Bepflanzte Ziegel – das Donnerkraut ist auch dabei. Foto: Ziegelmuseum/Sagawe Foto: Schwarzwälder Bote

Museum: Bepflanzte Ziegel sind wieder erhältlich / Sonderausstellungen geplant

Im vorigen Jahr waren sie schnell ausverkauft, die in Handarbeit bepflanzten Dachziegel aus dem Bad Herrenalber Ziegelmuseum. Auch jetzt gibt es sie wieder, diese "Deko-Kostbarkeiten".

Bad Herrenalb (mak). Interessierte finden eine Auswahl der mit Hauswurz mit ihren auffälligen Blattrosetten und pflegeleichten Sukkulenten bepflanzten Ziegel auf dem Museumsbalkon im ersten Stock. Sie können diese für 22,50 Euro erwerben. Wer möchte, kann sich aber auch gegen einen kleinen Aufpreis seinen ganz persönlichen Ziegel gestalten lassen. Die Erlöse aus den Verkäufen kommen vollständig dem Museum zugute.

Wie Museumsleiterin Christa Sagawe erklärt, sei die Idee zur Ziegelbepflanzung ursprünglich aus dem Gedanken entstanden, eine Werbung für das Museum zu entwickeln, die thematisch passend und zugleich nachhaltig ist. "Die Ziegel sind bei den Museumsbesuchern sehr gut angekommen. Ich hätte noch viel mehr verkaufen können, aber dann kam Corona und hat uns ausgebremst."

Umso mehr freut sie sich jetzt, dass sie "ihr" Museum wieder jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr öffnen und neben den Feierabendziegeln auch ihre selbst bepflanzten Kunstwerke anbieten kann. "Ziegel sind sehr lange haltbar und bekommen mit der Zeit eine wunderbare Patina", so Sagawe weiter. "Aber nicht nur die Ziegel sind nachhaltig, auch die Pflanzen halten ewig."

Sagawe freut sich über viele verkaufte, von ihr in Eigenregie bepflanzten Ziegel, schließlich "muss ja wegen der Unkosten auch was reinkommen".

Ab 8. August soll es im Übrigen eine Bilderausstellung geben. Und bei schönem Wetter ist ein Museumscafé mit selbst gebackenen Leckereien vor dem Gebäude geplant. Genauso wie weitere Sonderausstellungen. Die Bevölkerung werde freilich rechtzeitig dazu eingeladen.

Weitere Infos zu den bepflanzten Ziegeln gibt es in der Herrenalber Tourist-Info, Rathausplatz 11, per E-Mail an christa.sagawe@badherrenalb.de, telefonisch unter 07083/50 05 51 sowie im Ziegelmuseum im Herrenalber Klosterviertel. Das Museum hat bis zum 26. Dezember jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Zur Erinnerung: Die Spitzen-Exponate im Ziegelmuseum stammen zum großen Teil aus der umfangreichen Sammlung des Experten Edmund Bernt (1952-2016) aus Weissach-Flacht. Mit dem Förderverein wählte er die Ziegel aus und stellte sie zur Verfügung.

Wichtiger Bestandteil ist die didaktische Begleitung zur Geschichte des Daches, der Ziegel und die Sozialgeschichte des Zieglers. Auch diese wurde vom Sammler selbst erarbeitet.

Die Historikerin und freie Journalistin Silke Rudolf bearbeitete die Texte der 22 Infotafeln des Museums. Werner Popp steht für die Grafik. Beide kommen ebenfalls aus Weissach-Flacht.

Das ehrenamtlich geführte Museum Bad Herrenalb bietet außer der Dauerausstellung mit Ziegeln auf insgesamt 200 Quadratmetern Räume für kleinere Wechselausstellungen und einen Kreativ-Bereich zum Mitmachen.

Die Geschichte der Ziegel von den ältesten Zeugnissen bis hin zur modernen Industrieware wird ebenso dargestellt wie das Handwerk der Ziegler. Besonderes Gewicht liegt jedoch auf der Präsentation und Erklärung der Feierabendziegel. Diese werden in verschiedenen thematischen Gruppen abwechslungsreich und mit überschaubarer Beschreibung vorgestellt. Für alle Interessierten steht auch tiefer gehendes Informationsmaterial zur Verfügung. Aber auch das Anfassen und Mitmachen soll nicht zur kurz kommen. Manche Ziegel reizen zum In-die-Hand-Nehmen und Kinder können selbst ein Dach decken.

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