Die Gemeinde Loßburg hat beschlossen, ihre Straßenlaternen abends früher ab- und morgens später anzuschalten. Was das bringen soll und wann es in Loßburg nun dunkel wird.
Seit der Wintersonnenwende im Dezember werden die Tage in Deutschland wieder länger – nur nicht in der Gemeinde Loßburg, könnte man meinen. Dort werden die Tage ab Mitte Februar gefühlt wieder kürzer, wenn es heißt: Licht aus!
Denn dann sollen die Straßenlaternen unter der Woche nur noch von 5 bis 23 Uhr und am Wochenende von 7 bis 23 Uhr eingeschaltet werden. Bisher leuchteten die Laternen unter der Woche von 5 bis 1 Uhr und am Wochenende von 6 bis 1 Uhr.
Ziel sei es, die Straßenbeleuchtungszeiten in Loßburg und seinen Ortsteilen zu vereinheitlichen und im Zuge der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen Energie und Geld einzusparen. Wie Bauamtsleiter Jochen Geßler beim Wühlen durch das Archiv jedoch feststellen konnte, beschäftigt das Thema die Gemeinde schon länger.
Straßenbeleuchtung ist seit 1972 Thema
Bereits im Jahr 1972 nahm sich der Gemeinderat dem Thema an. Dieser beschloss damals, die Straßenbeleuchtung nachts abzuschalten – ging jedoch nicht konkret auf die Zeiten ein. Im Januar 1974 wurde aufgrund der Energiekrise darüber beraten, die Straßenbeleuchtung bereits um 22 Uhr abzuschalten. Letztendlich entschied sich der Gemeinderat dagegen und beließ die Zeiten bei 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts.
Doch schon im März kam das Thema erneut auf. Damals stand die Idee im Raum, in der Nacht nur noch jede zweite Laterne einzuschalten – auch diese Idee lehnte der Gemeinderat ab, da sich die Umschaltkosten auf satte 30 000 Deutsche Mark beziffert hätten.
Unterschiedliche Zeiten in den verschiedenen Ortsteilen
Im Jahr 1979 wurden die Einschaltzeiten dann tatsächlich geändert – wenn auch nicht auf Wunsch des Gemeinderates. Die Regierung habe damals einen Beschluss erlassen, nach dem alle Straßenbeleuchtungen spätestens um 1 Uhr nachts ab- und frühestens um 4.30 Uhr wieder angeschaltet werden dürfen.
Der Ortschaftsrat Wittendorf beschloss daher, die Straßenbeleuchtung bereits um 0.30 Uhr abzuschalten. In Schömberg wurden die Laternen indessen erst um 5.30 an- und bereits um 24 Uhr wieder abgeschaltet.
Energiesparverordnung des Wirtschaftsministeriums
Im März 2003 wurde bei einer Klausurtagung des Gemeinderates erstmals angeregt, die Zeiten in den diversen Ortsteilen zu vereinheitlichen – geändert wurden die Zeiten vorerst jedoch nicht. Erst im Juli 2005 wurden für die Gesamtgemeinde einheitliche Zeiten beschlossen, von 5 bis 0.15 Uhr. Diese wurden im März 2016 noch einmal geändert. Nun leuchteten die Laternen unter der Woche von 5 bis 1 Uhr und am Wochenende von 6 bis 1 Uhr.
Wegen einer Energiesparverordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz wurden die Beleuchtungszeiten im Oktober 2022 verkürzt und die Laternen abends bereits um 22.30 Uhr abgeschaltet. Seit der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit in 2024 gelten wieder die ursprünglichen Zeiten – bis jetzt.
Verwaltung rechnet mit Einsparungen über 7000 Euro
Einstimmig entschied sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für die neuen, verkürzten Zeiten. Ab Mitte Februar sollen die Straßenlaternen dann lediglich bis 23 Uhr abends leuchten, statt wie bisher bis 1 Uhr.
„Ja, es tut weh“, gesteht Bürgermeister Christoph Enderle. Ihm sei bewusst, wie emotional das Thema ist und dass mit Sicherheit noch die eine oder andere Reaktion zur Entscheidung auf ihn zukommen werde. Allerdings müsse man seine Komfortzone auch einmal verlassen. „Dann ist halt um 23 Uhr das Licht aus“, so Enderle.
Die Verwaltung rechne durch die verkürzten Beleuchtungszeiten mit Einsparungen in Höhe von circa 30 000 Kilowattstunden, was nach den aktuellen Strompreisen rund 7000 Euro entspreche. Die Kosten für die Umprogrammierung seien hierbei bereits miteingerechnet.