So schön bunt war es beim Fasnachts-Umzug in Zell am Sonntag. Foto: Verena Wehrle

Die Zeller freuen sich über ihre neue Bürgermeisterin: Das wurde beim großen und in diesem Jahr besonders farbenfrohen Umzug am Sonntag mehr als deutlich.

Noch viel bunter, wilder, lebendiger und gefühlt auch um einiges länger als sonst lief der große Zeller Fasnachtsumzug am Sonntag ab. Mit kreativen Ideen beim Wagenbau zum Motto „Mir lege de Hebel um“ und mit jeweils originellen Kostümen und extra einstudierten Choreographien begeisterten die Vogteien das große Publikum.

 

Gleich zwei Mal wurde Bürgermeisterin Marion Isele ins Wunderland verfrachtet – zum einen von der Talvogtei Grönland mit der Spielkartenarmee, die die Falschparker in die Schranken weist und damit Ordnung in die Parksituation von Zell bringt. Zum anderen musste Isele auch bei den Pfaffenbergern im Wunderland das ein oder andere Abenteuer bestehen.

Wagenbauer auf der Suche

Ein kunterbuntes Bild gab der Wanderzirkus der Mittelstädter ab. Doch so fröhlich der Wagen auch scheint, so einen ersten Hintergrund hat er: Die Vogtei muss ab April aus ihrem Wagenbauschopf raus. Der Wagen zeigt Vogt Christoph Greiner, der über einen großen Hebel versucht, ein Zirkuszelt aufzuschlagen und er kundschaftet Zell und Umgebung nach einem neuen Domizil aus.

Foto: Verena Wehrle

Ideen fürs Wildgehege

Das Thema Wildgehege kam gleich mehrmals vor – die Vogtei Obertal verwandelte es kurzerhand in einen Safaripark mit vielen Rehen und mit der „Bruni Sau“. Die Vogtei Schwyz verwandelte es zum Skigebiet mit Pistensäuen.

Die Schänzli-Vogtei Adelsberg stellte Peterchens Mondfahrt dar, da Marion Isele den bisherigen Bürgermeister Peter Palme bei der Wahl zum Mond schoss. Die Bergleute der Vogtei Sunneland bringen mit Isele das Silbererz von Todtnau nach Zell und füllen damit die leere Stadtkasse.

Die Narrenzunft Gresgen legten den Hebel für ihre eigene Fasnacht um und stellten die komplette Zeller Fasnacht dar, die künftig die Halle in der Gresger Buurefasnacht füllen soll – eine riesige Fußgruppe sorgte damit für einen Umzug im Umzug. Eine feiernde Partymeute kam aus Atzenbach, da die dortigen Narren ihr 66-jähriges Bestehen feiern – ihr Wagen stellte eine Geburtstagstorte dar.

Echte Isele auf dem Thron

Zum „Finale Furioso“ des Umzugs präsentierte sdie Vogtei Paradies Marion Isele als Kaiserin die I. von Zell. Da sie (noch) verehrt werde wie die sprichwörtliche Kaiserin von China, zeigte sie der Wagen auf einem Drachen, gefolgt von einer chinesischen Parade. Am Latschari-Platz setzte sich dann auch die echte Marion Isele auf den Trohn. Ein Seitenhieb: Ein kleiner Wagen zeigte Stadträtin Hannelore Vollmer, die als Schlange im Gifttopf rührt, in Anlehnung an die Worte, die sie am Tag der Neuwahl gegenüber Isele verlor.

Marion Isele als Kaiserin von China. Foto: Verena Wehrle

Auch die Fußgruppen ließen sich einiges einfallen. Das Rennteam aus Mambach fährt künftig 300 statt 30 im großem Formel 1-Rennen, da sie in Mambach auf der Bundesstraße keine 30er-Zone bekommen. Die Vogtei Innegmei machte ihren Kampf um ihren Wagenbauschopf mit der Stadt zum Thema. Die Harmlose verteilten als Vampire edles Hürusblut. Die Bergvogtei Riedichen hatte mit einem Weltraumbahnhof die Lösung für den Bahnhofsvorplatz. Die Homberger feierten Après Ski, die aus dem Schatteloch kamen als Steampunks.

Wilde Steinbühlhüpfer aus Wembach. Foto: Verena Wehrle

Mit rund 2500 Teilnehmern gab es noch viel mehr zu sehen. Zum ersten Mal dabei war etwa die Nuggi Clique aus Sissach. Eine richtig große Musik-Truppe waren die Hotze-Hüüler aus Rickenbach. Und klar, waren auch die Schlösslisymphoniker Inzlingen mit dabei, ist ihr Musikchef Gaetano Lucchese doch ein Zeller. Die Schönebuche-Lotzis zeigten wie immer ihre Pyramide. So manch Zuschauer wurde mit einer Seifenhaube der Wöschwiiber versehen und bei den Grönländern musste auch der Hürus „Axel vo edlem Bluet“ Seil springen. Erst nach zweieinhalb Stunden war der Umztug am Latschari-Platz vorbei gezogen. Noch lange wurde gefeiert.