An der Zukunft der Zellerschule wird kräftig gebaut. Foto: Thomas Fritsch

Die Prognosen sind gut, doch die Realität sieht anders aus. Die Anmeldezahlen für die Gemeinschaftsschule (GMS) der Zellerschule Nagold sind abermals deutlich abgesackt.

Zunächst die graue Theorie: Laut Prognosezahlen der Stadt Nagold sollten derzeit 37 Fünftklässler die GMS an der Zellerschule in Nagold besuchen. Und nun zur Praxis: Die GMS kommt aktuell nur auf 19 Fünftklässler.

 

Diese Zahlen hatten schon im vergangenen Jahr für Aufregung in der Lokalpolitik gesorgt. Wenngleich sie sich leicht erklären lassen: Dass die Prognosen nicht erfüllt werden, hängt offensichtlich mit der Baustellensituation zusammen.

Und die negative Tendenz hält an: Denn laut Schulbericht, der in diesen Tagen vorgelegt wurde, haben sich für das neue Schuljahr sogar nur 13 Schüler angemeldet. Dabei sieht die Prognose in den nächsten Jahren sogar deutlich über 40 Schüler vor.

Abwanderung nach Jettingen und Ebhausen

Die Zahl ist umso ernüchternder, da man sich intensiv bemüht hatte, den Trend zu stoppen. Unter anderem wurde ein Werbevideo erstellt, in dem die neue Zellerschule visualisiert wurde. Trotzdem konnte der Rückgang nicht gestoppt werden. Als Grund wird im Schulbericht die Bausituation angegeben: „Bereits in den vergangenen Jahren hatten wir eine hohe Abwanderungsquote an die benachbarten Gemeinschaftsschulen Jettingen und Ebhausen zu verzeichnen.“ Realistisch kommt die Schulabteilung der Stadt mittlerweile zu dem Schluss, dass die guten Prognosezahlen vermutlich erst wieder erreicht werden, wenn der Neubau „nahezu abgeschlossen“ sei.

Seit dem Jahr 2017 hat die Stadt Nagold mit der Zellerschule auch eine Gemeinschaftsschule als Schulart im Portfolio. Am Anfang zeigten die Zahlen aufwärts. Dem Schulbericht ist zu entnehmen: In den ersten zwei Jahren seien jeweils rund 50 Kinder als Fünftklässler gestartet – deutlich mehr als in der Werkrealschule in den Jahren zuvor, und auch mehr als in der Prognose berechnet.

In den vergangenen Jahren sanken die Zahlen aber, die Stadt spricht von rund 30 pro Jahrgang. Für das aktuelle Schuljahr meldeten sich dann nur noch 20 an, und für das kommende sind es gar nur 13 Kinder.

Nach der Bauphase folgt die Sanierung

Seit Sommer 2024 entsteht der Neubau der Zellerschule. Die Bauphase soll gut zwei Jahre dauern. Danach ist für etwa ein Jahr die Sanierung des noch bestehenden Gebäudetrakts vorgesehen. Laut Angaben der Stadt sollen die zwei neuen Schulgebäude mit allen 20 Klassen bereits im Schuljahr 2026/27 bezogen werden.

Zurück zur grauen Theorie: Im Schulbericht bleibt die Nagolder Schulverwaltung optimistisch und spricht von einer Prognose für die kommenden Jahre von 40 bis 50 Schülerinnen und Schülern in der fünften Klasse. Somit geht die Stadt auch von einer dauerhaften Zweizügigkeit aus: „Diese Zahlen sollten nach der Fertigstellung der Zellerschule wieder realistisch sein.“

Grundschule ist nicht betroffen

Der Grundschulbereich der Zellerschule, der aktuell in Containern unterrichtet wird, ist von dem Negativtrend nicht betroffen. Im Gegenteil: Hier liegt die aktuelle Anmeldezahl für dieses Schuljahr bei 57 und damit über der Prognose vom vergangenen Jahr (43).