Zur Vorstellung der Pläne des Zentralbades in VS gibt es eine Lesermeinung. Foto: SWB

Zum geplanten Zentralbad in VS schreibt unser Leser Werner Schaible.

Nutzer des geplanten Zentralbades mit Baukosten von rund 55 Millionen Euro sollen in erster Linie Schulen/Vereine/Familien sein. 340 000 Besucher jährlich werden erwartet. Diese Info ist leider völlig unzureichend.

 

Wenn die öffentliche Hand ein Projekt mit 55 Millionen Euro Baukosten öffentlich ausschreiben muss und hinterher die tatsächlichen Kosten weit darüber liegen, dann liegt das in aller Regel nicht an den Kostenschätzungen der Architekten, sondern systembedingt an diesem Vergabeverfahren.

Was in dem Zentralbadbericht fehlt oder auch verschwiegen wird, ist eine Berechnung der nach dem Bau entstehenden, laufenden Betriebskosten.

Weitere Kosten

Wenn 340 000 Besucher prognostiziert werden, erhebt sich schon hier die Frage, wie viel Prozent davon auf die vermutlich nichtzahlenden Schüler/Vereine und auf die wirklich zahlenden Besucher entfallen und welcher (noch mögliche) Eintrittspreis den zahlenden Besuchern zugemutet werden kann.

Wie viel Personal benötigt dieses Bad und welche Lohnkosten fallen an. Wie hoch werden die Energiekosten für das Bad sein und so weiter. Da kann man sicher auch Infos von vergleichbaren Bädern einholen. Die Berechnung der Afa und Verzinsung ist dabei ja noch der einfachste Teil der Kostenberechnung.

Niemand verlangt zum jetzigen Zeitpunkt eine Kostenberechnung auf den Euro genau. Es wäre aber unverantwortlich, eine solche Kostenberechnung im Vorfeld des Bauvorhabens zu unterlassen, weil erfahrungsgemäß solche Bäder bei jedem Betriebsergebnis rote Zahlen ausweisen und der Betreiber dann doch erwarten darf, dass die Stadt VS und damit die Bürger diese Fehlbeträge letztlich bezahlen.

Werner Schaible, VS-Schwenningen

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