Zahoransky-Mitarbeiter zeigen klare Kante. Foto: /Verena Wehrle

Bei der aktiven Mittagspause forderte die Belegschaft von Zahoransky einen Zukunftstarifvertrag.

Es war eine Reaktion auf die Absage der Geschäftsführung der Verhandlungen mit der IG Metall: Eine „aktive Mittagspause“ mit Vesper am Mittwoch, bei der die Gewerkschaft mit den Zahoransky-Mitarbeitern erneut einen Zukunftstarifvertrag für den Standort Todtnau forderte. Auch hinter die Mitarbeiter des Standorts Rothenkirchen, der vor der Schließung steht, stellten sich die Todtnauer.

 

Gemeinsam wolle man ein Zeichen setzen, betonte Norbert Göbelsmann, erster Bevollmächtigter der IG Metall Lörrach und Freiburg. „Es einfach laufen zu lassen, ist keine Lösung“, rief er ins Mikrofon. „Mit eurer Stimme könnt ihr darauf Einfluss nehmen, dass die Firma zukunftsfähig bleibt.“ Für den Standort Rothenkirchen fordere man, dass der Verkauf im Ganzen erfolgt und, dass der Sozialvertrag um drei Jahre verlängert wird und somit vom Investor übernommen wird, erklärt Göbelsmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Für den größten Standort im Todtnauer Ortsteil Geschwend mit 370 Beschäftigten will man einen Zukunftstarifvertrag. Dieser soll ein größeres Mitspracherecht für die Mitarbeiter beinhalten, wie Göbelsmann erläuert: „Einige haben schon Probleme bei den Abläufen im Betrieb ermittelt und mitgeteilt.“

Zudem wird eine Beschäftigungssicherung bis 2026 gefordert und die Übernahmer aller Auszubildenden. Darüber hinaus verlangt die IG Metall, dass Zahoransky verstärkt in Maschinen investiert, um im traditionellen Geschäfts der Bürstenmaschinen als auch im neuen Geschäftssegment der Medizintechnik konkurenzfähig zu bleiben.

Vergangene Woche hätte die Geschäftsführung von Zahoransky der IG Metall die Verhandlungen abgesagt. Und auch zum Verkauf in Rothenkirchen zeige sie keine Gesprächsbereitschaft, so Göbelsmann. Gleichzeitig mit Todtnau gingen auch die Kollegen am Freiburger Standort in die aktive Mittagspause. Bereits am Dienstag ging der Standort Rothenkirchen in einen Warnstreik. Es brauche nun einen langen Atem, um das Unternehmen zurück in Verhandlungen zu bringen, sagte Göbelsmann.

„Es ist jetzt an der Zeit, der Geschäftsführung unsere Forderungen deutlich zu machen und wir müssen hinter unseren Kollegen in Rothenkirchen stehen“, betonte der Betriebsratsvorsitzende Alexander Naujoks am Mittwoch.

Die Mitarbeiter von Zahoransky in Geschwend sind seit rund zwei Jahren in Kurzarbeit. Das Traditionsunternehmen erlebt seitdem einen Rückgang in der Auftragslage. Die IG Metall sieht in einem Personalabbau aber keine Lösung: „Ist die Flaute vorbei, brauchen wir alle Mitarbeiter“, betont Göbelsmann.