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Zimmern 12 000 Schindeln erfordern Geschick

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Jens Hauser, Maria Lipp und ihr kleiner Sohn Anton freuen sich auf das fertige Haus.Foto: Siegmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Klack, klack, klack – wer am späten Nachmittag durch die Flözlinger Bergstraße fährt, fragt sich, woher das Geräusch kommt. Schnell ist klar: In Nummer 46 wird eifrig gewerkelt. Jens Hauser verkleidet die Fassade mit Schindeln. Keine leichte Arbeit.

Zimmern-Flözlingen. "Ich möchte das Haus so herrichten, wie es einst war", erklärt Jens Hauser und zeigt ein altes vergilbtes Foto von dem einstigen Bauernhaus mit Ökonomieteil, das seit Jahrzehnten in Familienbesitz ist. Zuletzt lebte die Oma von Jens Hauser hier. Jetzt hat Hauser es für seine kleine Familie erworben. Den alten Wohntrakt habe man allerdings abgebrochen und in Anlehnung an den Altbau neu errichtet. "Die Bausubstanz war einfach zu schlecht. Aber die Treppen, die Wandverkleidung und den Gewölbekeller haben wir erhalten und im Neubau wiederverwendet", erzählt Hauser, der hauptberuflich im Maschinenbau tätig ist.

Ausgleich zum Beruf

Die Arbeiten am Haus sieht er als guten Ausgleich zum Beruf. Derzeit ist er damit beschäftig, die Fassade mit Schindeln zu verkleiden – so wie einst zu Großmutters Zeiten. 12 000 Schindeln aus Fichtenholz hat ihm der Zimmereibetrieb zur Verfügung gestellt. Ungefähr 50 Quadratmeter Fassade gilt es zu verkleiden. Doch bis die Schindeln letztlich am Haus angebracht werden können, müssen sie einige Arbeitsschritte durchlaufen.

Zunächst müssen sie imprägniert werden. Jens Hauser hat sich dafür eigens eine besondere Konstruktion aus Holzlatten und Holzklammern gebaut. Damit kann er die Schindeln erst ins Imprägnierbad tauchen und anschließend trocknen lassen. Schindel um Schindel wird hier von Hand eingespannt. Sind sie trocken, werden alle – ebenfalls von Hand – wieder gelöst und für die Montage vorbereitet.

Arbeit ist eine echte Kunst

Eigentlich sieht es ganz einfach aus, wenn Jens Hauser die fertigen Schindeln schließlich eine nach der anderen mit der Druckluftpistole festtackert. "So einfach ist das nicht", winkt er ab. "Wenn mir die Zimmerleute das nicht so gut erklärt hätten, dann hätte ich mir das nie zugetraut", erzählt er. Denn man muss wissen: Jede Schindel ist anders. Die eine länger, die andere kürzer. Eine breiter, eine schmaler. Und am Ende soll die Fassade ja so aussehen, als seien sie alle gleich.

Eine echte Kunst, die Zeit, Nerven und Geschick erfordert. An der Fassade sind dünne rote Schnüre gespannt, an denen sich Jens Hauser orientieren kann. Die Abstände misst er jeweils mit dem Meterstab aus. Vertikal sind Striche auf der Fassade zu sehen. "Zwischen zwei Striche passen immer zehn Schindeln", erklärt er die weitere Orientierungsmöglichkeit. "Die Arbeit ist schon sehr zeitintensiv", gibt Hauser zu. Drei Meter kommt er pro Stunde voran.

Immer wieder bekommt Jens Hauser Besuch von seiner Partnerin Maria und seinem kleinen Sohn Anton, die schauen, wie die Arbeit vorangeht.

Der Heimat treu bleiben

Sie freuen sich schon auf das schmucke Haus. Gleich neben dem Neubau ist noch ein Teil des alten Gebäudes erhalten geblieben. Die Arbeit geht der jungen Familie in den nächsten Jahren jedenfalls nicht aus. Dass sie ihrer Heimat treu bleiben, ist ihnen aber wichtig. Sie wohnen gerne in Flözlingen. Und renoviert wird eben eins nach dem andern.

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