Eine neue Gedenktafel beim Ehrenmal auf dem Atzenbacher Friedhof erinnert an die ermordeten Zwangsarbeiter vom Zeller Blauen.
Seit vielen Jahren recherchieren die Journalistin Birgit-Cathrin Duval und Heimatforscher Uli Merkle im Fall der ermordeten Zwangsarbeiter am Zeller Blauen. Ihre Recherchen haben beide in Zeitungsberichten verfasst, die auch in unserer Zeitung veröffentlicht wurden.
Bei der Durchsicht der Gerichtsakten und Recherche im Arolsen Archiv konnte Birgit-Cathrin Duval die Namen, Geburtsdaten und Geburtsorte der hingerichteten Zwangsarbeiter ermitteln. Zwei Arbeitern gelang die Flucht und Auswanderung nach Australien.
Die Toten sind mehrfach umgebettet worden
Duval und Merke versuchten die Identität der drei ermordeten Zwangsarbeiter, die auf dem Friedhof von Zell-Atzenbach bestattet wurden, zu klären. Dort bestand eine einfache Grabplatte mit der Inschrift: „Hier ruhen drei Unbekannte“. Diese wurde 1964 im Zuge der Erweiterung des Friedhofes errichtet. Damals wurden die Toten umgebettet und beim Ehrenmal bestattet.
Bei seinen Recherchen im Staatsarchiv Ludwigsburg konnte Uli Merkle ermitteln, dass die drei Getöteten mehrmals umgebettet wurden: Im Frühjahr 1945 wurden sie am Hirschkopf von den Werwölfen verscharrt. Im Herbst 1945 wurden die drei Leichen aufgefunden und in Einzelgräbern auf dem Atzenbacher Friedhof bestattet. 1949 erfolgte eine Exhumierung durch französische Militärregierung. Im selben Jahr wurden die Leichen wieder auf dem Atzenbacher Friedhof bestattet. Im Jahr 1964 erfolgte die Umbettung zum Ehrenmal.
Im Zeller Stadtarchiv gelang die Recherche nur durch erhebliches Drängen auf den vormaligen Bürgermeister, sagen Duval und Merkle. Erst dann gestattete man Uli Merkle den Zugang.
Weiter wurde in Akten aus der französischen Besatzungszeit recherchiert sowie Gräberlisten durchgesehen.
Birgit-Cathrin Duval nahm Kontakt zu französischen Behörden auf, doch auch hier konnte kein Hinweis auf die Identität der Toten gegeben werden.
Die Stadt Zell bringt neue Grabplatte an
Auch wenn die Identität der drei Toten bis heute ungeklärt ist, sind Duval und Merkle dankbar, dass nach jahrelangem Hinhalten nun die Stadt Zell eine neue Grabplatte angebracht hat. Sie trägt die Inschrift: „Zum Gedenken an die am 26. April 1945 am Zeller Blauen ermordeten ausländischen Zwangsarbeiter. Drei von ihnen ruhen an diesem Ort.“
Die neue Grabplatte erinnert nun mit dem Mahnmal am Hirschkopf in Elbenschwand und dem Gedenkstein im Wald bei Hägelberg an die schrecklichen Taten durch die sogenannten Werwölfe.