Dank des Punkts gegen Wolfsburg hat der SC Freiburg im Kampf um Platz sieben wieder alles in der Hand. Allerdings steht zunächst ein anderes Duell im Breisgau im Mittelpunkt.
Neben dem schon feststehenden Deutschen Meister FC Bayern München ist der SC Freiburg der einzige Bundesligist, der noch im internationalen Geschäft vertreten ist. Und genau wie die Bayern taten sich auch die Freiburger am Wochenende gegen einen Abstiegskandidaten in der Liga extrem schwer.
Der Rekordmeister spielte am Ende spektakulär 3:3 gegen Heidenheim, der Sport-Club sicherte sich dank Joker Philipp Lienhart gegen Wolfsburg ein 1:1 – allerdings mit deutlich weniger Spektakel auf dem Rasen. Nachvollziehbar und verständlich, dass sowohl beim FCB als auch beim SCF das Halbfinal-Rückspiel im Europapokal, in das beide deutschen Teams jeweils mit einem Tor Rückstand starten, im Hinterkopf war.
Das war’s jedoch mit den Gemeinsamkeiten der beiden Hoffnungsträger im Kampf um den fünften Champions-League-Platz für die Bundesliga. Denn die Münchener sind in der Liga enteilt und längst Meister. Der SC Freiburg dagegen befindet sich im Duell mit Eintracht Frankfurt um Rang sieben, der in diesem Jahr sicher zur Europapokal-Quali reichen würde.
Drei Wechsel in der Startelf
SC-Trainer Julian Schuster, der zuletzt vor dem Auswärtsspiel in Dortmund viel rotiert hatte, nahm daher gegen Wolfsburg nur drei Wechsel in der Startelf vor – Lienhart, Jordy Makengo und Stürmer Igor Matanovic saßen zunächst auf der Bank. „Wir schauen generell immer, welche Jungs in welcher körperlichen Verfassung sind, und wer in der Lage ist, das auf den Platz zu bringen, was wir uns vorstellen“, erklärte der Freiburger Trainer nach dem Spiel auf der Pressekonferenz seine Überlegungen.
Am Ende können beide Teams mit dem Punkt leben
Nicht auszuschließen, dass die etwas überraschende 1:2-Niederlage der Frankfurter gegen den Hamburger SV ihn bei seiner Aufstellung beeinflusst hatte. Denn mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg wären die Freiburger drei Punkte vor der Eintracht gewesen. Ein großer Vorsprung angesichts des schwierigen Restprogramms der Hessen.
Doch am Ende wurde es nur ein Zähler, mit dem am Ende alle Beteiligten leben mussten – und konnten. Die Wolfsburger sprangen mit dem Punkt immerhin auf den Relegationsplatz 16, die Gastgeber überholten Frankfurt und stehen zwei Spieltage vor Schluss mit einem Punkt Vorsprung auf Rang sieben und haben die erneute Europapokal-Quali in der eigenen Hand. „Ich glaube, dieser Punkt kann am Ende noch viel wert sein“, sagte Torschütze Lienhart bei DAZN.
Am Donnerstag steigt ein „historisches Spiel“
Das erneute Duell mit der Eintracht im Saisonfinale war jedoch am Sonntagabend nur eine Randnotiz. Stattdessen Hauptthema: Das Halbfinal-Rückspiel am Donnerstag (21 Uhr/RTL) gegen Sporting Braga. Eine Partie, die im Breisgau seit Tagen elektrisiert. „Für den ganzen Verein ist es ein historisches Spiel, wir haben eine Riesenchance. Wir haben leider nicht das Hinspiel-Ergebnis, das wir uns gewünscht haben. Das wollen wir jetzt drehen und das haben wir diese Saison schon einmal geschafft“, so Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein bei DAZN.
Im Felsenstadion von Braga sah es vergangene Woche lange nach einem 1:1 aus, ehe den Portugiesen kurz vor dem Ende noch der Lucky Punch glückte. Wie schon im Achtelfinale (0:1-Niederlage in Genk) muss der Sport-Club vor eigenem Publikum einen Rückstand aufholen. Nicht mithelfen wird dabei Yuito Suzuki. Der Offensivmann hat sich eine Schlüsselbeinfraktur zugezogen und wurde bereits operiert.
Makellose Heimbilanz in der Europa League
Hoffnung dürfte dagegen allen, die es mit dem SC Freiburg halten, dabei vor allem eine Statistik machen: In dieser Europapokal-Saison hat die Mannschaft von Julian Schuster alle Heimspiele gewonnen.