Die Wiesenbrücke zum Golfplatz ist seit 2018 für Autos gesperrt. Foto: Archiv

Hausener Gemeinderäte und Bürgermeister Philipp Lotter kritisieren Schopfheim in Sachen Wiesenbrücke zum Golfplatz scharf. Bürgermeister Dirk Harscher kann den Unmut verstehen. Die Wortwahl geht ihm aber zu weit.

In Sachen Wiesenbrücke bei Ehner-Fahrnau haben sich Hausens Bürgermeister Philipp Lotter und die dortigen Gemeinderäte in einem offenen Brief an die Stadt Schopfheim gewandt. Seit 2020 werde der Gemeinde Hausen seitens der Stadtverwaltung Schopfheim versprochen, diese Brücke zum Golfplatz Fahrnau für den Autoverkehr zu ertüchtigen, was aber bis heute nicht geschehen sei, heißt es darin.

 

Radler gefährdet

Die Wiesenbrücke in Ehner-Fahrnau dient eigentlich als Zufahrt zum Golfplatz zwischen Fahrnau und Hausen. Seit 2018 ist sie aber für Autos gesperrt, da sie für den Fahrzeugverkehr nicht mehr sicher ist. Seitdem rollt der Verkehr zum Golfplatz über Hausener Gebiet. Das, so heißt es in dem Brief ebenfalls, gefährde etwa die Radler auf dem Burichweg. Vor zwei Jahren wurde zwar beschlossen, das Bauwerk abzureißen und durch eine neue Brücke zu ersetzen. Im Mai schob der Gemeinderat Schopfheim das Vorhaben aber noch einmal um ein Jahr (wir berichteten).

Hausen habe dem Golfplatz damals unter der Bedingung zugestimmt, dass die Verkehrsanbindung über Schopfheimer Gemarkung erfolgt, heißt es in dem Brief. Die Stadtverwaltung habe die Gemeinde Hausen in der Angelegenheit immer wieder vertröstet. Auch habe es weder die versprochenen Verkehrskontrollen auf dem Burichweg durch die Stadt gegeben, noch eine gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte beider Kommunen oder gar eine Informationsveranstaltung mit Schopfheims Bürgermeister Dirk Harscher für die Hausener.

Grenze überschritten

Nun sei die Toleranzgrenze deutlich überschritten. „Oder sieht so etwa eine gute und faire interkommunale Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Verwaltungsgemeinschaft aus?“, heißt es in dem Schreiben. Die Hausener Bürger, Gemeinderäte und der Bürgermeister seien nicht mehr gewillt, sich länger vertrösten zu lassen. Daher bitte man die Schopfheimer Bürger und Gemeinderäte, im Sinne eines weiteren guten nachbarschaftlichen Verhältnisses, um Unterstützung in Sachen Brücke. Als sich das Projekt im Mai erneut verzögerte, seien diesmal nicht – wie in der Vergangenheit – finanzielle, sondern personelle Probleme vorgeschoben worden. Dabei wäre das Vorhaben „schon ausschreibungsfertig“ und der Bauprozess müsse nur noch personell betreut werden. Diese Betreuung könne auch extern erfolgen, heißt es weiter.

„Wir Hausener haben den Glauben an die Stadtverwaltung Schopfheim und ihrer leeren Versprechungen verloren und können den Aussagen dementsprechend keinen Glauben mehr schenken“, schreiben Lotter und die Gemeinderäte. Die personellen Engpässe in Schopfheim könnten nicht zu Lasten der Bürger Hausens gehen. Der Gemeinderat Hausen und Bürgermeister Philipp Lotter hätten nun kein Vertrauen mehr in die Aussagen der Stadtverwaltung Schopfheim, heißt es am Ende des Briefs.

Er könne den Unmut in Hausen verstehen, auch wenn die Wortwahl zu weit gehe, sagte Schopfheims Bürgermeister Dirk Harscher im Gespräch mit unserer Zeitung.

Stadt will Brücke bauen

Es fehle aber im Bauamt schlicht an Mitarbeitern, um das Projekt zu stemmen. Zumal dort derzeit sicherheitsrelevante Vorhaben wie Stützmauern oder Einsturzgefährdungen Vorrang hätten. Gleichzeitig betonte Harscher, dass die Stadt in der Pflicht sei, die Brücke zu bauen und dies auch tun werde.