Mit der Kunst seiner Hände bestreitet Magier Topas einen ganzen Abend im Kurtheater Freudenstadt. Foto: Hannes Kuhnert

Thomas Fröschle alias Topas verzaubert mit seiner Show das Publikum im Freudenstädter Kurtheater.

Mit Gruseln, Horror, Schaudern oder grässlichen Masken hatte Thomas Fröschle gar nichts am Hut, als er am Halloween-Abend im Freudenstädter Kurtheater weit mehr als 400 Zuschauer aus dem Verbreitungsgebiet des Schwarzwälder Boten buchstäblich verzauberte.

 

Vielmehr gab er eine sympathische Vorstellung davon ab, wie vielseitig ein guter Magier sein kann: nämlich Zauberer und Komödiant zugleich. Das Kurtheater in Freudenstadt hat sich schon mehrfach als idealer Rahmen für Comedy-Veranstaltungen des Schwarzwälder Boten erwiesen.

Auch diesmal gab es einem großartigen Künstler eine Bühne. Unter dem Künstlernamen Topas ist der Stuttgarter Thomas Fröschle seit gut 30 Jahren ein Illusionist, vielfach preisgekrönt und als mehrfacher Weltmeister mit dem goldenen Zauberstab ausgezeichnet. Dabei braucht er den Zauberstab während seines Auftritts gar nicht, braucht keine Nebel- und Scheinwerfer-Batterien, braucht eigentlich gar keine Hilfsmittel.

Große Fingerfertigkeit

Seine Hände genügen ihm meist. Mit denen zaubert er mit unglaublicher Fingerfertigkeit in hohem Tempo kleine Bälle und Münzen, Orangen und Spielkarten und was sonst auch immer weg und wieder her und wieder weg und immer wieder her. Dabei plappert er unablässig. Nicht etwa dummes Zeug, sondern hintergründig und witzig, schlagfertig und schnell, begleitet von einem hinreißenden Minenspiel und wohl einstudierten Gesten. Das Zucken einer Augenbraue, ein schnelles seitliches Wegdrehen vom Publikum sagen mehr als die vielen Worte, die ihm über die Lippen fließen.

Zwischendrin holt er sich charmante Assistentinnen aus dem Publikum auf die Bühne, die ihn beobachten und kontrollieren sollen und ihre Sache durchweg mit offensichtlichem Vergnügen machen. Bei so prächtiger Unterhaltung vergeht die Zeit wie im Flug.

Allerhand knitze Showteile

Dazu fallen dem Künstler allerhand knitze Showteile ein, auf die man erst einmal kommen muss. Die blecherne Unterhaltung am Mikrofon eines Drive-in-Restaurants zum Beispiel. Auch den Soundcheck einer Rockband mit durchgeknalltem Gitarristen und exzentrischem Sänger nur in Gebärdensprache darzustellen, ist mindestens so abenteuerlich wie seine Kartentricks.

Dabei geht es nicht darum, das Herz-Ass aus einem Kartenstapel zu fischen, sondern Topas begleitet mit Kartenstapeln und Fächern rhythmisch Arien aus der „Zauberflöte“ ebenso flott wie härteste Heavy-Metal-Gigs – bis die Karten über die Bühne fliegen.

Gruseliges zum Schluss

Zum Schluss, nach vielen immer wieder neu verblüffenden Tricks, wird’s dann doch ein wenig gruselig. Zum Beispiel als Topas die drei unterschiedlichen Methoden zeigt, seinen Unterarm sauber zu dreiteilen. Oder als er in ein abenteuerliches Gerät klettert, um sich kurzzeitig von seinem in schwarzen Jeans steckendem Unterleib zu trennen. Da kommt dann selbst ein Topas nicht mehr ganz ohne technisches Gerät aus. Den Beifall eines über fast zwei Stunden freudig mitgehenden Publikums kann das nicht schmälern.