Nach der Anschuldigung, er habe seine Vierbeiner für eine Zirkus-Show im Europa-Park misshandelt, verteidigt der Dompteur seine Vorgehensweise.
„Wurden bei einer Zirkus-Show im Europa-Park Hunde misshandelt?“ Diese Schlagzeile machte am Mittwoch bundesweit die Runde. Wie berichtet, hat die Tierschutzorganisation Peta vor zwei Tagen Videos veröffentlicht, die Hundetrainer Wolfang Lauenburger unter anderem dabei zeigen sollen, wie er mit einem Seil auf die Vorderpfoten eines seiner Schützlinge einschlägt. Nun hat sich der Beschuldigte geäußert.
„Im Zusammenhang mit einem derzeit kursierenden Video sehe ich mich mit dem Vorwurf der Tierquälerei konfrontiert“, erklärte Lauenburger auf Anfrage unserer Redaktion. Doch diese Darstellung entspreche nicht den tatsächlichen Umständen und bedürfe einer Einordnung.
Lauenburger sagt, er wollte eine Beißerei auflösen
„In der betreffenden Situation kam es zu einer akuten und ernstzunehmenden Beißerei zwischen mehreren Hunden. Solche Auseinandersetzungen stellen eine erhebliche Gefahr für alle beteiligten Tiere dar und können zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen, wenn nicht sofort eingegriffen wird“, sagte der Hundetrainer. Ein rein verbales Eingreifen sei in solchen Momenten nicht ausreichend, rechtfertigt er seine Handlungen, die ausschließlich das Ziel gehabt hätten, „die Hunde schnellstmöglich voneinander zu trennen und weitere Verletzungen zu verhindern.“
Lauenburger betonte, dass er bereits seit mehr als 30 Jahren als Hundetrainer tätig sei und täglich verantwortungsvoll arbeite. Sein „Notfallhandeln“ sei von erfahrenen Hundetrainern und Fachpersonal bekannt sowie „fachlich begründet und verhältnismäßig“.
Das komplette Video soll veröffentlicht werden
Lauenburger kritisiert überdies, dass das veröffentlichte Videomaterial aus dem Kontext gerissen sei. Es zeige „lediglich einen Ausschnitt der Situation und lässt sowohl den Auslöser als auch die Eskalationsdynamik außer Acht“. Ohne diesen Kontext sei ein falscher Eindruck entstanden, weshalb der Dompteur die Veröffentlichung des ganzen Videos fordert.
Der Europa-Park hat, wie berichtet, nach eigener Angabe bereits vor Veröffentlichung der Videos reagiert und die Zusammenarbeit mit Lauenburger beendet. Der Hundetrainer war mit seiner Nummer im Rahmen des Monte-Carlo-Zirkus-Festivals in der diesjährigen Wintersaison aufgetreten. Das Landratsamt, das vom Park selbst eingeschaltet wurde, hat, wie berichtet, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Offenburg erstattet.
In den Sozialen Medien sieht sich Lauenburger mit wüsten Beschimpfungen unter fast all seinen Beiträgen konfrontiert. Die User fordern ihn in den Kommentaren dazu auf, ihm die Hunde wegzunehmen. Ob der Dompteur seine Vierbeiner behalten darf, prüft aktuell das in seiner Heimat zuständige Veterinäramt.