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Zimmern "Altes Wissen darf nicht verloren gehen"

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Vielfältige Kartoffelsorten sprießen auf dem Feld von Alex und Nina Michel im Zimmerner Teufenwiesen.Foto: Siegmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Dass Kartoffeln nicht aus Ägypten kommen müssen und auch Knoblauch hier bei uns auf dem Feld wächst, das haben Nina und Alex Michel mit ihrem Landwirtschaftskonzept unter Beweis gestellt. Auf Glasers Hof in Zimmern bauen sie Gemüse an – mit Erfolg.

Zimmern o. R. "Landwirtschaft macht uns richtig Spaß", betonen Nina und Alex Michel, während sie Kartoffeln nach Größe in braune Papiertüten sortieren. Bereits seit fünf Jahren bauen sie Kartoffeln und seit kurzem auch Karotten, Knoblauch und Zwiebeln an. Die Begeisterung steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Nina Michel ist auf dem Bauernhof im Zimmerner Teufenwiesen aufgewachsen. Schon mit ihrer Oma habe sie als Kind Kartoffeln und vieles andere geerntet. Aus diesen positiven Kindheitserinnerungen heraus sei mit ihrer Schwester die Idee gereift, den Kartoffelanbau wieder aufzunehmen. "Wir wollten auch, dass das alte Wissen von unserer Oma und meinem Vater nicht verloren geht", erklärt Nina Michel. Ihre Mutter baut unter anderem Tee und Kräuter an und verfügt ebenfalls über große Wissensschätze, was beispielsweise Mischkulturen und dergleichen angeht.

Auch Alex Michel, der Mann von Nina Michel ließ sich schnell von der Idee begeistern und so legten sie los. Alex Michel, der hauptberuflich in der Baubranche tätig ist, unterstützt und arbeitet nach Feierabend mit. "Wir waren ganz begeistert als wir gesehen haben, dass unser Konzept funktioniert und die Kartoffeln wachsen", erzählen die beiden – auch wenn es viel Arbeit sei. So habe sich der Kartoffelkäfer im vergangenen Jahr ordentlich breit gemacht und auch das Wetter habe einen Teil der Ernte vernichtet. Mühe und Schweiß zahlten sich aus, denn das Ergebnis konnte sich dennoch sehen lassen. "Und die Kartoffeln sind nicht mit dem zu vergleichen, was man sonst in den Läden so bekommt", schwärmen sie und meinen damit nicht nur den Geschmack, sondern auch die Lagerfähigkeit.

Zum Thema Regionalität gibt es also noch eine Steigerung: eigener Anbau. Alex und Nina Michel sind im Frühjahr dann in die neue Saison gestartet. Zum Kartoffelanbau – sechs Sorten gibt es – gesellen sich weiße und rote Zwiebeln sowie Karotten hinzu. Den Kartoffelkäfer konnten sie in Schach halten – dem Kräuterwissen der Mutter sei Dank. Denn Ringelblumen oder Kümmel, die zwischen den Kartoffelpflanzen sprießen, munden den Käfern nicht. Und so gab es nur wenige, die dann – wie beim Bioanbau eben üblich – von Hand abgesammelt wurden.

Vieles ist Handarbeit. Das sei den beiden anfangs gar nicht so bewusst gewesen, geben sie zu. "Jede Zwiebel wird einzeln gesteckt", berichtet Nina Michel. Gelernt werde im Tun. "Am Ende sieht man ja, ob das Konzept aufgeht oder nicht", sagt Nina Michel, die vor dem Start ein Praktikum auf einem bayerischen Biobauernhof absolviert hatte. Die Hauptarbeit beginne mit der Ernte, erzählen die beiden. "Ohne die Unterstützung durch unsere Eltern und Freunde würden wir das gar nicht hinbekommen".

Aus der Scheune heraus werden die Kartoffeln dann auch verkauft. Ein kleiner Hofladen ist im Entstehen, denn Nina und Alex Michel wollen weitermachten. Die gute Resonanz der Käufer bestätigt sie in ihrem Tun. "Wir möchten jedes Jahr auch ein neues Gemüse hinzunehmen", plant Nina Michel. Den Hof ihrer Eltern zu übernehmen ist ihr großes Ziel. "Wir haben gemerkt, wie viel Potenzial in dem Hof steckt und was mein Papa alles geschaffen hat", sagt Nina Michel. Ein wenig stolz sind die beiden auch darauf, dass die regionale Gastronomie und die örtliche Metzgerei gute Kunden sind. Dreimal die Woche haben sie ihren Verkauf auf dem Hof im Zimmerner Teufenwiesen geöffnet.

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