Minister Thomas Strobl (links) und Landrat Sven Hinterseh drücken angedeutet den Jubiläums Kuchen-Buzzer. Foto: Elena Baur

Der Breitbandausbau ist seit zehn Jahren das große Thema im Schwarzwald-Baar-Kreis. Der dazugehörige Zweckverband feierte nun sein Jubiläum gemeinsam mit Minister Thomas Strobl. Und so gut sieht die Prognose und Zwischenbilanz aus.

Darüber waren sich alle einig: Der Fortschritt des Breitband- beziehungsweise Glasfasernetzes ist in den vergangenen zehn Jahren im Schwarzwald-Baar-Kreis ansehnlich gewachsen.

 

Und dies sei nur möglich gewesen, weil Bund, Land und die Kommunen an einem Strang, dem Glasfaserstrang, zogen. Von einst 1,4 Prozent der Bevölkerung, die ein Gigabit empfangen konnten, sind es nun 80 Prozent der Haushalte, wie Thomas Strobl, Minister für Inneres, Digitalisierung und Kommunen vom Land Baden-Württemberg berichtet.

Mit der Studie „Datenautobahn Schwarzwald-Baar“ gab es 2014 den Startschuss für den Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar. Die Mitglieder des Zweckverbandes sind die 20 Kommunen des Schwarzwald-Baar-Kreises und der Landkreis selbst. Ziel ist es, das Breitband in die Fläche zu bringen und das auch ohne private Telekommunikationsunternehmen.

Über 170 Millionen Fördermittel

„Es ist toll, wenn man sich gehört fühlt“, so Landrat Sven Hinterseh in seiner Begrüßungsrede am Freitagmorgen im Landratsamt mit Blick auf die über 170 Millionen Euro bewilligten Fördermittel von Bund und Land.

Bürgermeister verschiedener Kommunen, Vorsitzender des Zweckverbandes Jochen Cabanis (zweiter von rechts) und Minister Thomas Strobl (fünfter von links) ziehen am selben Glasfaserstrang. Foto: Elena Baur

Strobl ist seit dem ersten Meilenstein dabei

Seit sieben Jahren begleitet auch Minister Strobl den Zweckverband und war bereits bei seinem ersten Meilenstein, dem Anschluss Schonachs an das Breitbandnetz dabei. Denn wie Strobl verriet, fingen die Verantwortlichen nicht bei der einfachsten Baustelle an. Schonach war für den Ausbau besonders wichtig, da hier das Internet außergewöhnlich schlecht war, wie Hinterseh es beschrieb. Doch die Mühen haben sich gelohnt. Im Jahr 2022 wurde auch noch der letzte etwas abgelegenere Schwarzwaldhof Schonachs, der Ramselhof, an das Breitbandnetz angeschossen. Die Bewohner dort seien sehr glücklich darüber.

Ziel wurde vor sieben Jahren belächelt

Im Bundestag sei Strobl vor sieben Jahren noch belächelt worden, als er bekanntgab, dass es sein Ziel sei, in jeden Schwarzwaldhof schnelles Internet zu bringen, verriet er. Nun sei der Schwarzwald-Baar-Kreis Spitzenreiter in diesem Bereich. Und nicht nur Strobl, sondern auch Zweckverbandsgeschäftsführer Jochen Cabanis ist sich sicher, dass das Ziel, allen Schwarzwaldhöfen schnelles Internet zu garantieren, noch in diesem Jahrzehnt bis 2030 erreichbar ist.

13 987 Hausanschlüsse sind nicht genug

Nach Stand des vorherigen Jahres wurde bislang im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis ein Glasfasernetz mit 2985 Kilometern und 13 987 Hausanschlussverträgen verlegt. Und dies ist auch noch nicht genug. „Lieber Herr Strobl, wir sind lange noch nicht fertig“, kündigt Hinterseh an und lacht.

Der nächste Schritt soll die Cybersicherheit sein

Im nächsten Schritt wolle der Zweckverband sich vermehrt mit der Cybersicherheit, Standardisierung und der Datensicherung befassen, wie Reinhold Mayer vom Dezernat für den ländlichen Raum in einer anschließenden Talk-Runde erklärte. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes im Dezember festgelegt. „Das treibt uns an.“

Mit diesem Ziel sollen die Standorte Black-Out fähig gemacht werden. Dies sorge gemeinsam mit den Knotenpunkten in Frankfurt und Zürich für mehr Sicherheit und Kontinuität im Netz. „Gemeinsam können wir diese nächste Effizienzklasse erreichen“, so Mayer. Für diesen Zweck kam Mayer sogar, auf Anfrage des Landrats, noch einmal aus seinem Ruhestand zurück. „Seine Kinder verlässt man nicht“, verkündete Mayer.

Die sicherste Cloud der Welt

Auch Strobl kündete mit den Worten „Ich habe einen Traum“ sein Bestreben nach mehr Cybersicherheit an. Gemeinsam mit der Wissenschaft möchte er die sicherste Cloud der Welt entwickeln und hofft dabei auf die Unterstützung des Schwarzwald-Baar-Kreises und des Zweckverbandes als Partner. „Jedes Jahr werden wir spürbare Fortschritte machen. Spürbar für die Menschen“, verspricht der Minister.