Die Ettenheimer Gruppe „Rund um dr’ Kahleberg“ wurde vor vier Jahrzehnten gegründet. Aus diesem Grund wurde ein großes Sommerfest veranstaltet, an dem zahlreiche Besucher teilnahmen. Darunter auch die Mitgründerin Christel Mösch.
Die Gäste kamen aus der ganzen Region „rund um dr‘ Kahleberg“, wie auch Jürgen Haak vom Verband aus Freiburg, die Alphornbläsergruppe Kaiserstuhl aus Königschaffhausen und Amoltern und nicht zuletzt auch Christel Mösch, 37 Jahre lang Vorsitzende, mit ihrer Tochter Annette aus Neu-Ulm.
Es war eine großes, familiäres Sommerfest als Jubiläumshock in Ettenheimweiler im Weingut Jäger – bestens vorbereitet von der Gruppenleitung um Ottilie Nägele. Mit einem Gläschen Sekt wurden im Hof und in der Halle von den beiden Musikanten Bernhard Rawer, die Gäste begrüßt und eingeladen zum familiären Nachmittag in froher Runde.
Herzlich hieß Gruppenleiterin Nägele alle Gäste willkommen – darunter auch ihre Vorgängerin Christel Mösch, die von Anfang an 37 Jahre lang, bis zu Ihrem Umzug, den Vorsitz der von ihr mitgegründeten Muettersprochgruppe „Rund um dr‘ Kahleberg“ innehatte. Dass die Gruppe nun schon seit 40 Jahren bestehe, so Nägele, sei ein wichtiger Anlass, dies mit einem gemütlichen Sommerfest zu begehen. Aber auch Gelegenheit, allen zu danken, die die Muettersprochgruppe aktiv fördern und unterstützen und so damit dazu beitragen, dass die Muettersproch nicht verloren gehe, sondern weiterhin wichtiger Ausdruck der Menschen in ihrer Heimat sei.
Andere Gruppen haben Nachwuchs-Probleme
Dank galt allen die mithalfen, das Fest vorzubereiten und den Damen der Gruppenleitung, die hier für die Bewirtung der Gäste sorgen, denen, die Kuchen gespendet haben, nicht zuletzt der Familie Jäger in deren Winzerhalle nun gemeinsam ein gemütliches Sommerfest im gemütlichen Miteinander begangen werden kann. Aber auch denen, die die Gruppe finanziell dazu mit Spenden unterstützten, sodass alle an diesem Nachmittag wie bei einem Familienfest zum Kaffee und Kuchen eingeladen sind.
Haak überbrachte die Glückwünsche zum 40. Geburtstag der Gruppe vom Verband aus Freiburg und hatte als dessen „Geburtstagsgeschenk“ die 2006 gegründeten Kaiserstühler Alphornbläser aus Endingen (Königschaffhausen und Amoltern) mitgebracht, die im Verlauf des Nachmittags mit ihrem Auftritt viel Freude bereiten. Haak sprach die Hoffnung aus, dass die Gruppe „Rund um dr‘ Kahleberg“ weiterhin mit großem Erfolg aktiv sei und wünschte vor allem auch, dass es gelinge, immer wieder neue Mitglieder, auch aus der jüngeren Generation, zu finden und so die Muettersproch auch zukünftig mit vielseitigen Veranstaltungen diese zu pflegen. Leider, so musste er feststellen, sei dies andernorts etwas schwieriger geworden.
Nicht umsonst habe die Muettersprochgruppe Ettenheim vor Jahrzehnten den Namen „Rund um dr‘ Kahleberg“ gewählt, erinnerte Bernhard Duffner und trug dazu das Gedicht des Ettenheimer Heimatdichters Fritz Broßmer vor, das dieser vor 100 Jahren geschrieben hatte und so „Dr Kahlberg“ mit eindrucksvollen Worten beschrieb und auch heute noch in seiner Schönheit alltäglich immer wieder viele Menschen erfreut und wichtiges Zeichen der Heimatverbundenheit darstellt. Nicht nur vor 100 Jahren, so auch ganz aktuell das Gedicht des Heimatdichters Ludwig Hillenbrand aus Lahr zum Jubiläum der Äddemer Muettersprochler, vorgetragen von Duffner, lobte die tolle Art, wie hier die Mundart gepflegt wird.
Alemannische Geschichten verbinden Regionen
Im weiteren Geschehen des Programms wurde einmal mehr deutlich, dass das Alemannische eine wichtige Funktion grenzüberschreitend hat und die Menschen in der Sprache und ihrer Mentalität über Grenzen hinweg verbindet. Die Altdorferin Annemarie Heinzelmann aus Offenburg brachte zahlreiche Strophen. Es soll über 100 davon geben, vom „Hans im Schnoogeloch“ mit Gesang und ihrer Drehorgel in die Winzerhalle und brachte so auch über „dr Rhin“ das Alemannische zum Jubiläum in die Winzerhalle.
Frohgestimmt – begleitet von den verschiedenen musikalischen Darbietungen – war es ein frohes Familientreffen, voller Unterhaltung, Freude des Miteinander und Austausch von manchen Geschichten und Episoden aus den vergangenen 40 Jahren.
Info – Nächster Stammtisch
Die Vorsitzende Ottilie Nägele erinnerte bei der Feier des 40-jährigen Bestehen an den nächsten Mundart-Stammtisch. Dieser findet nämlich am 7. Oktober mit Mundartdichter Otto Meyer aus Endingen in der „Hummel-Straußi“ statt.