Das zählt schon fast als kleines Dorf: In Rottweil ist jetzt der Weg frei für ein neues Baugebiet in der Nähe der neuen JVA. Es soll Platz für geschätzt 500 Bewohner bieten.
Der Hügel am nördlichen Stadteingang ist von weitem zu sehen. Noch ist die „Rückseite“ des Hegnebergs frei – doch dort sollen jetzt 250 neue Wohneinheiten in Geschossbauweise entstehen.
Der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss machte dafür am Mittwoch mit einstimmigem Votum den Weg frei, der Gemeinderat muss nächste Woche noch den Haken dranmachen. Der Bebauungsplan ist nach der Offenlage damit in trockenen Tüchern, das Verfahren beendet – und Rottweil erhält ein ganz neues Viertel.
Geplant ist ein Wohngebiet in Geschosswohnungsbauweisen, ergänzt durch öffentliche Grünflächen. Das Herzstück des Wohngebiets bilden fünf Gebäudegruppen, von denen vier über einen gemeinsamen Innenhof verfügen.
Ein zentraler Park
Der nördliche Rand soll von vier „Gebäudepaaren“ abgeschlossen werden. Erschlossen wird das Ganze über die Fortführung der bestehende Elzacher Straße mit Anschluss an die Überlinger Straße im Westen. Von dieser Haupterschließung gehen laut Planung weitere neue Straßen ab. Ein zentraler Park soll das bestehende Viertel mit dem neuen Teil des Hegnebergs verbinden. Dort, so Sandra Graf, Leiterin der Abteilung Stadtplanung, ist auch ein Spielplatz vorgesehen. Gesucht werde noch nach einem Standort für die Heizzentrale.
Bei der Offenlage des Bebauungsplans im Sommer hätte 18 Behörden und Träger öffentlicher Belange Anregungen vorgebracht – diese hätten hauptsächlich Baumpflanzungen und Einfriedungen betroffen. Von Anwohnern seien in diesem Zug keine Einwände gekommen.
Fragen zum Parken
Allerhand Fragen habe es aber bei einer Infoveranstaltung gegeben, die die Stadt für die Anwohner angeboten hatte. Rund 20 Personen seien gekommen, so Graf. Sorge gebe es vor allem bezüglich des Parkens. Ein Quartiersgarage sei von der Stadt nicht in Planung, der Parkdruck werde sich angesichts der geplanten Tiefgaragen in den Gebäuden und Stellflächen auf den Straßen nicht im alten Quartier auswirken, versicherte Graf.
Gibt es Investoren?
Soviel zum Plan – doch gibt es denn schon Investoren für die Bebauung? Auf diese Nachfrage von Elke Reichenbach (SPD+FFR) erklärte Fachbereichsleiter Rudolf Mager, man sei natürlich mit Investoren im Austausch. Klar sei aber auch, dass das Gebiet zwar im Gesamten erschlossen werde, aber nicht auf einen Schwung an den Markt komme. Es werde sich vielmehr in den nächsten Jahren peu à peu entwickeln. Dabei sei auch Flexibilität gefragt, so könne es zum Beispiel sein, dass man Baufelder noch teilen müsse – je nach Bedarf.
Oberbürgermeister Christian Ruf freut sich jedenfalls, dass der Startschuss für das neue Quartier nun gefallen ist und dessen Entwicklung „Hand in Hand“ mit der Fertigstellung der JVA 2027 über die Bühne gehe, wie er betonte.
Die neue Justizvollzugsanstalt liegt nur unweit entfernt und soll Arbeitsplätze – und damit auch Wohnbedarf – in die Stadt bringen. Sie bietet übrigens mit 502 Haftplätzen genau so vielen Menschen Platz wie das neue Baugebiet. Die Größe der „Wohneineinheiten“ unterscheidet sich dann aber doch gravierend.