Amateurschauspieler Uwe Nimmergut bei den Dreharbeiten am späten Dienstagabend. Foto: Michel

Unter den Komparsen für den ZDF-Schwarzwaldkrimi "Schneekind" sind viele bekannte Gesichter aus der Region – von Uwe Nimmergut bis Thomas Brandt.

Freudenstadt - Lastwagen, Sprinter, Reflektoren, Scheinwerfer, ein schicker Tesla, eine elegante Uschi Glas, und eine ganze Reihe Menschen, die konzentriert arbeiten oder einfach nur warten: Dreharbeiten für den ZDF-Schwarzwaldkrimi "Schneekind" auf dem oberen Marktplatz.

Seit einigen Wochen schon laufen die Dreharbeiten für die neueste Doppelfolge der Erfolgsreihe "Ein Schwarzwaldkrimi". In Freudenstadt sind die Leute vom Film inzwischen schon fast ein Stück weit Normalität geworden.

Am späten Dienstagabend sind kaum Schaulustige am Set, dafür aber neben den echten Schauspielern gleich mehrere in der Region bekannte Gesichter, die als Komparsen mit dabei sind: Thomas Brandt, Restaurantleiter des Restaurants Bareiss in Mitteltal, der Amateurschauspieler Uwe Nimmergut, Jürgen Schulzke vom Baiersbronner "Schaukelpferd" und Christoph Pfau von Schuhservice Pfau in Freudenstadt.

Ein Angebot für den OB

Auch Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald soll angeschrieben worden sein, ob er nicht als Komparse mitwirkt, heißt es aus den Reihen des Filmteams. Doch bisher habe er wohl nicht geantwortet.

Vom Nachmittag bis Mitternacht ist Uwe Nimmergut am Dienstag im Einsatz, ist mit "zwei mir völlig unbekannten Frauen" durch die Ausstellung und über den Marktplatz gelaufen. "Für mich war interessant zu sehen, wie die Profis arbeiten", erzählt der Amateurschauspieler. Er feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bühnenjubiläum und war schon in vielen Stücken in der Region mit der Studiobühne Baiersbronn, beim Freudenstädter Sommertheater oder auch solistisch zu sehen. Was er bei seinem Einsatz als Komparse über die Arbeit der Profis erfahren hat? "Die kochen auch nur mit Wasser, wissen aber, ob es sich um weiches, hartes oder mit Mineralien angereichertes Wasser handelt."

Besonders beeindruckt habe ihn, mit welcher Ruhe und Unaufgeregtheit Uschi Glas als absoluter Profi arbeitet und agiert. Ein längeres Gespräch konnte Nimmergut am Rand der Dreharbeiten mit Jessica Schwarz führen. Er habe sich mit ihr darüber unterhalten, wie sie ihre Rollen erarbeitet. "Es hat mir sehr gut getan und sehr gefallen, obwohl man die meiste Zeit nur rumsteht", sagt Nimmergut zu den Dreharbeiten.

Auch Christoph Pfau stellt einen Besucher der Ausstellung im Stadthaus dar. Es sei spannend zu sehen, wie ein Film entsteht, erzählt er in einer Pause, kurz bevor es wieder weitergeht. Man glaube gar nicht, wie lange es dauert, bis eine kleine Szene steht.

Rolle als Überraschung

Ebenfalls als Ausstellungsbesucher ist Jürgen Schulzke vom "Schaukelpferd" bei den Dreharbeiten dabei. Eine Mitarbeiterin von ihm hatte eine Komparsenrolle, habe dann aber nicht mitspielen können, weil sie einer Schauspielerin zu ähnlich gesehen habe. "Sie hat dann halt zugeschaut", erzählt Schulzke. Dabei habe sie die Frau kennengelernt, die die Komparsenrollen besetzt, und schließlich ihrem Chef die Komparsenrolle quasi als Überraschung zum Geburtstag geschenkt. "Interessant, aber langwierig", so Schulzke über die Arbeit am Set. Es sei ein "nettes Team, eine coole Atmosphäre", sagt Schulzke über die Dreharbeiten. Und es sei eine tolle Geschichte für Freudenstadt.

Und noch einer ist beim Dreh mit von der Partie: Thomas Brandt, Restaurantleiter des Restaurants Bareiss in Mitteltal. Allerdings schlüpft er in eine gänzlich andere Rolle. Er wird im Film zum Bürgermeister. Brandt war vom Filmteam angesprochen worden, ob er eine Komparsenrolle übernehmen will. Das hatte er zwar zunächst abgelehnt, bekam sie aber von den Filmemachern trotzdem aufs Auge gedrückt.

Das Lustigste sei für ihn gewesen zu erfahren, dass es unter den Komparsen scheinbar eine echte Community gibt. Zum Teil seien sie von weit her angereist, einer sogar aus Worms.

Die Basis ist an diesem Tag im Hotel Schwanen aufgebaut. Dort stehen Coronatests für alle an, und die Komparsen bekommen ihre Einweisung, zu der auch der Hinweis gehört, dass Handys ausgeschaltet werden müssen, bevor es zum Dreh ins Stadthaus geht. Dort wird eine Ausstellungseröffnung gespielt, samt Foto für den "Freudenstädter Boten".

Amüsante Nebengeschichte

Noch eine amüsante Nebengeschichte, die Brandt erzählt: Ein Schauspieler habe ihn gefragt, ob er der echte Oberbürgermeister ist, weil ihn am Set so gut wie alle kennen. "Du bist doch auch kein Schauspieler", habe er daraufhin gesagt, weil er vermutet hatte, dass es sich ebenfalls um einen Komparsen handelt. "Doch, schon", lautete die Antwort. Für Brandt waren die Stunden als Komparse auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Und: "Das sind alles supersympathische, nette Leute, das gesamte Team."