Die Zellerschule wird zur Großbaustelle. Foto: Thomas Fritsch

Es ist das größte Hochbauprojekt Nagolds seit langer Zeit: die 35 Millionen Euro teure Sanierung der Zellerschule. Doch das Projekt hat einen schwierigen Start. Es ist ganz offenbar Sand im Getriebe.

Ende Juli verabschiedeten sich die Zellerschüler mit einem Fest von ihrer bisherigen Schule. Und im August sollten dann die Abbrucharbeiten beginnen. Das taten sie denn auch. Begonnen hat die Firma mit der Entkernung, der Schadstoffsanierung und Teilen des Abbruchs. Aber in der kurzen Zeit seit August ist das beauftragte Abbruchunternehmen schon in Verzug gekommen.

 

In der jüngsten Sitzung des Nagolder Gemeinderats bestätigte die Stadt, dass die Abbrucharbeiten schon vier Wochen hinter dem Zeitplan liegen. Man wolle den Druck auf die Firma „maximal halten“ hieß es im Rat. Gegenmaßnahmen seien eingeleitet. Dazu gehören eine verstärkte Präsenz der Bauleitung vor Ort, eine tägliche Dokumentation der geleisteten Arbeiten sowie auch die Einschaltung einer juristischen Betreuung.

Stromversorgung war „eine Herausforderung“

Ob das fruchten wird, ist derzeit unklar. Aber die Zeit drängt. Denn im Dezember soll der Abbruch laut Plan abgeschlossen sein. Und im Januar soll es mit dem neuen Rohbau weitergehen.

Anspruchsvoll war nach Informationen der Stadt auch der Umzug von Teilen der Zellerschüler in die acht Container-Klassenzimmer, die auf dem Parkplatz am Neuwiesenweg aufgestellt wurden. So sei etwa die Stromversorgung der Container anfangs „eine Herausforderung“ gewesen, wie es in einer Antwort der Stadt auf eine Anfrage der Redaktion hieß. Aktuell gebe es aber keine Schwierigkeiten mit den Containern, heißt es in der Antwort der Stadt weiter.

Es gibt durchaus auch positive Nachrichten

Dass die Großbaustelle für Behinderungen im Autoverkehr sorgen würde, stand zu erwarten. Und daran wird sich die nächsten zwei Jahre wohl auch wenig ändern. Es sei davon auszugehen, heißt es in der Antwort der Stadt, dass es in diesem Bereich „mindestens für die nächsten zwei Jahre mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen ist“. Auch weitere Änderungen in Sachen Verkehr könnten durchaus vorgenommen werden, so die Stadt abschließend.

Auch der ehemaligen Hausmeisterwohnung geht es an den Kragen. Foto: Thomas Fritsch

Doch nicht überall ist in Sachen Zellerschule Sand im Getriebe. Es gibt durchaus auch positive Nachrichten. Das Büro Drees und Sommer, mit dem die Stadt in dieser Sache kooperiert, konnte in der Sitzung des Gemeinderats mitteilen, dass die Ausschreibung für einen großen Teil des Großprojekts durchaus gut gelaufen ist.

Beim Rohbau deutlich unter Plan geblieben

In den ursprünglichen Planungen war man für den Rohbau der neu zu errichtenden Teile der Zellerschule von Kosten von 4,6 Millionen Euro ausgegangen. In der Sitzung des Gemeinderats wurden nun die Ergebnisse der Ausschreibung präsentiert. Der günstigste Bieter gab ein Gebot von 4,078 Millionen Euro ab – rund eine halbe Million weniger als geplant. Dieser Bieter, die Firma Brodbeck aus Metzingen, erhielt denn auch den Zuschlag. Deren Arbeit soll dann laut Plan im Januar 2025 beginnen.

Erwartungen, dass es auch bei anderen Teilen des Mega-Projekts so laufen könnte, dämpfte ein Vertreter von Drees und Sommer sogleich. In anderen Gewerken, etwa im Bereich Elektro, werde es sehr wahrscheinlich Vergaben geben, die deutlich über den Planzahlen liegen.

Keine seriöse Prognose möglich

Insgesamt weise das Projekt gegenüber dem Baubeschluss eine Preissteigerung von 2,2 Prozent auf. Eine Kosten-Prognose für die kommenden Monate sei aber nicht seriös zu ermitteln, hieß es in einer Rats-Vorlage von Drees und Sommer.

Dort wurden auch die nächsten Schritte des Mega-Projekts präsentiert: Im ersten Quartal 2025 folgt die Vergabe für die Gebäudehülle, im zweiten Quartal die Vergabe für die Haustechnikgewerke und in den Quartalen drei und vier die Vergaben der Ausbaugewerke.