Neues Bild in der Eingangshalle des Schwarzwald-Baar-Klinikums: An diesen Automaten müssen Patienten mit Termin ab sofort eine Nummer ziehen. Foto: Simone Neß

Die Digitalisierung im Schwarzwald-Baar-Klinikum schreitet voran: Am Montag ist die Zentrale Patientenaufnahme in Betrieb gegangen. Für Patienten bedeutet das Veränderungen, die ihnen aber auch einige Vorteile bringen sollen.

Nanu, was ist denn hier passiert? Das mag sich mancher Patient gefragt haben, der diese Woche im Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen einen Termin hatte. Denn am Montag ist in der Eingangshalle des Klinikums die Zentrale Patientenaufnahme in Betrieb gegangen – und die bringt für den Patienten Veränderungen mit sich.

 

Seit September vergangenen Jahres waren in der Eingangshalle des Klinikums Bauarbeiten im Gange. Ein Bauzaun schirmte ab, was hier nach und nach entstand. Nun zeigt sich, an was hier gearbeitet wurde: Weiße Automaten Reihen sich dort nun aneinander, an denen Patienten für die Aufnahme eine Nummer ziehen können. Dort, wo früher Sanitätshaus und Friseur untergebracht waren, finden nun in neun Aufnahmekabinen die Aufnahmegespräche statt.

Dort, wo früher Sanitätshaus und Friseur untergebracht waren, finden nun die Aufnahmegespräche statt. Foto: Simone Neß

Hintergrund dieser Maßnahme ist das Krankenhauszukunftsgesetz, im Rahmen dessen verschiedene Digitalisierungsprojekte in den Kliniken umgesetzt werden, erklärt Klinikgeschäftsführer Matthias Geiser. Rund eine halbe Million Euro wurde in den Umbau der Eingangshalle investiert.

Ziel sei gewesen, die Patientenaufnahme zu vereinheitlichen und zu zentralisieren. Denn bisher sind die Patienten direkt in der Fachabteilung – von denen es im Übrigen über 20 im Klinikum gibt – aufgenommen worden. Dort hätten die Prozesse zum Teil deutlich voneinander abgewichen. „Andere Krankenhäuser machen das schon immer so“, sagt Matthias Geiser. „Nur wir haben es eben anders gemacht.“

Zunächst müssen am Automaten Angaben zum Termin gemacht werden. Foto: Simone Neß

Doch was bedeutet das nun für den Patienten? Für ihn ist die erste Station einer der neuen Automaten in der Eingangshalle: An diesem muss er Angaben darüber machen, ob er einen ambulanten oder stationären Termin hat. Danach bekommt er ein Aufrufticket mit einer Nummer und kann im neuen Wartebereich Platz nehmen. Über digitale Bildschirme wird die Nummer aufgerufen und angezeigt, in welche Aufnahmekabine der Patient gehen muss. In dieser findet die Patientenaufnahme statt, bei der die Daten des Patienten erfasst und notwendige Unterschriften eingeholt werden und geprüft wird, ob alle notwendigen Unterlagen, wie beispielsweise eine Einweisung für den stationären Aufenthalt, vorhanden sind. Erst danach geht es für den Patienten mit den Unterlagen weiter in die Fachabteilung.

Ein solches Ticket müssen die Patienten an den Automaten ziehen, bevor sie aufgenommen werden. Foto: Simone Neß

Neues Verfahren sorgt für mehr Ruhe und Diskretion

Dieser Aufnahmeprozess dauert in der Regel zwischen zehn und 20 Minuten, sagt Bianca Schmieder, Leiterin der Zentralen Patientenaufnahme. Das sei zwar nicht unbedingt schneller als davor, für den Patienten jedoch deutlich ruhiger und diskreter. An den bisherigen Leitstellen, an denen die Patienten aufgenommen wurden, sei es zum Teil sehr laut gewesen und es hätten sich lange Schlangen gebildet. Das sorgte – gerade auch bei sensiblen Themen – für weniger Diskretion.

Über diesen Bildschirm werden die Patienten mit ihren Nummern aufgerufen. Foto: Simone Neß

Veränderungen bringt das neue System aber nicht nur für die Patienten mit sich. Die Umstellung habe viel Vorarbeit gefordert, Prozesse mussten standardisiert, Mitarbeiter geschult und das Formularwesen überarbeitet werden, erklärt Sabrina Maier, Leiterin der Finanzabteilung, und ab 1. April auch neue kaufmännische Direktorin des Klinikums.

Wer über das Ticket aufgerufen wurde, darf weiter zum Aufnahmegespräch. Dort werden alle Daten erfasst und Unterlagen durchgesehen. Foto: Simone Neß

Und auch personell gab es Veränderungen. Bislang waren die Mitarbeiter in der Patientenaufnahme nur einer Fachabteilung zugeordnet, so Bianca Schmieder, jetzt sind sie für alle Fachabteilungen zuständig, die alle unterschiedliche Anforderungen mitbringen. Dafür sei das Personal umverteilt worden und somit weder Personal aufgestockt, noch reduziert worden, erklärt der Klinikgeschäftsführer.

Herausfordernd sei nun, die Patienten mit diesem neuen System vertraut zu machen, so Sabrina Maier. Denn viele Patienten, die auch bislang schon Patient im Klinikum waren, würden wie gewohnt zunächst in die Fachabteilung gehen.

Digitale Aufnahme bereitet manchen Schwierigkeiten

Und dann gebe es auch Personen, die sich mit der Digitalisierung schwer tun. „Man sieht schon, dass ältere oder behinderte Menschen Hilfe brauchen“, erklärt Bianca Schmieder, wenige Tage nach der Inbetriebnahme. Doch dafür würden an den Automaten Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die bei Bedarf behilflich seien, erklärt sie.

Die Zentrale Patientenaufnahme gilt im Übrigen nicht für die Strahlentherapie und Radiologie – denn dort seien die Termine in der Regel sehr eng getaktet – sowie den Kreißsaal. Und für Notfallpatienten führt der Weg nach wie vor direkt in die Notaufnahme.

Und wie ist die erste Resonanz nach wenigen Tagen bei den Patienten? „Gemischt“, sagt Bianca Schmieder, „aber das wird schon“, gibt sie sich optimistisch.

Öffnungszeiten

Zentrale Patientenaufnahme
Die Zentrale Patientenaufnahme ist montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr besetzt.