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Zimmern Merz: "Es ist schön, hier zu stehen"

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Ingrid Balke (rechts) verpflichtet Bürgermeisterin Carmen Merz. Foto: psw

Premiere im Landkreis Rottweil: In Zimmern hat mit Carmen Merz erstmals eine Bürgermeisterin ihr Amt angetreten. Herzlich, mit guten Wünschen und vielen Blumen ist die Nachfolgerin von Emil Maser empfangen worden.

Zimmern o. R. (psw). "Es ist schön, hier zu stehen", räumte Carmen Merz freiweg ein, als sie zum ersten Mal als Bürgermeisterin ans Rednerpult trat. In ihrem strahlenden Gesicht spiegelte sich große Freude. Merz gab zu, sich zuerst noch an die Anrede "Frau Bürgermeisterin" gewöhnen zu müssen. Die Nachfolgerin von Emil Maser setzte aber gleichwohl schon Akzente. Sie werde mit ihren kleineren und wohl zierlicheren Füße nicht in die großen Fußstapfen ihres Vorgängers treten, sondern ihre Füße neben diese setzen und so den eingeschlagenen Weg weiter gehen, betonte Merz.

Alle seien jetzt auf die Neue gespannt. "Ich werde anders sein und lade sie alle ein, mich näher kennenzulernen", sagte die erste Bürgermeisterin im Landkreis Rottweil. Sie werde es auch nicht verhindern können, in das ein oder andere Fettnäpfchen zu treten, warnte sie schon einmal vor und bat vorbeugend um Nachsicht.

Merz weiter: "Ein Wechsel bedeutet auch einen Wandel." Sie könne sich dabei auf eine sehr kompetente und sympathische Rathausmannschaft verlassen. Auch Bürgermeister a. D. Maser werde ihr sicher ein wertvoller Ansprechpartner sein. Dieser saß erstmals – noch ganz ungewohnt – ganz außen in der ersten Reihe, nicht wie bisher in der Mitte. Gegenüber dem vergangenen Freitag waren die Rollen nun also vertauscht. Was aber gleich war: Die erste Bürgermeisterstellvertreterin Ingrid Balke ("Ich denke, sie ist in Zimmern angekommen") hatte wiederum die Ehre, durch den Abend zu führen. Sie wünschte Merz für ihre neue Aufgabe viel Erfolg und eine glückliche Hand, auch beim Bemühen, die Bedürfnisse der Familie und des Amts unter einen Hut zu bringen. Balkes wichtigste Aufgabe bei dieser öffentlichen Gemeinderatssitzung war aber die Vereidigung und förmliche Verpflichtung der neuen Rathaus-Chefin.

Auch zahlreiche Ehrengäste waren – wie schon am vergangenen Freitag bei der Verabschiedung – wieder gekommen. Neben Vertretern aus der Landespolitik, der Verwaltung und den kommunalen Gremien waren die ehemaligen und derzeitigen Ortsvorsteher unter den Gratulanten. Ebenso der frühere Bürgermeister und Ehrenbürger Gustav Kammerer. Des Weiteren waren Vertreter sämtlicher kommunaler und kirchlicher Einrichtungen anwesend.

Zeit für eine Frau

Es sei langsam an der Zeit gewesen, dass im Kreis endlich eine Frau "eines der schönsten und wichtigsten Ämter" übernehme, sagte Landrat Wolf-Rüdiger Michel. Carmen Merz bringe gute Voraussetzungen mit. Sie habe die Verwaltungsarbeit von der Pike auf gelernt, sie habe sich mit betriebswirtschaftlichen Dingen beschäftigt und als Führungsperson soziale Kompetenz erworben.

Eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen, auch wenn alle Gemeinden im Wettbewerb stünden, sei ein weiterer Erfolgsfaktor, betonte der Landrat. Zimmern habe diese mit dem Industriegebiet Inkom, gemeinsam mit Rottweil, bisher eindrucksvoll praktiziert. Die Zusammenarbeit sollte aber nicht so weit gehen, dass die Eigenständigkeit aufgegeben werde, stellte Michel fest und erntete für diese Aussage einen kräftigen Sonderapplaus.

Als Dauerbaustelle bezeichnete Herbert Halder, Vorsitzender des Kreisverbandes der Bürgermeister im Gemeindetag Baden-Württemberg, die heutigen Aufgaben einer Kommune. Sie seien nie abgeschlossen. Er charakterisierte die neue Kollegin als jung, tatkräftig und motiviert und hieß sie in der bisherigen Männerdömäne willkommen. Gleichzeitig bot er ihr Hilfestellung an.

Für die beiden Kirchengemeinden begrüßte Pfarrerin Kristina Reichle in der "Arche" ("Hier können wir den Geist atmen, der aus der Ökumene kommt") die neue Bürgermeisterin. Im Bewahren der Tradition und im Mut zur Innovation sah sie den Spagat, den Carmen Merz zu bewältigen habe.

Für die Vereine der Gesamtgemeinde, für die Feuerwehrabteilungen und für die sonstigen Organisationen überbrachte Frank Thieringer, Vorsitzender des Sportvereins Zimmern, Willkommensgrüße. "Sie kennen das ehrenamtliche Engagement vom Roten Kreuz her nur zu gut", meinte er. Die Vereine seien auf Unterstützung durch die Verwaltung angewiesen. Der Wunsch, dass die Planungen für die Drei-Feld-Sporthalle weiter vorangetrieben werden, durfte nicht fehlen.

Für die musikalische Umrahmung sorgte eine größere Abordnung des Musikvereins Zimmern unter Leitung von Kletus Cologna. Die Bewirtung beim Stehempfang übernahm der "Liederkranz".

 
 

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