Seit zehn Tagen spielt das Ensemble des Zimmertheaters Rottweil den Cyrano.Foto: Becker Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Männerchor unterstützt das Stück / "Cyrano" noch bis zum 18. August in Rottweil zu sehen

Seit zehn Tagen spielt das Ensemble des Zimmertheaters Rottweil nun den Cyrano, jenes historische Stück, in welchem der Gascogner Kadett Cyrano de Bergerac durch sein dichterisches Talent seinem gut aussehenden Rivalen Christian freiwillig unfreiwillig zu deren großer Liebe verhilft.

Rottweil. Durch das eindringliche Spiel der Schauspieler erahnt der Zuschauer nach und nach immer mehr, dass es hier um weit mehr als um eine Liebesgeschichte geht, immer tiefer fühlt er sich hineingezogen und erkannt in seinen Sehnsüchten und Projektionen, denen wir immer wieder erliegen, dass er zwischen Lachen und Betroffenheit hin- und hergerissen wird.

Gerade wegen dieser Tiefe ist es ein gelungenes Wagnis des Intendanten Peter Staatsmann, dass er sich nicht nur auf die Kunst der Profis verlässt sondern auch in diesem Jahr Rottweiler Bürger in das Stück einbaut. Nach einem Frauenchor und einer Tanzgruppe in den vergangenen Sommerstücken ist es nun ein eigens für diesen Anlass ins Leben gerufener Männerchor aus Rottweiler sangesfreudigen Männern, die das Stück als Chor der Gascogner Kadetten tatkräftig unterstützen.

"Ich bin sonst eher der Kinogänger, aber dass mich das Theater mal so faszinieren würde, hätte ich nicht gedacht," ist nur eine von vielen begeisterten Äußerungen aus der Reihe der Sänger. Von Robert Kopf gekonnt mit dessen eigenen Kompositionen angeleitet bringen sie ganz unterschiedliche Beiträge auf die Bühne. Immer mal wieder in unterschiedlicher Besetzung, je nach Terminkalender der Ehrenamtlichen, entdecken sie immer neue Facetten an dem Stück und erfahren, wie unterschiedlich jede Vorstellung ist, weil jede Vorstellung "live" ist.

Noch bis zum 18. August betritt Cyrano dichtend und kämpfend die Bühne, mal im Bockshof, mal in der Stallhalle, wo an welchem Tag entscheidet das in diesem Sommer launige Wetter.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: