Das Zentralklinikum soll mittels Ampelanlagen an den Knotenpunkt B 463/L 446 angebunden werden – der Frommerner Ortschaftsrat kündigt Gegenwehr an.
Unlängst hat das Amt für Straßen- und Radwegebau des Landkreises Zollernalbkreis in einem Schreiben bekräftigt, dass immer noch geplant sei, das Zentralklinikum durch einen Kreisverkehr an die L 446/B 463 anzubinden. Es gab allerdings auch bekannt, dass der Verkehr beim Knotenpunkt L 446/B 463 weiterhin mittels einer Vollsignalisierung gesteuert werde – Ampeln regeln den Verkehr in alle Richtungen – und nicht, wie zuvor kommuniziert, durch eine tiefergelegte Einmündung und Auffahrrampe, auch als „holländische Rampe“ bekannt.
Ampelanlage regele den Verkehr ausreichend, meint das Straßenamt
Das Amt begründete die Entscheidung damit, dass wegen „einer verkehrlich vertieften Leistungsfähigkeitsuntersuchung und planerischen Randbedingungen sich herausgestellt hatte, dass die Einmündung unter Vollsignalisierung eine ausreichende Qualität bieten würde“.
Holländischen Rampe sei Ortsvorsteher Reuß mehrfach zugesichert worden
„Bei jeder Sitzung, Besprechung und Infoveranstaltung im Vorfeld wurde mir die Einrichtung einer holländischen Rampe versprochen“, äußerte sich Frommerns Ortsvorsteher Stephan Reuß über diesen „Schildbürgerstreich“ erbost. „Diese Planung entbehrt jeglicher Logik“, sagte er, aus dem Ortschaftsrat wurde „fehlendes logisches Denken“ moniert. „Die Frommerner Ortsverwaltung und der Gemeinderat haben den umstrittenen Bau des Zentralklinikums an diesem Ort stets konstruktiv begleitet und wir wollten die Bevölkerung für dieses Vorhaben überzeugen. Diese nicht akzeptable Entscheidung können wir den Bürgern auch nicht verkaufen, da verlieren wir jegliche Glaubwürdigkeit“, ergänzte Reuß.
Frommerner Ortsverwaltung fühlt sich hinters Licht geführt
„In Notfällen zählt jede Sekunde, wird dann grundsätzlich der Weg durch die Ortschaften Frommern und Dürrwangen gewählt?“, warf Reuß in den Raum. Bereits jetzt seien laut Reuß bei marginalen Störungen auf der B 463 zwischen den Anschlüssen Frommern und Dürrwangen signifikante Auswirkungen auf die Verkehrslage spürbar. In Stoßzeiten sei künftig mit langen Rückstauzeiten zu rechnen, weil Ortskundige den Weg durch Frommern nehmen würden.
Am Geld könne es ihm zufolge nicht liegen: Seiner Meinung nach werden in solchen Fällen ausreichend Mittel vom Bund zur Verfügung gestellt. Als „positiv“ bezeichnete Reuß die „sehr breite und umfassende Unterstützung durch den Kreistag“.
Ortschaftsrat fordert eine holländische Rampe zum Zentralklinikum
„Das letzte Wort ist noch längst nicht gesprochen, denn wir ziehen alle an einem Strang“, meinte sein Stellvertreter Günther Meinhold, der auch im Balinger Gemeinderat und im Kreistag aktiv ist. „Demokratie funktioniert auch von unten nach oben“, zitierte Reuß Landrat Günther-Martin Pauli und „deshalb werde ich eine von Balingens Oberbürgermeister Dirk Abel unterstützte und von Pauli höchstwahrscheinliche Resolution für die Errichtung der holländischen Rampe aufsetzen“, versprach Reuß.
Das Gremium entschied sich einstimmig dafür, den Anschluss durch eine holländische Rampe beim Regierungspräsidium Tübingen respektive dem Bundesverkehrsministerium explizit einzufordern – und die Stadt Balingen und den Landkreis zu bitten, mit Dringlichkeit und Vehemenz auf diese Erstellung hinzuwirken.