Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor Herausforderungen – auch in Pfalzgrafenweiler. Dort hat sich der Anteil von Laubholz in den vergangenen Jahren bereits von selbst um sechs auf 20 Prozent erhöht. Daran wollen die Verantwortlichen anknüpfen.
Zu einem Waldbegang mit Betrachtung von vier Waldbildern war der Gemeinderat Pfalzgrafenweiler eingeladen.
Vorab stellte Forsteinrichter Simeon Wiegert vom Regierungspräsidium Freiburg dem Gremium mit der „Forsteinrichtung 2025 bis 2034“ die Planungen für die Waldwirtschaft in den kommenden zehn Jahren vor.
Nachdem bereits der vorherige Gemeinderat im April die Waldziele beschlossen hatte, wurde seitens des Forsts zusammen mit Revierleiter Stefan Krämer alles auf der rund 370 Hektar umfassenden forstlichen Betriebsfläche dokumentiert und es wurden die Baumarten erfasst.
Noch 80 Prozent Nadelholz
Wiegert benannte in seiner Vorstellung der Forsteinrichtung die Zielsetzung samt Planungen für den Forstbetrieb im genannten Zeitraum, ausgehend von der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Walds.
Im kommenden Jahrzehnt sollen 28 000 Festmeter Holz genutzt werden, auf 18 Hektar junge Bestände entstehen, auf mehr als vier Hektar junge Bäume gepflanzt und mehr als 1300 Bäume geastet werden. Dabei soll aufgrund der klimatischen Veränderungen, die den Forst vor große Herausforderungen stellen, der Anteil an Laubhölzern erhöht werden.
Hin zu Eiche und Douglasie
Aktuell beinhaltet das bunte Portfolio an Baumarten 80 Prozent Nadel- und 20 Prozent Laubholz. Dabei hat sich der Laubholzanteil durch Naturholzverjüngung bereits in den vergangenen zehn Jahren um etwa sechs Prozent erhöht.
Der Forst diskutiere aktuell über klimaresiliente Baumarten, die auch in 100 Jahren noch Bestand haben, so Wiegert. Im Rahmen der Verjüngungsmaßnahmen könnten 70 bis 80 Prozent Eichen und Douglasien angepflanzt werden.
Überschuss erwirtschaftet
Betrachtet wurde das betriebswirtschaftliche Ergebnis der letzten Forsteinrichtung, bei dem in den Jahren 2015 bis 2024 ein positives Ergebnis mit einem Überschuss von etwa 17 000 Euro im Weiler Wald erwirtschaftet worden war.
Für den Waldbegang hatten Wiegert und Krämer vier Standorte ausgewählt, an denen der Forst dem Gemeinderat die dort vorherrschende Situation und die geplanten Maßnahmen erläuterte, etwa die Wertästung von Tannen und Kiefern oder den Waldumbau innerhalb eines labilen Fichtenbestands durch Förderung von Mischbaumarten.
Abschließend stimmte der Gemeinderat an der Schwendehütte der vorgelegten Forsteinrichtungserneuerung für die Jahre 2025 bis 2034 geschlossen zu.