Landrat Günther-Martin Pauli (Mitte), Kreisbrandmeister Stefan Hermann (links) und DRK-Kreisvorsitzender Heiko Lebherz (rechts) begutachten in der Leitstelle Zollernalb die Rettungshubschrauber per Echtzeitortung. Foto: Dieter/DRK

Zum Tag des Notrufs haben Feuerwehr und DRK Bilanz zum Jahr 2022 gezogen. Fazit: Die Einsätze der Helfer sind weiter gestiegen.

Die Feuerwehr und das Rote Kreuz im Zollernalbkreis haben an den Tag des europäischen Notrufs am Samstag erinnert. Bei der Alarmierung des Rettungsdienstes und der Feuerwehr könne richtiges Verhalten Leben retten, heißt es. Am Anfang einer Rettung von Menschen stehe die Alarmierung. Diese gelinge, wenn die Notrufnummer 112 bekannt sei.

 

„Das Rote Kreuz hat das Ziel, so schnell wie möglich zu helfen, das können wir nur, wenn wir wissen, wo unsere Hilfe notwendig ist“, so der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Zollernalb, Heiko Lebherz, anlässlich des „Tages des Notrufs“. Über die 112 könne die Leitstelle die richtigen Fragen stellen und die Ersthelfer vor Ort bei Sofortmaßnahmen anleiten und begleiten. Wichtig seien Erste-Hilfe-Kenntnisse: „Ein Rotkreuzkurs dauert einen Tag, kann aber ein ganzes Leben retten“, so Lebherz.

Damit die Retter schnell zum Einsatzort kommen, sollte jeder Autofahrer die Regel der Rettungsgasse kennen: Fahrzeuge auf der linken Spur nach links ausweichen, Fahrzeuge auf den anderen Spuren nach rechts – dann kommen die Rettungsfahrzeuge rasch voran.

90 000 Hilfeersuchen

Knapp 90 000 Hilfeersuchen erreichten die Integrierte Leitstelle in Balingen im vergangenen Jahr. Bei den Telefonaten geben die Disponenten auch Hilfestellung bei einer Reanimation und halten das Gespräch, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes sind 2022 abermals gestiegen. Über 20 000-Mal waren die Rettungswagen unterwegs.

Die Feuerwehren im Zollernalbkreis wurden im vergangenen Jahr zu insgesamt 378 (Vorjahr: 244) Bränden alarmiert. 19 dieser Einsätze waren Großbrände. Bei Bränden mussten durch die Feuerwehr 34 (25) Menschen aus Lebensgefahr gerettet werden. Darüber hinaus wurden 839 (1117) Einsätze zur technischen Hilfe bei Unglücksfällen registriert. Dabei konnten 219 (143) Menschenleben und 22 (20) Tiere gerettet werden. In 24 (18) Fällen kam für Unfallopfer jede Hilfe zu spät.

Die Zahl der Feuerwehrangehörigen ist zum Jahreswechsel mit 2634 (2599) Angehörigen leicht gestiegen. Bei der Jugendfeuerwehr ist ein s ehr erfreulicher Zuwachs auf 789 (656) Jugendlichen zu verzeichnen.

Hermann: beeindruckende Zahlen

„Die Einsatzzahlen und die Anzahl geretteter Menschenleben ist beeindruckend. Vor allem, da die Einsatzkräfte der Feuerwehren im Zollernalbkreis, bis auf wenige Führungskräfte, ehrenamtlich tätig sind“, so Kreisbrandmeister Stefan Hermann. Die Integrierte Leitstelle in Balingen ist das Herz der Sicherheit im Zollernalbkreis. Um Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst zu koordinieren, werden neben den Notrufen jährlich über 200 000 Telefonate geführt. Betrieben wird die Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst vom DRK-Kreisverband in gemeinsamer Trägerschaft mit dem Kreis.

Seit 2021 können Mobiltelefone bei Notrufen nach einer Bestätigung des Anrufers punktgenau geortet werden. Dann ist auch der Zugriff auf die Handykamera möglich. So können sich die Leitstellendisponenten ein erstes Bild von der Einsatzstelle machen. Es erfolgt auch eine automatische Ortung von Smartphones, wenn die 112 gewählt wird. Über diese Notrufnummer können in allen EU-Staaten die Notrufe kostenlos abgesetzt werden.