Nachdem der Anteil der nicht-deutschen Tatverdächtigen in der Kriminalitätsstatistik des Polizeipräsidiums Offenburg 2024 bei mehr als 50 Prozent lag, ging dieser im vergangenen Jahr wieder leicht zurück. Foto: von Jutrczenka

Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger lag 2025 im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg bei rund 47 Prozent – geringfügig weniger als im Jahr zuvor.

Stieg der Anteil der Tatverdächtigen ohne deutschen Pass im Jahr 2024 erstmals über die 50-Prozent-Marke, so sank dieser im vergangenen Jahr leicht auf rund 47 Prozent – davon zwölf Prozent Asylbewerber. Dabei handelt es sich nur um Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße.

 

Das sind solche Vergehen, die per Definition nur Ausländer begehen können – etwa unerlaubte Einreise – und damit sozusagen außer Konkurrenz stehen. Zählt man solche Delikte hinzu, lag der Anteil der nicht-deutschen Tatverdächtigen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg – Ortenau, Landkreis Rastatt und Baden-Baden – bei rund 62 Prozent.

Im Präsidiumsbereich leben rund 750.000 Menschen. Davon besitzen circa 127.000 keine deutsche Staatsbürgerschaft – das entspricht etwa jedem Sechsten. Ähnliche Verhältnisse gelten auch für den Ortenaukreis. Die Kriminalitätsstatistik zeigt zudem lediglich die erfassten Straftaten, nicht die Verurteilungen.

Jeder sechste Verdächtige ohne deutschen Pass war jünger als 21 Jahre

Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen bei Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße war 2025 mit fast 78 Prozent männlich, 83 Prozent waren Erwachsene. Sieben Prozent werden in der Statistik als Heranwachsende geführt, weitere sieben Prozent als Jugendliche und drei Prozent als Kinder. Damit war etwa jeder sechste Verdächtige ohne deutschen Pass jünger als 21 Jahre. Dieser Wert hat sich im Vergleich zu 2024 nicht verändert.

Rumänien und Frankreich führen dabei die Nationalitätenrangfolge bei den Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße an. „Das hängt mit der Grenznähe zusammen“, erläuterte Polizeipräsident Jürgen Rieger bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr. So gebe es eine große rumänische Bevölkerungsgruppe, die im Elsass lebe. Nach den beiden EU-Staaten folgen in der Liste der Herkunftsländer der ausländischen Tatverdächtigen die Türkei, Syrien und die Ukraine.

Bei schweren und schwersten Delikten waren auch im vergangenen Jahr weiterhin mehrheitlich Deutsche tatverdächtig. So gingen sieben von 20 sogenannten Straftaten gegen das Leben mutmaßlich auf das Konto von nicht-deutschen Tatverdächtigen – darunter fünf mal Totschlag sowie zwei mal fahrlässige Tötung.

Bei Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung – etwa Belästigung, Übergriffe, Missbrauch – lag der Ausländeranteil bei rund drei Prozent. Bei Vergewaltigungen beträgt der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger rund 30 Prozent – konkret 18 Fälle (2024: 43 Fälle, 40 Prozent).

Diebstähle machen mehr als ein Viertel der Ausländerkriminalität aus

Im Bereich der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung machten Ausländer etwa ein Viertel der Tatverdächtigen (fast zwei Drittel Körperverletzungen) aus – 2024 war es lediglich ein Sechstel.

Die Nase vorn haben ausländische Tatverdächtige unter anderem mit 52 Prozent bei Straftaten im öffentlich Raum – davon entfallen fast 20 Prozent auf Asylbewerber. Messerangriffe im Präsidiumsbereich gingen mutmaßlich in 56 Prozent der Fälle auf das Konto ausländischer Tatverdächtiger, hinter etwas mehr als einem Fünftel sollen Asylbewerber stecken.

Gewalt gegen Polizeibeamte geht wiederum zum größeren Teil von deutschen Staatsbürgern aus (rund 56 Prozent), ähnliches gilt bei der sogenannten Partnergewalt. Wohnungseinbrüche im Präsidiumsgebiet sollen wiederum in mehr als der Hälfte der Fälle von Ausländern begangen worden sein (elf Prozent Asylbewerber), gleiches gilt für die Rauschgiftkriminalität (35 Prozent Asylbewerber).

Der größere Teil der von Nicht-Deutschen begangenen Straftaten betrifft weniger schwere Delikte. So machen Diebstähle mehr als ein Viertel der Ausländerkriminalität aus (2024: rund ein Fünftel) – mehr als Hälfte davon klassischer Ladendiebstahl. Vermögens- und Fälschungsdelikte bilden ein weiteres Drittel, Schwarzfahren etwa ein Sechstel.

Bundesweite Zahlen

Die Polizei hat in Deutschland 2025 bundesweit rund 212.300 Gewaltverbrechen registriert – 2,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Kriminalstatistik 2025 stellte unter anderem Alexander Dobrindt am Montag in der Bundespressekonferenz vor. Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger lag bundesweit bei 35,5 Prozent und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (35,4 Prozent). Ausländerrechtliche Verstöße sind hier nicht berücksichtigt.