"Es gibt nichts Schöneres, als dem Patienten ein neues Lächeln schenken zu dürfen", schwärmt Jonny Fischer von Fischer Zahntechnik in Rottweil über seinen Beruf. Die Zahntechnik, "ein echtes Kunsthandwerk", wie er sagt, biete eine große Vielfalt an Möglichkeiten.
Kreis Rottweil - Hoch konzentriert schichtet Jonny Fischer die weißen Massen mit dem dünnen Pinsel auf den Zahnstumpf. Stück für Stück entsteht auf diese Weise eine Keramikkrone. 36 Massen sind letztlich auf einem Quadratzentimeter übereinander, bis das handwerkliche Meisterwerk fertig ist.
Jonny Fischer strahlt, wenn er über seine Arbeit erzählt: "Hier ist mein Herz zu Hause. Es macht so unglaublich viel Spaß, einen Zahn zu schichten und aufzubauen".
"Jeder Patient ist anders"
Überhaupt biete das Handwerk der Zahntechnik ungeahnte Möglichkeiten. Das Schönste sei, dass man den Patienten glücklich machen, und ihm im besten Fall ein neues Lächeln ins Gesicht zaubern könne. "Die perfekte Zahntechnik ist für den Betrachter allerdings unsichtbar. Und das soll sie ja auch sein", sagt Jonny Fischer, bedauert aber zugleich, dass man deswegen als Zahntechniker aber eine Art "Schattenwesen" sei. "Es sagt ja keiner, ›wow hast Du tolle neue Zähne‹, so wie man das bei einer neuen Brille oder Frisur tut", erklärt er. Aber dennoch: Der Zahntechniker könne dafür sorgen, dass Menschen sich wieder wohlfühlen können.
"Jeder Patient ist anders. Jeder Auftrag ist anders, und es gibt immer wieder neue Herausforderungen". Die Patienten kommen nur in seltenen Fällen zunächst ins Labor, wenn sie Zahnersatz möchten. Die Regel ist, dass sie sich an ihren Zahnarzt wenden und mit ihm die Möglichkeiten besprechen. Erst dann kommt der Zahntechniker zum Einsatz.
Auch interessant: Berufe in Rottweil im Blick - Mit dem DHL-Zusteller im Laufschritt unterwegs
Während die Aufträge früher weitgehend anonym in den Laboren landeten, das heißt, die Zahntechniker lediglich die Gipsmodelle hatten, sich aber kein Bild vom Patienten machen konnten, so ist das heute ganz anders. Es gibt Fotos und im besten Fall auch den persönlichen Kontakt.
Abwechslung ist garantiert
Jonny Fischer ist froh und glücklich, den Beruf gewählt zu haben, den er seit nunmehr 17 Jahren ausübt. Eine Maxime für ihn ist unbedingte Qualität. "Mittelmäßigkeit ist absolute Zeitverschwendung. Pingeligkeit ist für mich Berufsethik und ich bin erst zufrieden, wenn alles perfekt ist", sagt er über seinen Anspruch.
Nach der Ausbildung arbeitete Fischer bei den Top-Zahntechnikern Deutschlands: bei Jürgen Braunwarth in Stuttgart und bei Andreas Nolte in Münster. "Hier habe ich eine ganze Menge gelernt. Sein Wissen kann und sollte man aber auch stetig bei Fortbildungen weiter vertiefen", erzählt er. Zwölf Mitarbeiter zählt die Fischer Zahntechnik in der Rottweiler Neckarstraße, die Florian Fischer vor mehr als 30 Jahren gegründet hat. Mittlerweile ist sein Sohn Jonny mit in den Betrieb eingestiegen und führt das Labor mit Ljudmila Kissmann. "Der Beruf birgt unendlich viele Entfaltungschancen und ist in einem steten Wandel. Auch die Digitalisierung hat zwischenzeitlich Einzug gehalten", so Fischer.
Aber welche Voraussetzungen sollte man erfüllen, um den Beruf ausüben zu können? "Man sollte Geduld haben, großen Wert auf Präzision und Qualität legen, Menschen glücklich machen mögen und Handwerk lieben", so Fischer. Die Abwechslung sei garantiert, "denn genaugenommen fertigen wir lauter Prototypen", sagt er. Ausruhen im Können dürfe man sich allerdings nicht. Sich ständig weiterzuentwickeln, "dazu zwingt die Zahntechnik", betont Jonny Fischer der die Zahntechnik als "einen der schönsten Berufe überhaupt", bezeichnet.