Der Abbruch an der Zellerschule kommt voran, wenn auch nicht so schnell wie geplant. Der gesamte Zeitplan soll dadurch aber nicht beeinträchtigt werden. Foto: Aleksandar Mitrevski

Seit August 2024 laufen die Abbrucharbeiten an der Zellerschule. Zum Jahresbeginn hätte eigentlich schon mit dem Rohbau begonnen werden sollen. Doch mittlerweile ist die Baustelle zwei Monate in Verzug.

Für Uwe Reder vom Nagolder Bauamt ist klar: Auf der Baustelle an der Zellerschule könnte es deutlich besser laufen. Im Sommer 2024 gestartet – die Schülerinnen und Schüler verabschiedeten das alte Gebäude mit einer gebührenden Feier – hätten die Abbrucharbeiten Ende Dezember eigentlich abgeschlossen sein sollen. Doch das sind sie nicht.

 

Die Gründe seien vielfältiger Natur, erklärt er, wie etwa die Entsorgung zusätzlich entdeckter Schadstoffe. Wegen interner Komplikationen entspreche das Tempo der Abrissfirma zudem nicht den Erwartungen der Stadt, so Reder weiter. Er zeigt sich dennoch zuversichtlich. Mit der Firma sei man in ständigem Austausch.

Leider habe sich der Verzug des Vorhabens dadurch weiter erhöht: Rechnete die Stadt Ende des Jahres noch mit einem Verzug von vier Wochen, sei dieser mittlerweile auf zwei Monate angestiegen. Der Rohbau habe sich demnach weiterhin verzögert. Doch Reder ist überzeugt, dass dieser Zeitverlust wieder eingeholt werden kann. Es sei genügend Puffer in der Bauphase enthalten. „Den Einzug in den Neubau während der Sommerferien 2026 sehe ich nicht gefährdet.“

Kein Grund zur Sorge

Der Fund zusätzlicher Schadstoffe sei zwar ärgerlich, aber nicht ungewöhnlich in dieser Bauphase. Hauptsächlich handle es sich dabei um bestrichenes Bauholz, Sulfat in den Wänden oder das Bitumen der Teerplatten aus den Technikräumen.

Im Vorfeld lasse sich nicht schätzen, welche Massen dabei noch anfallen könnten, die Zusatzkosten könne er daher noch nicht beziffern. Den Eltern könne er aber versichern: Eine Gefahr für die Schülerinnen und Schüler habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. „Es klingt viel dramatischer, als es wirklich ist.“ Hier von Schadstoffen zu sprechen, erwecke den falschen Eindruck. „Es wurde niemand verseucht.“

So viel Flexibilität wie möglich

Stand jetzt soll das prestigeträchtige Mega-Projekt der Stadt Nagold knappe 35 Millionen Euro kosten. Neben der Sanierung des Westflügels soll die Schule zwei neue würfelförmige Gebäude erhalten, die durch eine Aula verbunden werden.

Die Schulleitung soll maximal in das Bauvorhaben miteinbezogen werden. Daher sitzt Rektor Ulrich Schubert den zweiwöchentlichen Baubesprechungen bei. Sein zentrales Anliegen: „Die Architektur muss so viel Flexibilität wie möglich bieten.“ Die Zahlen in den Kitas zeigten, dass in den kommenden Jahren mit dreizügigen Grundschulklassen gerechnet werden sollte, erklärt er. Dem komme das Konzept der Cluster zugute.

„Kurze Beine, kurze Wege“

Pro Geschoss sollen in den Würfeln zwei Jahrgänge untergebracht sein. Klasse 1 und 2, 3 und 4, und so weiter bis zur Klasse 10. In diesen Geschossen, den sogenannten Clustern, sei dann alles untergebracht: Von den Klassenzimmern, den Toiletten, Gemeinschaftsräumen – Schubert nennt diese Marktplätze – über der Garderobe bis hin zu Flexräumen, einer Art Ersatzklassenzimmer.

Durch diese Anordnung sei die Schule gut für den steigenden Bedarf gewappnet, könne auch dreizügige Klassen gewährleisten. Über die Konzentration des Angebots, „der kleinen Schule in der großen Schule“, seien auch kurze Wege garantiert. Der Rektor ist überzeugt, „Das wird eine richtig schöne Schule.“