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Zeichen gegen Gewalt Blumen nach rechten Slogans bei Sulzer Moschee

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Buarak Sahin (links mit seinem Sohn) hat nach dem Sonntagsgottesdienst in der katholischen Kirche Blumen an die Besucher verteilt. Er will damit ein Zeichen für ein friedliches Miteinander setzen. Foto: Steinmetz

Für die Besucher des katholischen Sonntagsgottesdiensten in Sulz gab es eine kleine Überraschung: Burak Sahin überreichte nach der Messe jedem Kirchgänger eine Nelke.

Sulz - Der 29-jährige Vöhringer hatte nach dem Freitagsgebet in der Moschee ausländerfeindliche Aufkleber und eine Mohammed-Karikatur an einem Laternenpfahl vor dem Moscheeeingang in der Bahnhofstraße entdeckt. Das hat ihn traurig gestimmt, wie er unserer Zeitung mitteilte. Bisher habe es solche Anfeindungen gegen die muslimische Gemeinde in Sulz nicht gegeben.

Polizei ermittelt

Der Sulzer Polizeiposten nahm nach einer Anzeige Ermittlungen auf und schaltete die Kriminalpolizei Rottweil ein. Burak Sahin hat sich währenddessen zu einer spontanen Aktion entschlossen: Er ruft zur Solidarität der verschiedenen Religionsgemeinschaften auf.

"Christen und Muslime gehören zusammen. Wir brauchen die Gemeinsamkeit", erklärte er vor der katholischen Kirche St. Johann. Er sei, wie schon sein Vater, hier aufgewachsen, habe nur deutsche Kollegen, mit denen er auch gemeinsam unterwegs sei.

Zusammen mit der Blume verteilte er ein Blatt, das ein Bild mit Händen unterschiedlicher Hautfarbe zeigt. Zu seiner Blumen-Aktion schreibt er: "In Zeiten von Abgrenzung und Hass wollen wir mit diesen Blumen unsere Wertschätzung gegenüber den christlichen Gemeinden symbolisieren." Das solle ein Zeichen setzten, "dass wir uns auch von der Gewalt distanzieren und viele gemeinsame Werte wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit mit Ihnen teilen. Wir sind Teil des gleichen Landes, der gleichen Gesellschaft und sitzen somit zusammen im gleichen Boot".

Aktion kommt gut an

Bei den Gottesdienstbesuchern ist die Aktion sehr gut angekommen. Alle freuten sich über die freundliche Geste. Gerne hätte Burak Sahin auch Pfarrer Georg Lokay eine Blume überreicht, doch dieser hielt in einer anderen Gemeinde am gestrigen Sonntag einen Gottesdienst.

Sahin hofft, dass diese Aktion der Auftakt für weitere kooperative Projekte ist, beispielsweise für hilfsbedürftige Menschen. Er möchte er sich dafür einsetzen, dass sich die Sulzer Moschee wieder mehr öffnet und andere muslimische Gemeinden ansprechen, ebenfalls aktiv zu werden.

Einige Nelken blieben übrig. Diese wollte Burak Sahin am Sonntag noch an die evangelischen Christen in Vöhringen nach dem Gottesdienst verteilen. Dass seine Aktion in St. Johann so gut angekommen ist, hat ihn, wie er sagte, "glücklich" gemacht.

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