öffentlichkeitsarbeit wurden dann jedoch drei neue Helfer gefunden. Eine davon ist Claudia Marquardt.

»Oh, das wundert mich. Normalerweise habe ich in unserer Gegend viele Gegner. Im Schwäbischen gibt es das Sprichwort: Neid muss man sich erarbeiten.«

Ende des Jahres treffen sich unser Chefredakteur Constantin Blaß und Rolf Geisel, seit 1985 Geschäftsführer der Boysen-Gruppe aus Altensteig, zum Interview. Als Blaß erwähnt, dass ein Leser aus Altensteig dieses Interview angeregt hat, reagiert Geisel einigermaßen überrascht.

»Stadtplanung? Wir sind doch ein Dorf!«

Die Monakamerin Tina Vogt im Hinblick auf die Pläne zur Silberdistel in Monakam.

»Wir werden dadurch nicht in Armut stürzen.«

Im Frühsommer stimmt der Gemeinderat Bad Liebenzell dafür, an einer "Fairtrade-Towns-Kampagne" teilzunehmen. Das wird mitunter aus verschiedenen Gründen kritisch gesehen. Bad Liebenzells Bürgermeister Roberto Chiari beruhigt indes: Es handle sich nur um kleine Beträge.

»Das wird bestimmt auch nur wieder ein halbes Jahr funktionieren.«

Der Beinberger Landwirt Uwe Gorjup zu seiner Idee, einen Ziegenbock als Vogelscheuche einzusetzen.

»Besser als nichts.«

Rainer Becht vom Bauamt Bad Liebenzell zur Entscheidung der Behörden, nur auf einem kleinen Abschnitt der Ortsdurchfahrt von Unterhaugstett Tempo 30 zuzulassen.

»Dann muss man halt mal wieder ein Unterhemd drunterziehen.«

Ingenieur Gunnar Böttger bei einer Gemeinderatssitzung in Bad Liebenzell zum Thema Energiesparen.

»Schicken Sie Ihre Enkel und Kinder in die Blasmusikausbildung, die brauchen anschließend keinen Sozialarbeiter, denn sie finden Gemeinschaft und Kameradschaft in diesem Verein.«

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Blasmusikverbandes Calw, Hans-Joachim Fuchtel, beim Konzert des Musikvereins Unterreichenbach in der Tannberghalle.

»Wir sind keine Schurken, wie wir hier zum Teil betitelt wurden.«

Bieselsbergs Ortsvorsteher und Gemeinderat Michael Nothacker über die Art und Weise des Protests eines Teils der Gegner eines Funkmasts in Bieselsberg. Der Gemeinderat von Schömberg lehnte den Funkmast ohnehin mehrheitlich ab.

»Jetzt warten wir, bis uns die Energiekosten um die Ohren fliegen.«

Calws Oberbürgermeister Florian Kling im Juli über die Finanzen der Stadt Calw.

»Das Problem überrollt uns dreimal, bis wir reagiert haben.«

Der Calwer Stadtrat Udo Raisch (CDU) über das Problem des fehlenden Personals und fehlender Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung

»Hier gab es Meldungen über einen ›Killerschwan‹.«

Stefanie Schweigert, Pressesprecherin der Stadt Calw, über Schwäne, die von Menschen angefüttert werden.

»Die haben sich verzockt, ganz einfach.«

Matthias Bauer kritisiert Anfang des Jahres 2022 das Vorgehen des Calwer Unternehmens, Schwarzwald Energy GmbH, bestehende Tarifverträge trotz Preisbindung zu kündigen und stattdessen teurere Verträge anzubieten. Den Grund, den er für dieses Prozedere sieht, benennt er ganz klar.

»Wir verkaufen nix. Unser Dreck.«

Calws Oberbürgermeister Florian Kling über die ehemalige Erddeponie Stichle, die der Stadt gehört und auf der ein Solarpark gebaut werden soll.