Von kommendem Montag an ist Schluss mit kostenlosen Corona-Bürgertests. So steht es in der neuen Test-Verordnung des Bundes, der nicht mehr generell für die Schnelluntersuchung aufkommt.

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Althengstett/Gechingen/Simmozheim - Kinder und Jugendliche, Schwangere und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, können sich weiterhin testen lassen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Der Test kann nach wie vor in Testzentren, Apotheken und Arztpraxen vorgenommen werden.

Stark sinkende Nachfrage

In Gechingen beispielsweise gibt es wie in vielen anderen Kommunen seit dem Sommer kein Schnelltestangebot in Zusammenarbeit mit dem Landkreis mehr, weil die Nachfrage enorm zurückgegangen ist. Ab Montag können sich die Gechinger kostenpflichtig in der Schlehengäu-Apotheke testen lassen, teilte die Gemeindeverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion mit. "Die Apotheke wird das Angebot voraussichtlich bis 31. Dezember weiterführen, abhängig davon, wie es angenommen wird", heißt es dazu aus dem Gechinger Rathaus. Testzeiten sind von Montag bis Sonntag jeweils von 9 bis 11 Uhr.

In der Nachbargemeinde Althengstett wird das kommunale Testzentrum weiterbetrieben. Es ist inzwischen vom Sportzentrum in die Pumpstation in der Hauptstraße umgezogen, weil der Mensabetrieb des Schulzentrums wieder angelaufen ist. "Wir werden ab Montag weitermachen wie bisher", sagte Barbara Ogbone, eine der beiden Leiterinnen des Althengstetter Familienzentrums (FAZ) im Gespräch mit unserer Redaktion. Das FAZ hatte die Organisation rund um das Zentrum übernommen.

"Wir stellen auf ein neues Online-Buchungssystem um", äußerte sich Ogbone weiter. Damit werde ein digitaler Testnachweis sowie die Übertragung des Ergebnisses in die Corona-Warn-App ermöglicht. Das bisherige Buchungsterminal werde am 10. Oktober geschlossen, Termine könnten ab dem 11. Oktober unter www.testzentrum-althengstett.de abgefragt und gebucht werden. "Ab Montag kann man sein Testergebnis digital per E-Mail erhalten und dieses dann in die Corona-Warn-App einspeisen", erläuterte die FAZ-Leiterin. Man müsse künftig also nicht mehr vor Ort auf das Testergebnis warten. Auf Nachfrage würden Ergebnisse weiterhin auch in Papierform in Deutsch und/oder Englisch ausgehändigt. Wer einen Nachweis in Papierform haben wolle, müsse dies an der Rezeption im Testzentrum angeben.

Für eine Testung im Althengstett Zentrum werden ab Montag 15 Euro in bar fällig –­außer für die von der Gebührpflicht Befreiten. Ein entsprechendes Attest oder der Mutterpass müssen im Testzentrum vorgelegt werden.

Stolz und dankbar

"Wir werden das Angebot ab Montag bis Ende Oktober machen und schauen, wie es angenommen wird. Je nach Resonanz werden die Testzeiten dann geändert", kündigte Ogbone an. Auch ab Montag könne man im Testzentrum auf ehrenamtliche Helfer bauen, worauf man laut FAZ-Leiterin sehr stolz, wofür man vor allem aber auch sehr dankbar sei.

Das Hengstetter Corona-Schnelltestzentrum werde seit März durchgehend von Ehrenamtlichen aus der Bürgerschaft sowie den DLRG-Ortsgruppen Althengstett und Neuhengstett in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung bestritten. Dabei hätten immer wieder Veränderungen aufgegriffen und mit allen Beteiligten umgesetzt werden müssen, um dem geltenden Recht Genüge zu tun – so auch jetzt wieder mit der Anbindung an die Corona Warn-App und der Einführung einer Gebühr. Dieses Engagement von Bürgern für Bürger bezeichnen Ogbone und Gemeindeverwaltung als große Leistung im Dienste für die Gemeinschaft. Man sei sehr dankbar für die gute Kooperation und das große Durchhaltevermögen der Ehrenamtlichen. "Selbst im Sommer zur Ferienzeit gab es einen harten Kern an Ehrenamtlichen, der sich im Testzentrum engagiert hat. Das ist alles nicht selbstverständlich."

Impfmobil fährt wieder vor

Eine gute Teststrategie hält Stefan Feigl, Bürgermeister der Nachbargemeinde Simmozheim, nach wie vor für wichtig, betonte aber: "Wir müssen auf das Impfen setzen". Dabei müsse man den Menschen den Zugang zum Vakzin so einfach wie möglich machen. Soll heißen: Komme die Bevölkerung nicht zum Impfen, müsse man mit dem Impfangebot zu den Menschen kommen. In Simmozheim ist das Impfmobil jedenfalls bei den bisherigen vier Terminen vor Ort gut frequentiert gewesen. "Es hat sich jeweils eine Schlange davor gebildet", berichtete Feigl.

Das Impfmobil des Landkreises kommt erneut ans Rathaus der Gäugemeinde: am 13. und 27. Oktober sowie am 10. November, jeweils von 14 bis 16 Uhr. Bei schlechtem Wetter werden die Impflinge im Mehrzweckraum des Simmozheimer Rathauses versorgt.