Musikkapellen aus Zimmern und aus Rottweil begeistern beim Frühlingskonzert mit hohem Niveau

Von Kathrin Kammerer

Zimmern o. R. Ein Konzertabend unter Nachbarn: Zum Frühlingskonzert hatten die Zimmerner Musiker die Rottweiler Stadtkapelle eingeladen. Der bunte Melodienstrauß von beiden Seiten erntete gehörigen Applaus.

Den Auftakt zum Konzertabend machte das Kinderorchester "unisono", eine Kooperation zwischen den Musikvereinen aus Zimmern und Hausen. Dirigentin Sandra Bartels und ihre 20 kleinen Racker präsentierten dem Publikum drei Stücke. Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch nicht so flüssig gelaufen ist – mit Charme und Souveränität hat der Nachwuchs das überspielt.

Dann betraten die Rottweiler die Bühne. 60 Mann stark ist die Kapelle – ein ordentlicher Klangkörper. Nichts desto trotz: Brachial oder übertrieben klang es zu keinem Moment. Dirigent Clemens Berger gelang es vielmehr durch alle Stücke hinweg, seine Musiker immer wieder bis ins Piano zu treiben und ihnen kurz darauf ein imposantes Forte zu entlocken. Eine feine Dynamik ermöglichte es den Melodien, klar heraus zu treten und einigen Solisten, vor fast vollbesetzter Halle zu brillieren.

Vom "Second Century March" von Alfred Reed über "Canzun" von Oliver Waespi bis hin zur fünfsätzigen "Tom Sawyer Suite" reichte das Programm. Bei "Brilliant Beatles" erklangen altbekannte Hits der Pilzköpfe in einem neuen musikalischen Gewand.

Danach galt es für die Zimmerner Gastgeber unter der musikalischen Leitung von Martin Eger, alles zu geben. Und das taten sie auch, selbst wenn der Klangkörper etwas schwacher besetzt war, als der ihrer Vorgänger.

Was für die Eröffnung der olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul gegolten hat, passt auch zum Konzert, hatte sich Dirigent Eger wohl gedacht. Und so leiteten die Gastgeber ihren Auftritt mit Pauken und Trompeten ein. Bei "Irish Castle" erklangen unverkennbar traditionelle irische Melodien, mit "Puszta" hatten sich die Zimmerner an vier Zigeunertänze mit ständigen Tempi- und Melodiewechseln gewagt und bei "Love can build a bridge" erinnerten sie sich an die Hochzeit eines Musikkameraden. Auch hier stimmte die Intonation, auch hier saßen die allermeisten Läufe und Soli fein.

Es war ein Konzert auf hohem Niveau mit anspruchsvollen Stücken. Und trotzdem auch eines, bei dem die Zuschauer, ohne große Mühe und ohne viel musikalisches Gehör besitzen zu müssen, die jeweilige Geschichte hinter den Musikstücken verstanden haben.

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