Das direkt an der Ortsdurchfahrt gelegene Eckhaus Sportplatzstraße 2 soll nach dem Nein des Gemeinderats nun nicht zugunsten einer Lagerfläche weichen. Foto: Lupfer

Oberwolfachs Gemeinderat erteilte den Plänen der Firma Bonath, ein Grundstück im Sanierungsgebiet Ortsmitte/Museum umzunutzen, eine Abfuhr.

„Ein Bauantrag, der es in sich hat“, resümierte Bürgermeister Jürgen Nowak in der Sitzung des Gemeinderats direkt zum Einstieg. Es ging im Kern um die Beratung über den Bauantrag der Zimmerei Bonath. Deren beabsichtigte Umnutzung eines Grundstücks an der Ecke Sportplatz- und Wolftalstraße stieß im Rat zwar auf Verständnis, bescherte dem Gremium aber auch Bauchschmerzen angesichts des Verlusts von ohnehin knappem Wohnraum. Konkret geht’s um das Gebäude Sportplatzstraße 2, direkt an der Ortsdurchfahrt gelegen.

 

Das soll laut Bauantrag abgerissen und das Grundstück umzäunt werden. Entlang der Straße sollen Gerüstregale entstehen, im südlichen Bereich ein Carport und im östlichen Grundstücksteil sind Parkplätze geplant. „Wir haben ein Interesse daran, dass sich unsere Gewerbebetriebe gut entwickeln können“, so Nowak. „Im vorliegenden Fall ist es aber schwieriger.“

Das Grundstück liegt nämlich im Sanierungsgebiet Ortsmitte/Museum. Und zu dessen Zielen zählt die Schaffung von Wohnraum. Bei allem berechtigten Interesse des Unternehmens zur Entwicklung des eigenen Grundstücks konstatierte Nowak: „Die widerstrebenden Interessen sind augenscheinlich.“ Entsprechend lautete der Beschlussvorschlag der Verwaltung, keine sanierungsrechtliche Genehmigung zu erteilen.

Kommt ein Pachtmodell?

„Ich sehe, dass es am Hauptstandort eng ist. Ich habe aber auch ein Problem mit dem Platz, dass der so verplant wird“, sagte Eberhard Junghanns. Er schlug vor, nach einem geeigneten Gemeindegelände für einen Grundstückstausch zu suchen. Die einzige Möglichkeit mit Gemeindeflächen sei im Gebiet Allmend, erwiderte Nowak. Aktuell werde die Fläche noch von den Baufirmen Bonath und Strabag als Lagerfläche genutzt. Zudem gebe es ein zugesichertes Vorkaufsrecht für die Firma Geiger Raumkonzepte.

Als pachtweise überlassener Lagerplatz sei das aber grundsätzlich denkbar. Beim Verkauf des Grundstücks in der Sportplatzstraße 2020 hatte der Gemeinderat auf das Vorkaufsrecht der Gemeinde verzichtet. Damals habe er es so verstanden, „dass das Haus abgerissen oder saniert werden und danach als Wohnraum dienen soll“, blickte Udo Schacher zurück. Sein Grundstück anders nutzen zu wollen, stehe jedem frei. Doch: „Ein gewisses Konfliktpotenzial entsteht, wenn man den Streifen gewerblich nutzt.“ Wäre die Nutzung von vornherein absehbar gewesen, hätte der Rat womöglich anders entschieden, so Schacher.

„Das war damals noch gar kein Thema“, sagte Monika Bonath, die mit ihrem Mann Reinhard in den Zuschauerreihen saß. Auch Martin Dieterle tat sich schwer mit dem Vorhaben: „Es ist mitten im Ort. Wenn ich daraus Lagerfläche mache, verschenke ich Wohnbaufläche.“ Dass der Betrieb mehr Platz benötige, sei unbestritten. „Ich denke aber auch nicht, dass ihr glücklich werdet an der Stelle.“

„Es ist aus der Not geboren, das muss man so sehen“, erklärte Monika Bonath. Mit einer adäquaten Ersatzfläche sei die betriebliche Entwicklung auch an anderer Stelle denkbar. „Wenn wir eine Fläche tauschen können, wären wir glücklich“, pflichtete Reinhard Bonath bei. Vorschläge für insgesamt vier Flächen sammelte der Rat letztlich. Nowak sicherte zu, diese „sehr zügig“ in Augenschein zu nehmen und mit den verschiedenen Eigentümern in Kontakt zu treten.

Zimmerei Bonath

Monika und Reinhard Bonath haben 2000 die Zimmerei gegründet. Die Leistungen gehen von Wohnhaussanierung, An-und Umbau bis hin zu Planung, Kostenermittlung, Beratung sowie Bauleitung.