Im Betreuten Wohnen in der Trossinger Löhrstraße 26 wird viel geboten – von Veranstaltungen über Bewegungsangebote bis zu Sprechstunden. Jetzt war ein „Z’Liet-Abend“ an der Reihe – sehr zur Freude der Bewohnerinnen und Bewohner.
Der Gemeinschaftsraum des Betreuten Wohnens in der Löhrstraße 26 war wieder einmal voll besetzt.
Die Trachtengruppe Trossingen hatte zum diesjährigen „Z’Liet-Abend“ eingeladen.
Im Gebäude, das im Jahr 2005/2006 im gleichen Zuge wie das angrenzende Dr.-Karl-Hohner-Heim gebaut wurde, gibt es insgesamt 33 barrierefreie Wohnungen für Senioren.
Bewegung und mehr
Den Service für die Betreuung, sofern dieser gewünscht ist, hat seit vielen Jahren die Firma „HAMSL mit Sicherheit leben“ aus Rottweil übernommen. Dabei handelt es sich schwerpunktmäßig um Veranstaltungs- und Bewegungsangebote sowie regelmäßige Sprechstunden für die Bewohner.
Zuständig vor Ort in Trossingen ist seit gut zweieinhalb Jahren Anita Kohler. Sie habe damals gelesen, dass Markus Hartnagel, der Inhaber von HAMSL, für die Betreuung in Trossingen jemanden sucht und habe sich sofort angesprochen gefühlt. Ihr Mann Volker habe sofort Unterstützung zugesagt.
Seither dürfen sich die Bewohner der Löhrstraße 26 jeden zweiten Mittwoch immer wieder auf neue und kreative Angebote von Anita Kohler freuen.
Eine weitere großartige Hilfe hat sie mit ihrer Freundin Ursula Keller, die zu jedem Thema die passende liebevoll gestaltete Dekoration gestaltet. So gab es schon einen Neujahrs-Sektempfang mit musikalischer Umrahmung von Helga Birk, Weiberfasnet wird bei ausgelassener Stimmung mit Franz Samson am Akkordeon am Mittwoch, 26. Februar, gefeiert. Immer wieder gibt es auch gemeinsame Frühstücke, an anderen Tagen wird gesungen oder gebastelt. Sogar einen Ausflug auf die Halbinsel Höri am Bodensee organisiert Anita Kohler am Mittwoch, 2. Juli.
Feuerwehr war auch da
Es gab auch schon Informationsveranstaltungen, beispielsweise seitens der Feuerwehr, der Polizei „einmal hatten wir einen Notar hier, der über die Patientenverfügung referierte“, auch ein Vortrag über Diabetes war von großem Interesse. Für die Veranstaltungen müssen sich die Bewohner rechtzeitig anmelden und auch einen kleinen Obolus bezahlen.
Großer Zuspruch
Jeden Montag um 9.30 Uhr heißt es „Fit bleiben im Alter“ – Anita Kohler lädt im Gemeinschaftsraum ein zur seniorengerechten Gymnastik auf Stühlen. „Wir machen Übungen mit Tüchern, Terraband und Bällen.“ Eine Geschichte gibt es noch zum Autogenen Training, und mit einem kleinen Obstimbiss wird die morgendliche Bewegungsstunde beendet.
Im Büro direkt neben dem Gemeinschaftsraum hält Anita Kohler montags und mittwochs regelmäßige Sprechstunden ab, die gerne angenommen werden. „Meistens haben die Bewohner einfach nur Redebedarf und wollen sich aussprechen“, weiß sie aus Erfahrung, und sie freut sich, dass sie sich im Ruhestand gemeinsam mit ihrem Mann Volker auf vielfältige und kreative Art und Weise für andere einbringen kann.
Deshalb ist auch der Zuspruch der Bewohner so groß, so dass der Gemeinschaftsraum manchmal fast aus allen Nähten platzt, so wie beim „Z’Liet-Abend“, den Ursel Hohner, die Vorsitzende der Trachtengruppe Trossingen unter das Thema „Durch das Jahr“ gestellt hatte.
Mit Gedichten, Geschichten und Liedern wurden die zwölf Monate in den Fokus gesetzt. So erfuhren die Gäste, dass der erste Trossinger Narrenverein am 18. März 1995 vom erst vor wenigen Monaten verstorbenen Volker Bilger aus der Taufe gehoben wurde und die Unterdorfhexe die erste Trossinger Narrenfigur war.
Die Köpfe rauchten
„Der April macht was es will“, ist eine bekannte Bauernregel. Beim Rätsel, welche anderen Regeln zu welchem Monat gehören, da rauchten die Köpfe der Senioren, doch mit viel Spaß und Überlegen wurde alles perfekt gelöst.
Im Juni gab es einen kleinen Ausflug in die Geschichte der Monatsnamen. So ist der August bekanntlich der Erntemonat „Zeit das Erntefest zu feiern mit unserem selbst gemachten Wurstsalat“, kündigte Ursel Hohner die Pause an, denn die Trachtengruppe hat an diesem Abend die Bewirtung der Gäste übernommen und dazu auch „Hippenhüpfer“, kleine Fläschchen mit Trossinger Schlehenlikör, mitgebracht.
Den Alltag einer „schaffigen Hippere“, ein Gedicht der verstorbenen Trossinger Mundartdichterin Lydia Hohner präsentierte in der Trossinger Werktagstracht Sigrid Kohler. Auf der Zielgeraden am 31. Dezember erzählte Monika Kopp von vielen Vorsätzen, mit denen sie „gleich morgen früh“ anfangen will. Zur großen Freude aller Anwesenden gab es zum großen Abschluss noch ein Wunschkonzert mit Rudi Huber, der das Volksliedersingen mit Gitarre begleitete.