Birgit Müller-Stark (links) und Simone Kinzel von der Bürgerstiftung hoffen auf viele Wünsche von Senioren. Foto: Cools

In diesem Jahr möchte die Oberndorfer Bürgerstiftung benachteiligten Senioren eine Weihnachtsfreude bereiten – mit der Wunschsternaktion. Dafür ist sie aber auf Mithilfe angewiesen.

Nur wenige sprechen darüber, aber viele sind davon betroffen oder bedroht: Altersarmut. Sie bedeutet, dass ältere Menschen ihren Lebensunterhalt nicht oder kaum von ihrer Rente und Erspartem bestreiten können. Ihnen wollen die Bürgerstiftung und die Stadt Oberndorf in diesem Jahr ein Stück der Last von den Schultern nehmen – mithilfe der Bürger. Damit das funktionieren kann, wird nun auf den Mut der Betroffenen gebaut.

 

Aber von vorn: Den Mitgliedern der Bürgerstiftung Oberndorf ist es wichtig, den Bürgern zur Weihnachtszeit unter die Arme zu greifen und ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Mit der Kinderwunschstern-Aktion, die seit 2013 mit der Stadt organisiert wird, ist das schon viele Male gelungen. Kinder aus Familien in wirtschaftlicher Not konnten einen Geschenkwunsch angeben, der dann von einem Bürger erfüllt wurde.

In diesem Jahr möchten die Organisatoren der Aktion einer anderen, oft übersehenen Bevölkerungsgruppe ihre Aufmerksamkeit und ein bisschen Freude schenken: den Senioren. Auch in Oberndorf und seinen Stadtteilen gebe es viele Senioren mit einer kleinen Rente, für die auch eine kleine Beschaffung schon einen Kraftakt bedeuten könne, erklären Birgit Müller-Stark und Simone Kinzel von der Bürgerstiftung beim Pressegespräch. Ihnen will man nun helfen.

Senioren müssen sich melden

Die Herausforderung: Über Daten dazu, wem weniger als 1100 Euro monatlich zur Verfügung stehen, verfügt auch das Amt für Soziales in Oberndorf nicht. Deshalb ist nun wichtig, dass sich Senioren ab 63 Jahren, die unter dieser Einkommensgrenze liegen (keine Wohngeldempfänger), im Oberndorfer Rathaus beim Amt für Soziales (Zimmer 102, Telefon 07423/77 11 33 oder E-Mail: sozialamt@oberndorf.de) melden. Das ist ab sofort möglich und erwünscht.

Von der Stadt erhalten sie dann – gegen Vorlage eines Nachweises zu ihrer Rente – ein Formular, in das sie ihren Namen und ihren Wunsch eintragen können. Zur Auswahl steht ein Geschenkgutschein in Höhe von 30 Euro für entweder eine Apotheke, Bäckerei, einen Discounter, eine Drogerie, ein Eiscafé, ein Friseur oder eine Fußpflege. Ganz wichtig: Die Senioren sollen das Geschäft ihrer Wahl eintragen, damit sie den Gutschein auch wohnortnah und ohne großen Aufwand einlösen können.

Wunschzettel ausfüllen und abgeben

Das Formular muss dann zusammen mit einer Datenschutzerklärung, die den Senioren ebenfalls zur Verfügung gestellt wird, bis zum 10. November im Rathaus, Zimmer 102, Klosterstraße 3, abgegeben oder per E-Mail an sozialamt@oberndorf.de geschickt werden.

Die Wünsche werden dann – ganz wichtig: in anonymisierter Form – vom 27. November bis zum 10. Dezember als Sterne in den Schalterhallen der Kreissparkasse in der Oberstadt und der Volksbank Schwarzwald-Neckar auf dem Lindenhof ausgehängt, einige wenige auch im Rathaus.

Wer einen Wunsch erfüllen möchte, der darf sich einen oder mehrere Sterne aussuchen, die gewünschten Gutscheine kaufen und diese an einem der Bankschalter oder beim Bürgerservice im Rathaus abgeben.

Bis 10. November melden, Wunschzettel erhalten und abgeben

Nun hoffen Simone Kinzel und Birgit Müller-Stark aber erst einmal auf kräftige Beteiligung von Seniorenseite, wohl wissend, dass Scham beim Thema Geld häufig eine Rolle spiele. „Wir hoffen, dass die Senioren diese ablegen können und diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Wir freuen uns über eine große Anzahl an Wunschzetteln“, sagen die Vertreterinnen.

Noch bis 10. November können Senioren sich beim Sozialamt melden und ihre Wunschzettel dort abgeben.

Weitere Info gibt es unter www.buergerstiftung-oberndorf.de/wunschsterne