Der Auftakt des Zavelsteiner Burgsommers war ein voller Erfolg – auch wenn wegen des Wetters ins KoNi ausgewichen werden musste. Doch die nächsten Termine, an denen Theater in der Burgruine erlebt werden kann, stehen schon fest.
Viele klagten jüngst über das Regenwetter. Nicht so jene Mütter und Väter, die mit ihren Kindern das Theaterstück „Biene Maja“ besuchten.
Zum Auftakt des Zavelsteiner Burgsommers konnte Touristik-Chefin Franziska Bürkle in der Ausweichspielstätte Konsul-Niethammer-Kulturzentrum (KoNi) mehr als 140 Zuschauer begrüßen. Normalerweise – ohne Regenwetter – hätte das Event in der Zavelsteiner Burgruine stattfinden sollen.
Das „Regionentheater aus dem Schwarzen Wald“ startete die Zavelsteiner Burgsommer-Serie mit der „Biene Maja“. Intendant Andreas Jendrusch zeigte sich dankbar, „wie wichtig es für sein Ensemble ist, in Bad Teinach-Zavelstein eine Heimat zu haben“.
Pädagogischer Inhalt
Die Figur der Biene Maja, die man aus dem Fernsehen kennt, ist nicht identisch mit jener Maja, die bereits 1912 von dem deutschen Schriftsteller Waldemar Bonsels beschrieben wurde. Basierend auf diesem Skript erlebten die Kinder und Eltern im KoNi auf spielerische Art ein Maß an pädagogischem Inhalt.
So schrieb es ein Kritiker in seiner Rezension: „Bonsels verfasste ein bezauberndes Buch mit pädagogischem Anspruch, in dem Tiere und ihr Habitat mit viel biologischer Sachkenntnis beschrieben werden. Maja lernt nicht nur viel über die Natur, sondern auch Philosophisches über Leben und Tod.“
Heiter und besinnlich
Gleich zu Beginn hörte man den Gesang des arbeitenden Bienenvolkes, die im monotonen Gleichklang einen, manch einem Menschen nicht unbekannten, Slogan skandierten: „Arbeiten – Arbeiten – Funktionieren“. Die Geschichte war gespickt mit heiteren wie besinnlichen Dialogen. Und das mehr als 110 Jahre alte Stück erhielt mit einem „Wisch wisch wisch“ (Handy) ein neuzeitliches Update.
Das bekannte Kinderlied „Summ summ summ, Bienchen summ herum“ wurde zur musikalischen Schnur, die sich durch die gesamte Reise der Maja zog.
Maja muss befreit werden
Diese lernte den Rosenkäfer Kurt, eigentlich ein Mistkäfer, den Weberknecht Hannibal, die Libelle Schnuck und die Kreuzspinne Thekla kennen. Von dieser wurde Maja im Netz gefangen, um dann von Kurt befreit zu werden. Ebenfalls heikel wurde es für die Biene, als sie auf die Hornissen traf. Maja wurde in ihrem Freiheitsdrang immer wieder von Realitäten der Umwelt eingeholt. Zugleich war stets der Wunsch nach Zugehörigkeit zur Gemeinschaft präsent.
Für alle Altersgruppen
Angesichts dessen, dass es sich eben nicht nur um ein reines Kinderstück handelte, sondern auch die Erwachsenen ansprach, verdiente sich das Ensemble ein Sonderlob. Eben für diesen mutigen Schritt, ein Theaterstück für alle Altersgruppen auf die Bühne zu bringen. Dass sowohl Kinder als auch Erwachsene dem Leben der Biene Maja bis zum Schluss zumeist aufmerksam folgten, zeigte die spannungsgeladene Präsentation der Schauspieler Sara Mahle (Maja), Brigit Heintel, Ursula Kannegießer und Paul Hölster. Martin Schöttle (musikalische Leitung) und Martin Enderle (Kostüme) ergänzten das Ensemble. Der Schlussapplaus war üppig wie verdient.
Wie es am Ende der Biene Maja erging, kann man in der Burg noch zweimal miterleben – bei hoffentlich passendem Burgsommer-Wetter am Sonntag, 16., und Sonntag, 30. Juni.