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Zell a.H. Loyalität der Mitarbeiter ist Garant

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Karl F. Lehmann ist der langjährige Geschäftsführer der Prototyp-Werke in Zell am Harmersbach. Foto: Unternehmen

Zell a.H. - Die Prototyp-Werke in Zell am Harmersbach feiern am Samstag, 29. Juni, ihr 100-jähriges Firmenjubiläum. Geschäftsführer Karl F. Lehmann blickt auf die Entwicklung des Industrieunternehmens zurück.

Herr Lehmann, wo steht Prototyp heute im 100. Jahr seines Bestehens?

Prototyp ist ein Produktionsstandort. Wir fertigen Gewinde- und Fräswerkzeuge aus Vollhartmetall und Hochleistungsschnellstahl. Unsere Industriekunden kommen aus der Automobilindustrie, dem Maschinen-, Formen- und Flugzeugbau. Oftmals müssen komplexe Materialien hochpräzise zerspant werden. Wir haben die Lösungen dafür.

Das heißt, dass in Zell nicht nur produziert, sondern auch geforscht und entwickelt wird?

23 Mitarbeiter der Walter AG unter der Leitung von Sebastian Stein entwickeln in der Abteilung R&D Round Tools für das Bohren, Gewinden und Fräsen. Im Schulterschluss mit unserer Produktion werden regelmäßig Neuerungen entwickelt. Deutlich wird die hohe Spezialisierung von Prototyp beim Blick auf die Produktionszahlen: Ein Drittel entfallen auf Sonderwerkzeuge, zwei Drittel auf Katalogware.

Sie sprechen von Prototyp und Walter. Wie sind die Zusammenhänge im Firmenverbund?

Die Prototyp-Werke sind heute Teil der Walter-Gruppe mit Sitz in Tübingen, der insgesamt 3500 Mitarbeiter angehören. Die Zusammenführung der Marken Walter, Prototyp und Titex wurde im Jahr 2007 vollzogen. Das Hauptquartier mit Marketing und weiteren zentralen Funktionen befindet sich ebenfalls in Tübingen, der Vertrieb für Deutschland wurde nach Frankfurt verlagert und die gemeinsame Produktentwicklung für Round Tools in Zell eingerichtet. Die Walter-Gruppe ist wiederum Teil des schwedischen Sandvik-Konzerns, zu dem die Prototyp-Werke seit 1993 gehören.

Sie haben Prototyp noch als inhabergeführtes Unternehmen kennengelernt.

Als ich im Jahr 1979 als Maschinenbau-Ingenieur zu Prototyp kam, leitete Dietmar Lauermann als Geschäftsführer und Mitinhaber das Unternehmen. 1986 erfolgte der Verkauf an den schwedischen SKF-Konzern. Bereits 1993 kaufte Sandvik das Werkzeuggeschäft von SKF. In Person waren es die Geschäftsführer Klaus Scholl (SKF) und Mats Christenson (Sandvik), die die Entwicklung der Prototyp-Werke mitgeprägt haben.

Wie haben sich die Werke weiterentwickelt?

Rückblickend kann man sagen, dass es eine Zeit mit Höhen und Tiefen war, mit großen Veränderungen und mit einem immensen technologischen Wandel. Ein großer Einschnitt war die Wirtschaftskrise der Jahre 1991/1992, bei der die Mitarbeiterzahl von 580 auf 360 Personen sank. Die Wirtschaftskrise 2008/2009 konnte mit durchdachten Arbeitszeitmodellen und mit bis zu 60 Prozent Kurzarbeit besser bewältig werden. Dank der Weitsicht im Konzern hat Prototyp seine Mitarbeiter behalten und konnte am extremen Wirtschaftsaufschwung ab dem Jahr 2010 teilhaben. Für mich waren die Krisenjahre Anfang der 90er-Jahre als Werksleiter besonders schwierig, da ich nicht nur das Unternehmen im Blick hatte, sondern die Mitarbeiter persönlich gekannt habe.

Wie gelingt es Prototyp, mit seinen Werkzeugen am Weltmarkt erfolgreich zu sein?

Garanten waren und sind die Loyalität der Mitarbeiter zum Unternehmen und das fachliche Können. Die meisten "Prototypler" wurden in der eigenen Lehrwerkstatt ausgebildet und kennen das Geschäft von der Pike auf. Aktuell beschäftigen wir 30 Auszubildende und einen BA-Studenten. Unsere jahrelange Erfahrung ist die Basis für die Engineering-Kompetenz, die die Prototyp-Werkzeuge so erfolgreich machen. Im Verbund mit dem Konzern ist es gelungen, sich weltweit neue Märkte zu erschließen.

Was sind die neuesten Innovationen?

Regelmäßig investieren die Prototyp-Werke in modernste CNC-Technologie. Im Jahr 2016 haben wir beispielsweise die größte Einzelinvestition mit einem Volumen von mehr als vier Millionen Euro in Maschinen und Anlagen getätigt. Damit produzieren wir Wechselkopf-Fräser, die nach kurzer Zeit einen Anteil von 30 Prozent unserer Hartmetall-Produktion ausmachen. Diese innovative Technik schont die Ressourcen.

Wie sehen Sie die Prototyp-Werke in der Zukunft?

Wir wirtschaften gut und erzielen gute Ergebnisse. Unsere Produktion ist hochmodern und es wird uns auch in Zukunft gelingen, die technologische Entwicklung mitzugestalten. Prototyp bleibt auch in Zukunft einer der größten Arbeitgeber in der Region. Wir freuen uns darauf am Samstag, 29. Juni, gemeinsam mit Mitarbeitern und ihren Angehörigen, mit vielen Ehrengästen sowie der ganzen Bevölkerung das 100-jährige Jubiläum mit einem "Tag der offenen Tür" feiern zu können. Für mich persönlich wird diese Feier sowohl ein emotionaler Höhepunkt als auch Abschied von meiner langjährigen Wirkungsstätte. Ende August gebe ich den Staffelstab an meinen Nachfolger.  

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