Einsatzkräfte stellten einen Sichtschutz auf, um die Unfallbeteiligten zu behandeln. Für zwei kam jede Hilfe zu spät. Foto: Köhler

Schlimme Szenen haben sich am Donnerstag auf der B415 abgespielt. Die Polizei nennt neue Details zu Hergang, Opfer und dem mutmaßlichen Unfallverursacher.

Es ist ein Bild des Grauens: Ein roter Opel steht demoliert am Ampelmast beim Fußgängerübergang am Bürgerpark über die B 415. Mindestens ein Dutzend Fahrzeuge von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr sind vor Ort, der Rettungshubschrauber Christoph Ortenau wartet abflugbereit. Dutzende Passanten halten an, fragen besorgt nach, was passiert ist. Währenddessen sperren Einsatzkräfte die Straße und den Fußgängerüberweg weitläufig ab und bauen Sichtschutzwände auf. Dahinter liegen die Opfer eines schweren Unfalls: Zwei Menschen, eine 38 Jahre alte Frau und ein 37 Jahre alter Mann, starben. Zwei weitere wurden leicht verletzt.

 

Jugendliche haben den Unfall hautnah erlebt

Was war passiert? Eine Gruppe Jugendlicher hat den Unfall, der sich laut Polizei um 15 Uhr zugetragen hat, hautnah mitbekommen. Vor Ort stehen sie zum Teil noch unter Schock, einer von ihnen hat wohl richtig Glück gehabt. „Ich habe gerade mit dem E-Scooter die Straße überquert, da habe ich den Luftzug hinter mir gespürt“, erzählt er unserer Redaktion. Demnach war es ein Lkw, der bei Rot in Richtung Autobahn über die Ampel gefahren ist. Der soll dann nach Schilderung eines weiteren Jugendlichen zwei Passanten erfasst haben. Die Zeugen berichtet von grauenhaften Bildern, die sich während des Aufpralls geboten haben sollen. Bei der 38-Jährigen sei auf der Stelle klar gewesen, dass jede Hilfe zu spät kam, beim 37-Jährigen hätten Sanitäter noch Reanimationsversuche vorgenommen – erfolglos. Die Polizei bestätigte am Nachmittag, dass die beiden tödlich verletzt wurden.

Beteiligt am Geschehen war offenbar auch der rote Opel. laut Polizei war der Lkw-Fahrer diesem zuvor aufgefahren, wodurch er gegen den Ampelmast prallte. Die beiden Insassen wurden laut Mitteilung der Polizei verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Zu Alter und Geschlecht der Insassen des Opels hielt sich die Polizei am Donnerstag noch bedeckt. Der Lkw-Fahrer, berichten die Jugendlichen, habe sich nach dem Unfall aus dem Staub gemacht.

Lkw-Fahrer flüchtet, wird aber geschnappt

„Ich hoffe, sie finden den Fahrer“, sagt einer von ihnen. Wie die Polizei später mitteilte, ging sein Wunsch in Erfüllung. Mit einem Polizeihubschrauber und Einsatzkräften der umliegenden Reviere suchten die Beamten nach dem flüchtigen Fahrer – und machten ihn kurz nach 16 Uhr ausfindig. Der 56-Jährige befindet sich nun in Gewahrsam.

Auch ein roter Opel war in den Unfall verwickelt. Foto: Köhler

Die Bundesstraße wurde während der Unfallaufnahme und der Versorgung der Verletzten voll gesperrt – und blieb dies für einige Stunden bis in den Abend hinein. Der Verkehr wurde von der Autobahn kommend auf die B 3 und von dort Richtung Schwarzwaldstraße abgeleitet, was dort für einige Staus sorgte. In der Gegenrichtung wurde der Verkehr über die Tramplerstraße und die Mietersheimer Hauptstraße geführt. Der Verkehrsdienst Offenburg hat die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang übernommen und sucht nach weiteren Zeugen im Zusammenhang mit dem Unfall. Hier interessieren sich die Ermittler besonders für einen E-Scooter-Fahrer, heißt es. Hinweise nimmt die Verkehrspolizei in Offenburg unter Telefon 0781/214200 entgegen.