Die Inhaber-Familie rund um Roland Mack (Mitte) feierte am Freitag den 50. Geburtstag des Europa-Parks. Foto: Piskadlo

Der Europa-Park startete am Freitag in das Jubiläumswochenende. Unter den Gästen waren viele Promis – auch der Bundeskanzler kam zu Wort.

Absperrungen, Kamerateams, Mitarbeiter in Warnwesten: Vor dem Haupteingang des Europa-Parks herrscht am Freitagabend gegen 17 Uhr mächtig Trubel. Der „rote“ Teppich – an diesem Tag blau – ist faltenfrei vor dem „Dome“ ausgelegt und wartet auf Prominente, die mit der Inhaber-Familie Mack den 50. Geburtstag des Ruster Freizeitparks feiern möchten. Darunter Größen aus Wirtschaft, Politik und der Unterhaltungsbranche. Während der Jubiläum-Zeppelin seine Runden über der Region dreht, liegt am Boden Vorfreude und ein Hauch Anspannung in der Luft. Schließlich stehen auf der Gästeliste Namen wie Ex-Weltmeistertrainer Jogi Löw, Internetstar Jens „Knossi“ Knossalla oder Comedian Mario Barth.

 

Dann ist es soweit: Die ersten geladenen Besucher erscheinen. Kutschiert werden sie entweder im klassischen Oldtimer oder im modernen Mercedes mit verdunkelten Scheiben. Nach und nach bahnen sie sich den Weg über den blauen Teppich durch das Blitzlichtgewitter in den „Dome“.

19 Uhr – laut Zeitplan zwar eine halbe Stunde im Verzug, die Stimmung scheint jedoch ausgelassen. Mittlerweile hat jeder der rund 1000 Eingeladenen sein Namensschild in der Europa-Park-Arena gefunden und Platz genommen. „Es ist von großer Bedeutung, was die Familie Mack innerhalb der 50 Jahre erarbeitet hat“, eröffnet Steven Gätjen den Gala-Abend. Gemeinsam mit Christa Rigozzi führt der TV-Moderator durch das viereinhalbstündige Programm und nimmt das Publikum auf eine emotionale Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Europa-Park mit. Auf der Leinwand sind währenddessen Bilder aus jeder Epoche zu sehen.

Blaue Sternballons schmückten den Platz vor dem Haupteingang. Am Himmel kreiste währenddessen der Jubiläum-Zeppelin. Foto: Piskadlo

Die erste große Überraschung lässt nicht lange auf sich warten: eine Videobotschaft des Bundeskanzlers Friedrich Merz. „Freiheit, Vielfalt und offene Gesellschaft: Das erleben Millionen Besucher in Rust Jahr für Jahr. Ich danke Ihnen, liebe Familie Mack, und allen Beschäftigten des Europa-Parks für 50 Jahre unternehmerisches Engagement, europäischen Pioniergeist und unerschöpfliche Innovationskraft. Feiern Sie heute mit einem zuversichtlichen Blick nach vorn – auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte“, richtet sich Merz an die Inhaber-Familie.

Roland Mack präsentiert Arbeit seines Urgroßvaters

Sichtlich stolz betritt anschließend Park-Chef Roland Mack um 19.20 Uhr die Bühne. Neben ihm: ein hüfthohes Holzpferd. „Ob Sie es glauben oder nicht – das wurde 1890 von meinem Urgroßvater geschnitzt“, erklärt Mack und erinnert an die ersten unternehmerischen Schritte seiner Vorfahren. „Da konnten die Macks noch etwas“, sagt er augenzwinkernd. Er blickt zurück auf die schweren Anfänge des Parks, als kaum jemand an die Vision seines Vaters geglaubt hatte. „Der Pleitegeier schwebt über Rust“, zitiert er eine damalige Schlagzeile. Mack betont: „Bei der Eröffnung vor 50 Jahren hat es in Strömen geregnet, 20 Medienvertreter waren da. Heute sind es 120 und es scheint die Sonne.“ Der Park sei heute nicht nur einer der besten weltweit. Man betreibe mittlerweile auch das größte Hotel-Ressort und einer beliebtesten Wasserparks im ganzen Land. „Mehr als 5200 Angestellte finden hier Arbeit, mehr als 10 000 Stellen hängen zusätzlich vom Europa-Park ab“, erklärt Mack und ruft ein Zitat des Ende 2023 gestorbenen Ex-Bundesministers Wolfgang Schäubles ins Gedächtnis: „Der Europa-Park ist ein wirtschaftlicher Leuchtturm in Deutschland.“

Der „Dome“ des Europa-Parks wurde am Freitag für die Gala hergerichtet. Foto: Piskadlo

Kurz nach Mitternacht, rund vier Stunden später. Zuvor gaben sich etliche Wegbegleiter des Parks die Ehre. Darunter Fußballtrainer Jürgen Klopp, Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare und der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff. „Meine Laudatio ist eine Verneigung vor diesem Lebenswerk“, gratulierte Wulff den Macks.

Konfettiregen und Applaus beenden das Programm

Immer wieder sind zwischendurch waghalsige Showeinlagen zu sehen. Akrobaten schwingen in schwindelerregender Höhe und präsentieren aufwendige Tänze während teils sogar mehrere kontrollierte Stichflammen aus der Bühne schießen. Dabei steigen dutzende Leutkugeln, die an der Decke befestigt sind, auf und ab – eine Anlehnung an das Jubiläumsmotto „Celebrating under the stars“ (zu Deutsch: Feiern unter den Sternen). Auch beim Abschluss des Programms liefern Sänger und Akteure eine eindrucksvolle Darbietung, die mit reichlich Konfettiregen und tosendem Applaus ein Ende findet.

Während Mitarbeiter die Europa-Park-Arena nach dem Spektakel aufräumen, geht es für die Gäste im Außenbereich weiter. Bis 4.30 Uhr habe Roland Mack gefeiert, wie er am Samstagmittag bei der Premiere des neuen Kinofilms „Ed & Edda – Grand Prix of Europe“ preisgibt (wir werden berichten). Heute kommen übrigens auch die Parkbesucher auf ihre Kosten: Für die Sommernachtsparty ist der Freizeitpark nämlich bis Mitternacht geöffnet.

Info – Die Gala erneut erleben

Das gesamte Abendprogramm der Jubiläumsgala wurde in Echtzeit im Internet übertragen. Sobald die Wiederholung vom Europa-Park freigeschalten wird, können Interessierte den gesamten Livestream im Internet unter www.veejoy.de ansehen. Dort wird es ab Donnerstag, 18. Juli, zudem eine Dokumentation der Gemeinde Rust geben, bei der Wegbegleiter der ersten Stunde zu Wort kommen.