Der Zigeunerball der Narrenzunft Zigeuner Untertalheim bot sehenswerte Tänze, Brauchtum und Guggenmusik mit viel Groove.
„Lustig ist das Zigeunerleben, faria, faria ho“ klang es auch in diesem Jahr beim traditionellen Zigeunerball in der rappelvollen Steinachhalle. Eine große Anzahl von Bussen deutete auf die Vielzahl von Gruppen und Zünften hin, die nach Talheim gekommen waren. Auch heuer hatte der Zigeunerball nichts an Strahlkraft verloren.
24 Zünfte und Gruppen wurden von den Moderatoren Thomas Kiefer und Martin Stanger mit Narrenrufen empfangen. Kiefer ließ die Geschichte der Zunft aufleben. Und die geht aufs Jahr 1806 zurück, als die Steinach die Grenze zwischen Württemberg und Vorderösterreich bildete.
Dann gab es in der Halle kein Halten mehr. Hinter Vorstand Karlheinz Lang schritten die Symbolfiguren der Untertalheimer Narrenzunft ein. Mit dabei die Zigeunerminis und Zigeunertennis, dann die Narrenschar. Vorsitzender Lang schritt mit seinem Zigeunerbauchladen durch die Reihen, um mit dessen Inhalt Spenden einzusammeln. Diese sollen laut Moderator Kiefer zum Erhalt und Wiederaufbau von Spielplätzen verwendet werden. Und Vorsitzender Lang konnte nicht über mangelnden Zuspruch klagen.
Gefeiertes Brauchtum
Viel Lob bekamen auch die Narrenzunft Salzstetten und die Narrenzunft Freudenstadt für ihre gefeierten Brauchtumstänze. Dabei verrieten die Kenner, dass Tanzen mit einer aufgesetzten Maske eine große Kunst sei. Dass dafür Kondition vorhanden sein muss, konnte man durchaus nachvollziehen. Kein Halten gab es, als die von Kiefer angekündigte „geilste Narrenkapelle“ namens Lumpenkapelle Rommelsbach die Bühne eroberte. Und die legte sofort richtig los. Zu „Skandal um Rosi“ sang alles lauthals mit. Nach einer Schunkelrunde begeisterte der Titel „Fliege mit mir in die Heimat“. Das Narrenvolk forderte Zugabe um Zugabe, was die Lumpenkapelle gerne erfüllte. Dazwischen legte DJ Peaceman flotte Titel zu mehreren Tanzrunden auf. Die Tänzerinnen der Narrenzunft Hochdorf wurden für ihre gelungene Tanzvorführung gefeiert.
Beifall fürs Männerballett
Dass es auch die Männer drauf haben, belegte das Männerballett der Narrenzunft Untertalheim. Tänzer von 16 bis 60 Jahren waren dabei, und auch Vorstand Lang tanzte mit viel Elan mit. Ein herzliches Dankeschön ging an die drei Trainerinnen, die das Männerballett in Hochform gebracht hatten. Auch an die örtliche Feuerwehr ging ein dickes Dankeschön. Schließlich hatte man in ihren Räumen trainieren dürfen. „Wir stolz auf euch“, riefen nicht nur beide Moderatoren den Akteuren des Männerballetts zu.
Die Schwarzwaldmädle
Ebenso absolute Hingucker waren die „Schwarzwaldmädle“ von der SG Hallwangen. Erinnert wurde an das historische Hallwanger Bergwerk. Vom Arbeits- ins Tanzdress gewechselt, mischten die Damen das Publikum kräftig auf.
Das Stimmungsbarometer stieg und stieg, als die Guggenmusik Lustige Bruat aus Göttelfingen die Luft zum Schwingen brachten. Niemanden hielt es mehr auf den Plätzen, als dann die Tuders in der Mitte der Halle dazu schritten. Zwei Guggenmusikkapellen zusammen, da gab es nur das Wort „sensationell“. Den Abschluss bildeten drei Damen der Gruppe „ Spaß n der Freid“ mit einem bejubelten Gardetanz. Danach gönnten sich viele noch einen Drink, bevor ein Großteil mit dem Bus die Heimreise antrat.