Hackschnitzel anstatt Biogas: Die Gemeinde Zimmern setzt bei der künftigen Beheizung des Bauhofs auf eine weitere Zusammenarbeit mit Landwirt Matthias Teufel.
Der Zimmerner Bauhof wird seit 21 Jahren von der Biogasanlage auf dem gegenüberliegenden Bauernhof mit Wärme versorgt. Bis vor kurzem hatte die Gemeinde die Wärme kostenlos bezogen. Das Wärmenetz befindet sich im Gemeindeeigentum.
Im vergangenen Jahr hatte Teufel die Verwaltung informiert, dass ein wirtschaftlicher Betrieb seiner Biogasanlage ab dem Jahr 2027 nicht mehr möglich sei. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde verschiedene Alternativen für eine langfristig sichere und wirtschaftliche Wärmeversorgung des Bauhofs geprüft.
Es sei derzeit schwierig zu sagen, in welche Richtung die Entscheidung gehen solle, räumte Bürgermeisterin Carmen Merz ein und meinte weiter: „Wir sind da emotionslos.“
Drei Möglichkeiten
Im Mittelpunkt der Beratungen standen drei Optionen: die Installation einer eigenen Wärmepumpe, Einbau einer Pelletsheizung – eigenständig oder zusammen mit dem Landwirt – oder eine neue vertragliche Zusammenarbeit mit Matthias Teufel auf Basis einer Hackschnitzelanlage.
Für Hackschnitzelvariante
Nach intensiver Abwägung sprach sich der Gemeinderat schließlich mehrheitlich für die dritte Variante aus und folgte dem Vorschlag der Verwaltung. 15 Mitglieder stimmten für die Hackschnitzelvariante, fünf dagegen, ein Ratsmitglied enthielt sich. Gemeinderat Matthias Teufel war aufgrund seiner Befangenheit in die Zuhörerreihen abgerückt. Die Verwaltung wurde beauftragt, mit Teufel einen Wärmelieferungsvertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren auszuarbeiten und abzuschließen.
Der kalkulierte Preis für die Wärme aus der Hackschnitzelanlage liege bei rund 19 Cent pro Kilowattstunde, berichtete Bauamtsleiter Klaus Hoberg.
Aus dem eigenen Wald
Die Vorteile der Holzhackschnitzelheizung aus Sicht der Verwaltung: Weiternutzung des vorhandenen Wärmenetzes, geringer Wartungsaufwand und regionale Brennstoffversorgung. So soll das Hackschnitzelmaterial überwiegend aus dem Zimmerner Wald kommen, wodurch gemeindeeigene Ressourcen genutzt und Transportwege kurzgehalten werden könnten.
Blick auf Wärmepumpe
Die Alternative, eine eigene Wärmepumpe zu installieren, wurde ebenfalls detailliert untersucht. Nach Abzug einer möglichen Förderung von 35 Prozent würden sich die Investitionskosten hierfür auf etwa 42.000 Euro belaufen. Der kalkulierte Wärmepreis würde sich auf rund 21 Cent pro Kilowattstunde belaufen. Die Aufstellungssituation im Hof wurde als Nachteil gesehen. Nicht zu unterschätzen sei zudem die Lastspitzen-Situation im Winter.
Es sei wichtig, dass das Thema Heizung im Bauhof nunmehr abgeschlossen werde, betonte Andreas Schobel. Er gehört dem Arbeitskreis Bauhof an und kennt bestens die Verhältnisse im Bauhofgebäude. Seit Jahren sei die Heizungssituation nur provisorisch geregelt, sagte Schobel.
Mit Fußbodenheizung
Das Gremium stimmte im nächsten Tagesordnungspunkt der Vergabe der Heizungs- und Sanitärarbeiten an die Firma SHM Uwe Flaig aus Seedorf zum Angebotspreis von 46.284 Euro zu. Die Baumaßnahme umfasst den Einbau einer Fußbodenheizung in den Büro- und Aufenthaltsräumen sowie die sanitäre Ausstattung des geforderten „Schwarz-Weiß“-Trennungsbereichs.
Ein „Luxus“?
Gemeinderätin Jeanette Hartmann hakte zur Fußbodenheizung nach. Ob diese Sinn mache, wollte sie von Hoberg wissen. Der Bauamtsleiter bejahte diese Frage. Ingrid Balke hält die „Fußbodenheizung für Luxus“. Heizkörper würden ausreichen, meinte sie. Ratsmitglied Daniel Schlesier konnte die Favorisierung der Holzhackschnitzelanlage unter dem Aspekt Kohlendioxid-Emissionen nicht ganz nachvollziehen.