Die Landwirte des Landschaftspflegevereins Zeller Bergland müssen sich in ihrem Alltag auch mit grassierenden Tierkrankheiten befassen. Herausfordernder wird aber auch die Wasserversorgung auf Weiden und die Offenhaltung der Landschaft.
Der Wolf und die Wasserversorgung waren zentrale Themen bei der Weidebegehung des Landschaftspflegevereins Zeller Bergland. Dies berichtete Vorsitzender Ernst Schlageter bei der Hauptversammlung im Gemeindehaus Adelsberg. Insgesamt sei die Weidesaison 2024 positiv verlaufen, wie der Verein im Nachgang mitteilt. Insgesamt 162 Rinder, 84 Mutterkühe mit Kälbern und 27 Ziegen wurden auf die Gemeinschaftsweiden aufgetrieben.
Rückblick: Der Vorsitzende zeigte sich erfreut, dass ein Zuschussantrag zur Wasserversorgung, beim Bürgerverein eingereicht, genehmigt worden war und 800 Euro einbrachte. Zudem wurde ein Antrag beim Biosphärengebiet für einen Viehanhänger für Pfaffenberg bewilligt.
Die Finanzlage des Vereins hatte sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt, wie Kassierer Klaus Wetzel berichtete. Bürgermeister Peter Palme entlastete den Gesamtvorstand und dankte für die geleistete Arbeit.
Krankheiten: Amtstierarzt Jürgen Werner berichtete über die Blauzungenkrankheit in Deutschland. Aktuell seien die Typen 3, 4 und 8 aktiv. Die Krankheit kann zu Tot- und Frühgeburten führen, weshalb das Friedrich-Löffler-Institut dringend zur Impfung der Tiere rät. Leider gebe es derzeit keinen Impfstoff, was die Situation zusätzlich erschwere. In den Niederlanden sind bereits 60 000 Tiere an der Blauzungenkrankheit gestorben, während sie in Deutschland in abgeschwächter Form auftritt.
Dennoch gab es auch hierzulande bereits Verluste, darunter Kälber, die schon bei der Geburt an der Krankheit litten und verendeten. Werner informierte auch über einen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche bei einem Wasserbüffel in Deutschland. Bisher seien keine weiteren Infektionen bekannt.
Mit Ohrstanzproben virale Durchfallerkrankung bekämpfen
Positiv zu vermerken ist laut dem Amtstierarzt, dass Deutschland als frei vom Bovinen Herpesvirus (BHV) gilt. Werner wies die Landwirte darauf hin, die Kälber-Ohrstanzprobe zeitnah nach der Geburt einzusenden. Mit Hilfe dieser Proben soll die Bovine Virus Diarrhoe (BVD) bekämpft werden. Sie ist weit verbreitet und wird in Deutschland als die verlustreichste Infektionskrankheit beim Rind angesehen.
Symptome sind Durchfall, Fieber und Infektanfälligkeit des Tieres. Sollte eine Probe nicht korrekt entnommen worden sein, ist eine zweite erforderlich, erklärt der Amtstierarzt bei der Hauptversammlung. Um den Tieren eine erneute Beprobung zu ersparen, bot Werner an, bei Bedarf vorbeizukommen und die Beprobung über das Blut vorzunehmen.
Weideberatung: Maverick Hencke von der Weideberatung berichtete über die Unterstützung in Bezug auf die Tränkwasserversorgung und betonte die Bedeutung der ordnungsgemäßen Düngeausbringung. Hencke wies darauf hin, dass landwirtschaftliche Betriebe, die weniger als 15 Hektar bewirtschaften, durch die gültige Allgemeinverfügung abgesichert sind. Allerdings gelte diese Regelung nicht für die Ausbringungstechnik über einen Hochdruckseitenverteiler.
Lupinen: Martin Wetzel äußerte seine Besorgnis über die zunehmende Verbreitung der Lupinen, die in den Weiden zunehmend mehr Überhand nähmen.
Hencke erklärte, dass ein Zuschussantrag für das Ausstechen der Lupinen beim Landratsamt gestellt werden kann. Er empfahl zudem, die Pflanzen bereits vor der Blüte zu mähen oder zu mulchen.
Wahlen: Im Amt bestätigt wurden Vorsitzender Ernst Schlageter, Rechner Klaus Wetzel und Kassenprüferin Rätzer.