Sollte die Stadt Lahr zum Anlaufpunkt für Wellenreiter werden? Der Autor hat dazu eine klare Meinung.
„Ein Hotspot für Wassersportliebhaber“, bekommt zur Antwort, wer Chat-GPT zum Lahrer Surfpark befragt. Dass sich das Projekt noch in der frühen Planungsphase befindet, scheint die künstliche Intelligenz nicht bemerkt zu haben – und nicht weiter zu stören. Vielmehr schwärmt sie in der Folge munter, was die Einrichtung neben einer Wellenmaschine noch so alles zu bieten hat – von Beachvolleyballplätzen bis zur Gastronomie.
In der Realität sind wir in Lahr freilich noch (see-)meilenweit vom ersten Ritt auf dem Brett entfernt. Aber: Ein Anfang ist – endlich – gemacht. Mit einiger Anlaufzeit hat die Verwaltung einen potenziellen Standort auserkoren. Wie wir diese Woche exklusiv berichtet haben, könnte der Surfpark auf dem Flugplatzgelände Platz finden. Ein gute Wahl, weil ein guter Kompromiss.
Freie Fläche wartet auf eine neue Nutzung
Auf dem Areal rund um die Landebahn liegt mehr Fläche brach, als das seit Jahren herbeigesehnte Gewerbe jemals besiedeln können wird. Noch dazu ist der Großteil – im Gegensatz zur Alternative Seepark – bereits versiegelt, sodass Entwickler und Investoren (die es bald zu präsentieren gilt) ausreichend Raum haben, um in Lahr einen sprichwörtlichen Leuchtturm mit ebensolcher Strahlkraft zu schaffen. Keinen geringeren Anspruch sollten die Verantwortlichen haben – aus gutem Grund.
„Brauchen wir denn einen Surfpark in Lahr?“ Diese Frage hört und liest man seit Bekanntwerden der Pläne allenthalben. Auch wenn der Großteil von uns nie selbst die Kunstwelle reiten wird, muss die Antwort „Ja!“ lauten. Zumindest wenn wir uns als Teil einer Stadtgesellschaft sehen. Es wäre arrogant und töricht, wiese Lahr Menschen mit Mut und Geld aus Angst vor dem Unbekannten ab.
Die Landesgartenschau 2018 hat der Stadt ein tolles Gelände hinterlassen. Wenn wir ehrlich sind, ist seitdem nicht allzu viel Großartiges mehr passiert. Zeit für etwas Neues, geben wir ihm eine Chance! Und hoffen wir, dass sich der Surfpark Lahr tatsächlich zu einem „beliebten Freizeitziel im südwestdeutschen Raum“ entwickelt, wie es Chat-GPT schon heute zu wissen glaubt.