Von der Stettener Höhe bis zum Friedhof: Auf diesem Plan ist der grobe Verlauf der Leerrohr-Trasse eingezeichnet. Foto: ENRW

Trasse für Kabelinternet soll von Stettener Höhe bis zum Flözlinger Friedhof führen. Bauarbeiten haben am Mittwoch begonnen.

Zimmern o. R. - Es scheint, als rücke das lang ersehnte Kabelinternet für die Flözlinger wieder in greifbarere Nähe. Seit gestern werden Leerrohre verlegt.

Viele fehlgeschlagene Versuche und eindringliche Diskussionen liegen bereits hinter dem Zimmerner Gemeinderat. Nur war das Kabelinternet für die Flözlinger in der jüngsten Sitzung wieder Thema im Gremium.

Seit gestern werden von der Stettener Höhe bis zur Umspannstation am Flözlinger Friedhof nun Dreifachleerrohre verlegt. Bürgermeister Emil Maser genehmigte die hierfür erforderlichen Mittel in der Höhe von 118.815 Euro auf Grund der besonderen Dringlichkeit in einer Eilentscheidung während der Sommerpause des Gremiums.

Doch von vorne: Am Umspannwerk auf der Stettener Höhe endet aktuell ein Glasfaserkabel. Dieses ist ein potenzieller Anknüpfungspunkt für eine Verbindung nach Flözlingen. Gemeinsam mit der ENRW tüftelte die Zimmerner Verwaltung also folgende Lösung aus: Von der Stettener Höhe aus werden Leerrohre zu den AWZ Asphalt Mischwerken (beim Verkehrsübungsplatz) verlegt. Diesen Bauabschnitt finanziert die Gemeinde selbst.

Zugute kommt der Zimmerner Gemeindekasse dabei, dass die ENRW unter den Kreisstraßen nach Stetten und Flözlingen bereits Leerrohre verlegt hat und Zimmern diese nun fürs Kabelinternet benutzen darf. Das kostenspielige Verlegen von neuen Rohren unter den Straßen hindurch entfällt somit.

Vom Firmengelände der AWZ aus wird in einem weiteren Bauabschnitt dann die Leerrohr-Trasse bis zur Umspannstation am Flözlinger Friedhof fortgeführt. Diese Rohre werden gemeinsam mit einem Stromkabel der ENRW verlegt, was die Kosten für beide beteiligte Parteien senkt.

Vom Flözlinger Friedhof aus darf die Gemeinde dann wieder ENRW-Rohre nutzen, die bis zum Gasthaus Hirsch führen. Und von dort aus müssten schließlich – und dies ist der einzige noch nicht geplante Schritt – weitere Verbindungen zu sechs Verteilerstationen im ganzen Dorf gelegt werden. Ist dies geschehen, besteht eine durchgängige, tragfähige Infrastruktur für Kabelinternet.

Dann – und da liegt der einzige Haken – muss nur noch ein Internetanbieter gefunden werden. Das muss die Gemeinde Zimmern erneut ausschreiben. Was sich jedoch einfacher anhört, als es ist, denn an den dafür geltenden Richtlinien scheiterte das Flözlinger Kabelinternet schon vor geraumer Zeit.

In den 118.815 Euro ist der Ausbau innerhalb Flözlingens ab dem Gasthaus Hirsch noch nicht enthalten. "Wer weiß, was da noch auf uns zukommt", gab Arnd Sakautzky zu bedenken. Trotzdem stellte sich das Gremium geschlossen hinter die Eilentscheidung des Bürgermeisters. Eventuelle Zuschüsse könnten bis zu 46.800 Euro betragen.

"Wir haben den Flözlingern versprochen, dass wir alles für eine Kabellösung tun", betonte Walter Mink. Er erinnerte an die missliche Lage, als Stetten die Kabellösung bekommen hatte und Flözlingen nicht. "Nun müssen wir dafür auch die finanziellen Mittel in Kauf nehmen".

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