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Zimmern Ein "Örtlebua", der weiß, was er will

Von
Foto: Janek Schreider

Zimmern o.R. Stellen Sie sich einmal den schönsten Ort der Welt vor. Wetten, dass Sie jetzt nicht sofort an Zimmern denken? Bei Marian Burkardt liegt der Fall ganz anders. Der aufstrebende Fotograf liebt seinen Heimatort, er vergöttert ihn gar. Von der Terrasse seines Büros im "Hochwiesle" blickt er beim Pressetermin auf den Garten des Kindergartens, in den der heute 28-Jährige selbst einmal ging. "Ich bin hier so krass verwurzelt. Da muss schon viel kommen, dass ich weg will", sagt er.

Dabei ist es nicht so, dass Burkardt keine Möglichkeiten hätte. Für sein 2015 gegründetes Fotostudio "BURKart" jettet er um die Welt. Fotoshootings in Birmingham, Hongkong oder Las Vegas für namhafte Firmen wie Zeiss oder Häring. Das sind natürlich Highlights. Aber Höhepunkte darf einer mit einem Job wie seinem jeden Tag erleben. "Mein Beruf ist wie die Sendung mit der Maus. Wenn ich in eine Firma komme, lassen die alles stehen und liegen und erklären mir mit großer Begeisterung, was hier gemacht wird." Die Begeisterung sei ansteckend. Und so erlebt der 28-Jährige wie Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen, als er bei einer Villingendorfer Verpackungsfirma miterleben darf, wie Lego Star-Wars-Figuren verpackt werden. "Da steh ich total drauf." Die Liste lässt sich beliebig erweitern: Baggerfahren im Steinbruch der Firma Uhl, Programmierer, die einen Roboter den Stinkefinger zeigen lassen. "Ich hab den besten Job der Welt. Eigentlich ist es mein Hobby", sagt Burkardt mit einer Begeisterung, die ein wenig neidisch werden lässt.

"Ich war schon immer ein Örtlebua", erzählt Burkardt. Seiner Tante gehört das Gasthaus "Alte Schmiede", eine alteingesessene Wirtschaft in der Ortsmitte. Dort hilft er immer wieder aus, wenn Not am Mann ist. Wie etwa an der Fasnet. "Da ist die Hölle los." Als richtiger Zimmerner unterstützt der 28-Jährige den SVZ und den Musikverein. Und er ist Ausschussmitglied in der Narrenzunft. "Wir sind ein einzigartiger Haufen. Ich schätze den familiären Zusammenhalt." Burkardt blickt aber auch über den Tellerrand. Als Mitglied des Round Table 224 Rottweil unterstützt er soziale Projekte, hat beispielsweise das Rottweiler Kinderfest mitorganisiert. Vom Netzwerk wiederum profitiert er. "Ich hab hier alles, was ich brauche. Vor allem aber die sozialen Bindungen", betont er.

Einer der Besten in der Grafikdesign-Schule

Natürlich hätte er in jüngeren Jahren Lust auf das Leben in einer Großstadt gehabt. Aber es kam anders. Marian Burkardt hat mit 16 die Realschule beendet. Seinem Talent hat er es zu verdanken, dass er als einer der 30 Besten an der staatlichen Grafikdesign-Schule in Lahr aufgenommen wird. Die rein schulische Ausbildung liegt dem jungen Mann, dessen Schwerpunkt von Anfang an auf der Fotografie liegt. Deren Grundlagen sowie Belichten und Entwickeln der Fotografien gehören zum Lehrplan. "Wenn man nur einen Film zur Verfügung hat, überlegt man sich es drei Mal, ob man den Auslöser drückt", erzählt er. Die Herangehensweise lässt den angehenden Grafikdesigner zum Perfektionisten wachsen.

"Ich wollte mein eigenes Ding machen"

Nach der Ausbildung verdient sich Burkardt seine Sporen bei Südpol in Niederschach und steigt in der Agentur recht schnell zum stellvertretenden Leiter der Grafikabteilung auf. Als es mit Südpol bergab geht, schafft Burkardt zeitig den Absprung. Die Agentur Teufels, die damals noch Markkom heißt, stellt den Zimmerner als leitenden Grafiker ein. "Ich hab von Anfang an Gas gegeben und war mit 20 Jahren eine Führungskraft." Doch Burkardt will mehr, mehr, als ihm ein Angestelltenverhältnis bieten kann. "Ich wollte mein eigenes Ding machen, selbst Chef sein", erzählt Burkardt von seinem nächsten logischen Schritt. Der damals 25-Jährige baut neben dem Beruf sein Hobby weiter aus und wagt schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit. Die heimische Garage wird zum Fotostudio, in dem Burkardt auch den berühmten Vater eines Schulfreundes für dessen Autogrammkarten fotografiert: Heinrich del Core. Der Kabarettist ist es auch, der Burkardt unterm Dach seines Hauses im Zimmerner "Hochwiesle" ein Studio anbietet. Und dort schließt sich der Kreis irgendwie.

"Dass es so schnell so gut läuft, ist einfach cool", freut sich Burkardt, der sich mittlerweile einen Geschäftspartner ins Haus geholt hat. Mit Marco King hat Burkardt die Fotografiesparte um den Bereich Video erweitert. BURKart Motions heißt der zweite Geschäftszweig. "Damit können wir nun Fotografie und Film aus einer Hand bieten."

Mit Kompagnon King, Azubi Alexander Thisiadis, einer Fotopraktikantin und einer freiberuflichen Lithografin ist es im dritten Stock des Del- Core-Hauses aber mittlerweile recht eng. "Außerdem haben wir kräftig in die Ausrüstung investiert." Jetzt platzt der Firmensitz aus allen Nähten. Burkardt geht deshalb den nächsten Schritt: eine Stahlhalle im Interkommunalen Gewerbegebiet Inkom in Zimmern.

Der Rohbau ist gerade fertiggestellt, als der Bauherr vor Ort zeigen möchte, wohin für ihn in den kommenden Jahren die Reise geht. Burkardt tritt vorsichtig auf die Armierung und erklärt, wo was hinkommen soll. "Ich musste mir die Frage stellen: Will ich, dass alles so bleibt?", erzählt der Fotograf. Das Studio mitten in Zimmern hat seinen Charme, das Schleppen der Ausrüstung in den dritten Stock eher weniger.

Mittlerweile ist die Halle fertig, der Fotograf und sein Team sind eingezogen und der BURKart-Kosmos ist ein gutes Stück gewachsen. "Wir haben ein Sahnestück bekommen. Allein schon die Adresse: Schwarzwaldring 1", freut sich der ­Jungunternehmer über den zentralen Platz im Gewerbegebiet. Die Halle woanders bauen? Nein, das wäre für Marian Burkardt nicht in Frage gekommen. Die Anbindung an die Autobahn, die Schlagader der Region, ist da nur einer der Trümpfe.

Burkardt steht andächtig vor dem neuen Fotostudio und zündet sich eine Zigarette an. "Hier kann ich die nächsten 25 Jahre wachsen", ist er sich sicher.

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