Das Römerfest in Hüfingen begeisterte alle Generationen. Zwei Tage lang bot das Fest Erlebnis, Spannung und Wissen.
Eine Zeitreise durch die Jahrhunderte erlebte das Publikum, welches sich einen Ausflug auf die Festwiese beim Römerbad gönnte. Dort fand während zweier Tage das traditionelle Römerfest statt, das hunderten von Gästen Geschichte zum Anfassen bot.
Hautnah erlebten diese Jahrhunderte der Historie, wie sie sich einst oder so ähnlich auch im damaligen Brigobannis und heutigen Hüfingen wohl ereignet haben mochten. Im Fokus aller Aktionen, Präsentationen und des Lagergeschehens stand stets das Erlebnis, welches am vergangenen Wochenende die Historie im Westen von Hüfingen besonders erblühen ließ.
Von den römischen Legionen aus dem schweizerischen Windisch über die während dem Bauernkrieg im Brigachtal engagierten d’Buure 1524/25 bis hin zum Fähnlein Rottweil der Lainzer Landsknechte aus Sigmaringen, waren so viele historische Gruppen wie selten zuvor im Lager an der Breg zu Gast.
Auch die historische Bürgerwehr Hüfingen, auf deren Initiative das Römerfest einst entstanden war, ließ es sich nicht nehmen, am Lagerleben aktiv teilzuhaben. Der dreifache Salut aus der vereinseigenen Kanone eröffnete das historische Spektakel während einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Patrick Haas.
Die Bürgerwehr war es auch, die gemeinsam mit den Landsknechten am fortgeschrittenen Abend auf der Aktionswiese jenseits der Breg die Position einnahm, um mit einem Böllersalut an die Sinnlosigkeit der unzähligen Kriege der vergangenen Jahrtausende zu erinnerten.
Besucher sind mittendrin
Im Zentrum des Geschehens war eine Arena aufgebaut, in der sich allerlei Spektakel von einer Modenschau bis zu einem Kampf der Gladiatoren ereignete. Besonders engagiert gingen kurzfristig ausgesuchte Kinder aus dem Festpublikum zu Werke, die sich im Kampf mit römischen Legionären auseinandersetzen. Jede der anwesenden Gruppen präsentierte ihr Lagerleben, das Handwerk aus ihrer Zeit oder lud zu Mitmachaktionen ein.
Außerdem wurde für Kinder ein zusätzliches Programm angeboten, sodass alle Generationen auf ihre Kosten kamen. Marktstände boten selbst gemachten Schmuck und andere manuell gefertigten Erzeugnisse feil; andere Gruppen wiederum luden ein am Mahl teilzunehmen, das sie über Kupferkesseln und ähnlichem zubereitet hatten. Immer wieder marschierten die einzelnen Gruppen über das Gelände, um den Gästen näherzubringen wie ihre Vorgänger einst lebten.
Einige Gäste waren von befreundeten historischen Gruppen gekommen, die selbst nicht am Römerfest teilnahmen. So auch Landsknecht-Hauptmann Roland Brüderle vom mittelalterlichen freien Söldnerhaufen der Hans-Müller-Gruppe aus Grafenhausen. „Selbst wenn wir in diesem Jahr aus Termingründen nicht teilnahmen, lasse ich mir ein solches Ereignis selbstverständlich nicht entgehen“, lobte Brüderle die Organisation und Durchführung. In seiner eigenen Tracht erkannte er starke Einflüsse der italienischen Mode, die bereits um 1550 schnelllebig war.
Doch damit nicht genug: Musikalisch bereicherte Hagen Pätzold mit antiken Blechblasinstrumenten das Lagerleben, Kelten-Gruppen erklärten die Funktionen ihrer Waffen. Eine Mischung aus Show, Aktion und Wissensvermittlung stellte auch die Weihe-Zeremonie der römischen Legion dar, die kunstvolle Jonglage oder eine Feuershow.
Auch die Stadtverwaltung ließ sich die Chance nicht entgehen und bot an beiden Tagen mehrfach Führungen durch die weit über die Stadt hinaus bekannte römische Badruine an, die als ein außergewöhnliches Zeugnis römischer Badekultur gilt. Wie schon in den Vorjahren übernahm die Stadtmusik Hüfingen die Bewirtung des Römerfestes.
Die Badruine
Das Römerbad in Hüfingen
ist eines der ältesten römischen Kastellbäder seiner Art nördlich der Alpen. Die Ausgrabung erfolgte um 1820 auf Initiative des damaligen Fürsten Karl Egon, der über die stark gefährdete Ruine einen, den Baaremer Scheunen ähnlichen, Schutzbau errichten ließ, der wie das gesamte Ensemble heute unter Denkmalschutz steht. Das Römerbad ist in der Zeit von Mai bis Oktober jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen oder eine Einladung zu Kindergeburtstagen in der Badruine sind nach Terminabsprache mit der Verwaltung möglich.