Auf der Baustelle der Zellerschule ist aktuell viel los. Foto: Thomas Fritsch

Der Start für das 35 Millionen Euro-Projekt Zellerschule war denkbar schlecht. Massive Verzögerungen inklusive. Doch jetzt läuft es beim Mega-Projekt wie geschmiert.

Am Rande der Nagolder Innenstadt soll die neue Zellerschule entstehen – ein Mix aus komplettem Neubau und Sanierung eines Altbauteils. 35 Millionen Euro lässt sich die Stadt Nagold nach gegenwärtigen Stand das Projekt kosten. Angesichts der Dimensionen investierte man eine längere Zeit in die Planung.

 

Im August 2024 starteten dann die Abbrucharbeiten. Und damit ein unrühmliches erstes Kapitel für das Großvorhaben. Denn die mit den Arbeiten beauftragte Firma arbeitete bei weitem nicht so wie man es sich bei der Stadt vorgestellt hatte. Schnell war man drei Monate mit den Arbeiten im Rückstand. Es kursierten sogar Gerüchte, das beauftragte Unternehmen sei pleite. Doch der Hintergrund war ein ganz anderer.

„Die Stadt hat sich nicht erpressen lassen“

Hoch- und Tiefbauamtsleiter Rafael Beier findet klare Worte für die Arbeitsmoral des Unternehmens: „Die haben wirklich auf Zeit gespielt“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion. Es habe Tage gegeben, da seien nur drei oder vier Vertreter des Unternehmens auf der Baustelle gewesen.

„Doch die Stadt hat sich nicht erpressen lassen“, so Beier. Dem Abriss-Unternehmen wurde vor Abschluss der Arbeiten gekündigt. Man ging im Unguten auseinander, finanziell ist dieses Kapitel noch nicht ganz, aber weitgehend geregelt. Das Vorgehen gegen das Abriss-Unternehmen war dabei kein Alleingang der Stadt und seiner Vertreter. „Der Gemeinderat war stets über unser Vorgehen informiert“, betont der Hoch- und Tiefbauamtsleiter beim Ortstermin auf der Baustelle.

Unternehmen zeigt sich unheimlich flexibel

Die verbliebenen Abrissarbeiten übernahm das Unternehmen, das für den Rohbau beauftragt wurde, das Unternehmen Brodbeck aus Metzingen. Für diese Firma findet Beier nur lobende Worte: „Seit dem Tag, an dem Brodbeck hier übernommen und mit der Arbeit begonnen hat, läuft es hier wirklich wie geschmiert“, freut sich Beier.

Am Donnerstag wurde die erste Bodenplatte der neuen Zellerschule betoniert. Foto: Thomas Fritsch

Das Unternehmen zeige sich in einem nicht ganz einfachen Umfeld unheimlich flexibel. Man habe sich seitens der Firma auf die beiden Großereignisse wie die Gartenmesse oder Nagolder Frühling eingestellt und werde das auch bei Events wie dem Nordschwarzwald-Triathlon im August so fortsetzen, verrät Beier.

Bauarbeiter nehmen Rücksicht auf die Abschlussprüfungen

Da sich die Baustelle in unmittelbarer Nähe zu diversen Schulen befindet, in denen in nächster Zeit Abschlussprüfungen stattfinden werden, wolle das Bauunternehmen an den Prüfungstagen auf lautstarke Arbeiten ganz verzichten, berichtet der Nagolder Bauamtsleiter. Auch zu den Anrainern der Baustelle werde – trotz der schwierigen Verkehrssituation – ein entspanntes und pragmatisches Verhältnis gepflegt.

Durch die Probleme mit der Abbruchfirma ist das Vorhaben immer noch zeitlich im Verzug, trotz der inzwischen reibungslosen Arbeiten. Dieser Verzug um dreieinhalb Monate hat zur Folge, dass die Roharbeiten bis in den Winter hineinreichen dürften. Nach gegenwärtigem Stand der Dinge rechnet Baier mit einer Fertigstellung des Rohbaus im Februar 2026 – wenn der Winter dem Projekt keinen Strich durch die Rechnung macht.

Inzwischen ist der Bauamtsleiter „total entspannt“

Doch da macht sich Rafael Beier nach dem Rumpelstart beim Abbruch keinen Kopf. Vielleicht könne man tatsächlich einen Teil der verlorenen Zeit aufholen – oder auch nicht. Das sei dann auch nicht wirklich schlimm. Beier gibt sich da „total entspannt“.

Am Donnerstag stand ein entscheidender Teil der Baumaßnahme an. Denn an diesem Tag begann die Firma die Bodenplatte des Neubaus zu betonieren.